Umbau-Zoff im Borussia-Park Nicht alle Fans trotz neuer Stehplätze zufrieden
Joe Scally, Nico Elvedi und Saïd El Mala.
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Im Borussia-Park wird kräftig gewerkelt! Ein wichtiger Meilenstein beim neuen Stehplatz-Sektor in Block 2 wurde jetzt erreicht. Statt 900 finden dort künftig ganze 1.800 Fans Platz – eine Verdopplung! Von den 1.300 verfügbaren Saisonkarten für den umgestalteten Bereich sind schon mehr als 400 vergeben. Hauptsächlich schlugen Anhänger zu, die von der Nordkurve wechseln.
In einer Vereinsmeldung äußert sich Matthias Schulz, Bereichsleiter Ticketing bei Borussia, positiv: „Wir sind mit der Resonanz zufrieden und hatten im ersten Jahr mit 400 bis 650 Dauerkarten gerechnet“. Darüber hinaus werden stets 500 Karten als Tagestickets im freien Verkauf angeboten.
Gldbach: Es gibt auch Kritik am Umbau
Schulz ergänzte, dass zahlreiche Anhänger nachvollziehbarerweise die Entwicklung des Stadiongefühls beobachten möchten, ehe sie eventuell im kommenden Sommer umziehen. Das berichtet „rp-online.de“.
Der Plan für zusätzliche Stehplätze im südlichen Teil des Stadions wurde erstmalig bei der Mitgliederversammlung 2025 präsentiert. Hintergrund ist der enorme Andrang auf Stehplatzkarten, der durch die komplett mit Dauerkarten belegte Nordkurve nicht mehr zu bewältigen ist. Zudem wünschen sich einige Fans aus unterschiedlichen Motiven (Fahnen-Thema, Generationsunterschiede, Alter) eine andere Option als die Nordkurve, möchten aber weiterhin die Spiele im Stehen verfolgen. Die Entscheidung wurde vom FPMG Supporters Club als „Chance für alle“ begrüßt. Man erhofft sich einen stimmgewaltigen „Oldschool-Block“, in dem während der Partie auf Fahnen verzichtet wird, um Wechselgesänge wieder aufleben zu lassen.
Aber es gibt auch eine Schattenseite! Für die 250 Anhänger mit bisherigen Sitzplatz-Saisonkarten in Block 2 startete eine nervenaufreibende Jagd nach einem neuen Platz im Stadion, was für erheblichen Unmut sorgte. Besonders die sehr knappe Zeitvorgabe stand im Kreuzfeuer der Kritik: Die Benachrichtigung des Vereins erreichte die Fans an einem Montagmittag. Nicht einmal einen Tag danach öffnete bereits das Wechselfenster. Gruppen von Fans hatten dadurch kaum eine Chance, sich zu beraten und zusammenhängende neue Plätze zu organisieren. Obendrein wird bemängelt, dass die Auswahl an geeigneten Alternativen, die preislich nicht erheblich höher lagen, äußerst überschaubar war.
Andreas Krott aus Dinslaken ist einer von denen, die daraus ihre Schlüsse zogen. Er hatte nach einer langen Wartezeit auf der Liste vor fünf Jahren endlich das Glück, zwei Saisontickets für Block 2 zu bekommen. Die Vorgehensweise des Klubs bei der Kommunikation bezeichnet er als „miserabel“. Aus gesundheitlichen Aspekten war ein Wechsel in den neuen Stehplatzbereich für ihn ausgeschlossen. Die ihm und seiner Frau unterbreiteten Alternativvorschläge waren entweder nicht passend oder mit deutlichen Mehrkosten verbunden. Das schmerzliche Resultat: Krott gab beide Saisontickets zurück, und das lediglich ein Jahr, bevor er sein 25-jähriges Jubiläum als Vereinsmitglied gefeiert hätte.
Der Klub wiederum sprach den betroffenen Anhängern seinen Dank aus für deren Verständnis bezüglich des straffen Zeitplans, welcher durch die verzögerte Baugenehmigung bedingt war. Bereichsleiter Ticketing Schulz erklärte, der Vorgang sei „größtenteils geräuschlos“ abgelaufen und es sei gelungen, „für fast alle betroffenen zufriedenstellende Lösungen finden“ zu können. Eine Darstellung, die Andreas Krott und andere Fans als blanken Hohn empfinden dürften. Er hält seinem Verein zwar weiterhin die Treue, doch seinen Platz in Block 2 hat er aufgegeben. (red)
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