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Von Jannik Sorgatz

Isolation in Wien Leih-Fohlen Poulsen: „Ich will Borussia zeigen, dass ich die Qualität habe“ 

Gegen die Großen durfte sich Andreas Poulsen bei Borussia Mönchengladbach nur in Testspielen zeigen, jetzt ist er an den FK Austria Wien verliehen und von der Coronavirus-Krise ausgebremst.

Gegen die Großen durfte sich Andreas Poulsen bei Borussia Mönchengladbach nur in Testspielen zeigen, jetzt ist er an den FK Austria Wien verliehen und von der Coronavirus-Krise ausgebremst.

Mönchengladbach/Wien - Als er seine ersten Spiele für Borussia machte, in der Saisonvorbereitung 2018, sorgte Andreas Poulsen (20) für manch ein „Oh!“ und „Ah!“. Die Einwürfe des Dänen sind eine echte Waffe, beim FC Midtjylland trainierte er mit einem Spezialisten, der heute sogar Jürgen Klopp beim FC Liverpool unterstützt.

Viel „Oh!“ und „Ah!“ bekam Poulsen anschließend allerdings nicht mehr zu hören. Sowohl unter Dieter Hecking (55) als auch unter Marco Rose (43) machte der Linksverteidiger kein Bundesligaspiel. Im Januar nahm er den Umweg über Wien, wurde bis zum Sommer an Traditionsklub FK Austria verliehen. Der Start war verheißungsvoll, Poulsen spielte viermal durch – dann kam die Corona-Pause.

Poulsen bleibt optimistisch in der Corona-Krise

Nun sitzt der Youngster in Wien, hält sich fit in der Isolation und hofft, dass es in absehbarer Zeit weitergeht mit dem Fußball. GladbachLIVE erreichte Poulsen am Telefon und sprach mit einem jungen Fußballprofi, der trotz schwieriger Umstände optimistisch klingt und sich für den „Tag X“ einiges vorgenommen hat.

Andreas Poulsen, fast jedes Interview beginnt derzeit mit dieser Frage: Geht es Ihnen gut?
Ja, mir geht es trotz der Umstände sehr gut. Ich bin alleine in meiner Wohnung in Wien und versuche, drinnen zu bleiben und nur zum Einkaufen rauszugehen. Alles kein Problem.

Spazieren oder joggen dürften Sie aber?
Ja, zum Trainieren gehe ich manchmal auch eine Runde im Wald laufen. Ein bisschen muss man ja an die frische Luft.

Sie sind im Januar an Austria Wien verliehen worden. Erzählen Sie uns über Ihre ersten Wochen in Österreich, als das Coronavirus noch kein Thema war.
Es lief sehr gut. Zu einem neuen Klub zu wechseln und viele neue Leute zu treffen, ist immer aufregend. Wir haben viele gute Typen her. Die ersten vier Spiele habe ich durchgespielt und das auch ganz gut. Deshalb bin ich bislang sehr happy.

Die Ergebnisse stimmten zunächst auch, trotzdem hat die Austria die sogenannte Meistergruppe verpasst. Nach 22 Saisonspielen wird die Liga in Österreich zweigeteilt. Wenn es irgendwann weitergeht, führen Sie also mit Ihrer Mannschaft die untere Gruppe an. War es eine große Enttäuschung für den Verein, dort gelandet zu sein?
Es war natürlich enttäuschend, aber zu Beginn des Jahres konnte man sich bereits darauf einstellen, weil die Hinrunde nicht gut gewesen war. Wir hatten noch die Möglichkeit, es zu schaffen. Nun ist es so, wie es ist. Aber: Wir können es noch in die Relegation um einen Europa-League-Platz schaffen. Ich denke, das ist für die Fans okay, und das ist unser großes Ziel.

Poulsen muss an Wendt und Bensebaini vorbei

Wie sieht Ihr Kontakt nach Gladbach aus? Ruft Übergangstrainer Eugen Polanski Sie mal an oder sogar Max Eberl?
Ich spreche viel mit Eugen, er hilft mir sehr viel. Er war in Altach vor Ort und auch bei unserem Heimspiel gegen Salzburg. Ich weiß, dass die Scouts und Max ein Auge auf die Spiele haben. Das gibt mir die Gewissheit, dass sie an mich glauben, und das hilft mir, alles zu geben, um zurückzukehren und zu spielen.

Sie sind mit 18 vom FC Midtjylland nach Gladbach gewechselt, feierten im DFB-Pokal gleich ihr Profi-Debüt für Borussia. Warum hat es danach nicht so richtig hingehauen?
Ich bin noch sehr jung und ich habe mit Oscar Wendt und Ramy Bensebaini zwei gute Spieler auf meiner Position vor mir. Das macht es dir nicht leicht, wenn du für einen Top-Verein wie Borussia Mönchengladbach spielst. Ich finde, dass ich mich gerade in den beiden Sommer-Vorbereitungen gezeigt habe. Aber ich brauche jetzt Erstliga-Erfahrung, bevor ich bereit bin für die Bundesliga. Genau deshalb bin ich hier in Österreich.

Niemand kann etwas dafür: Aber wie enttäuschend ist es, nach so einem guten Start derart ausgebremst zu werden?
Für alle Fußballprofis ist es schwierig. Es bleibt nichts anderes übrig, als zu warten, dass das Virus kontrolliert und besiegt wird. Natürlich ist es enttäuschend und ich vermisse auch meine Freunde und meine Familie. Ich bin schließlich hier in Wien, um Fußball zu spielen.

Haben Sie das Gefühl, menschlich an dieser Situation wachsen zu können?
So war es schon in Gladbach. Als ich gewechselt bin, war ich sehr, sehr jung. Dort plötzlich ganz auf mich allein gestellt zu sein, hat meiner persönlichen Entwicklung definitiv geholfen. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch auch ein besserer Fußballer geworden bin.

Wo sehen Sie noch das größte Steigerungspotenzial?
Für mich ist es immer noch ein bisschen neu, Linksverteidiger zu spielen. Ich war lange auf dem linken Flügel unterwegs. Deshalb musste ich das Verteidigen lernen. Mein Defizit ist die Zweikampfhärte. Daran arbeite ich, auch jetzt zu Hause mit Krafttraining.

Heißt: An Erfahrung zulegen und an Muskelmasse zulegen?
Genau (lacht). Es gibt sehr viele intensive Duelle in den ersten Ligen. Das ist eine sehr gute Schule.

Wie würden Sie den Spielstil bei Austria Wien beschreiben, ist er vergleichbar mit dem in Gladbach unter Marco Rose?
Mein Trainer hier, Christian Ilzer, und er ähneln sich schon ein bisschen. Sie wollen beide hoch pressen und Direktspiel sehen. Das ist gut für mich, weil ich offensiven Fußball liebe.

Andreas Poulsen versucht, trotz Ausgangsbeschränkungen in der Coronavirus-Krise möglichst oft draußen Sport zu machen.

Andreas Poulsen versucht, trotz Ausgangsbeschränkungen in der Coronavirus-Krise möglichst oft draußen Sport zu machen.

Wie sehen Ihre Tage in der Isolation aus?
Wir haben einen üppigen Trainingsplan vom Verein. Den arbeite ich nach dem Aufstehen und nach dem Frühstück ab. Oft spiele ich dann Playstation mit Freunden aus Dänemark und bleibe so auch in Kontakt mit ihnen. Ich schaue viele Filme und Serien auf dem Computer. So bekommt man die Zeit schon rum.

Auch wenn es aktuell schwierig ist, in die Zukunft zu schauen: Sie wollen sich mit guten Leistungen in Wien für Borussia empfehlen. Oscar Wendt ist dort einer Ihrer Konkurrenten, er ist 34 und sein Vertrag läuft aus. Inwiefern haben Sie diese Konstellation im Auge?
Ich denke nicht so viel darüber nach, aber natürlich bin ich mir der Situation bewusst. Mir bleibt ja nichts anderes übrig, als gute Leistungen zu zeigen. Darauf liegt mein Fokus: Ich will Borussia zeigen, dass ich die Qualität habe, um in der Bundesliga zu spielen.