Bei Borussia gescheitert Ex-Fohlen startet bei der WM durch – er verließ Gladbach ablösefrei
Ein Bild aus der Vergangenheit: Jacob Italiano im Trikot von Borussias U23.
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Ein Name, der bei vielen Fohlen-Anhängern wohl in Vergessenheit geraten war, sorgt nun bei der Weltmeisterschaft für mächtig Wirbel! Hat Gladbach im Transfer-Sommer 2024 einen riesigen Fehler gemacht?
Jacob Italiano, der fünf Jahre lang in der U23 von Borussia Mönchengladbach kickte, erlebt gerade einen unglaublichen Karriere-Höhenflug. Beim sensationellen 2:0-Auftaktsieg von Australien über die Türkei gehörte der 24-Jährige zur Startelf der „Socceroos“. Im Internet fordern manche Fans sogar schon ein Denkmal für ihn.
Seoane und Polanski lobten Italiano einst in Gladbach
Für den Außenverteidiger ist das ein erstaunlicher Aufstieg. Während seiner Zeit am Niederrhein kam er nie zu einem einzigen Einsatz im Profi-Team. Sein Durchbruch erfolgte erst nach seinem Weggang, als er in Österreich beim Grazer AK anheuerte.
Obwohl die Gladbacher Bosse sein Talent durchaus auf dem Schirm hatten, kam er in Gladbach bei den Profis nicht zum Zug. „Er bringt gute physische Qualitäten mit, auch im Test gegen Werder hat man gesehen, wie schnell und wendig er ist. Wir trauen ihm schon noch etwas zu“, äußerte sich Gerardo Seoane, nachdem der Australier im September 2023 bei einem Freundschaftsspiel mitwirkte. Sein U23-Trainer Eugen Polanski war ebenfalls von ihm angetan: „Gerade auf seiner Position ist es einer, der mit Sicherheit in einer höheren Liga spielen könnte.“ Das berichtet „rp-online.de“.
Aber wieso hat es bei Borussia nicht geklappt? Polanski lieferte die entscheidende Antwort: „Um ganz oben anzuklopfen, fehlt ihm in erster Linie Gesundheit.“ Verletzungen warfen ihn immer wieder aus der Bahn, vor allem die Muskeln machten häufig Probleme. Dabei wurde er bei seiner Verpflichtung 2019 von Perth Glory als „Wunderkind“ gefeiert und kam auf 104 Einsätze für die U23.
Besonders bitter aus Borussia-Sicht: Für Italiano gab es keinen Cent Ablöse! Da drängt sich die Frage auf, ob man sein Talent in Gladbach nicht doch verkannt – und dementsprechend falsch eingeschätzt – hat. Fakt ist: Einen Spieler mit der Form Italianos aus dem ersten WM-Spiel Australiens könnte Gladbach sehr gut gebrauchen.
In Graz ging Italiano dann richtig durch die Decke, etablierte sich als Stammkraft und sammelte 52 Bundesliga-Einsätze. Damit rückte er auch in den Fokus der australischen A-Nationalmannschaft. Ein Dreierpack für den GAK im März, bei dem er mit zwei spektakulären Distanzschüssen für Aufsehen sorgte, war sein finales Ticket. „Diese Schüsse kamen aus einer anderen Welt!“, feierte die „Socceroos“-Homepage.
Wenig später glänzte er auch im Nationaldress beim 1:0-Erfolg über Kamerun. „Ich wollte dem Boss, den Fans und dem Team zeigen, dass ich hierher gehöre und einen guten Job für Australien machen kann“, erklärte der Ex-Borusse voller Tatendrang. Nationalcoach Tony Popovic honorierte die Leistung mit der WM-Nominierung – und gab ihm direkt sein Vertrauen.
Beim WM-Auftakt gegen die Türkei powerte er 74 Minuten über die rechte Flanke. Seine Geschwindigkeit ist eine seiner größten Waffen: Mit gemessenen 35,4 km/h zählt er zu den fünf schnellsten Akteuren des bisherigen Wettbewerbs. Am Freitagabend (21.00 Uhr nach deutscher Zeit) könnte es in Seattle zum Duell mit den aktuellen Fohlen Giovanni Reyna und Joe Scally kommen, wenn Australien auf die USA trifft.
Italiano stiehlt damit sogar einem anderen Ex-Borussen im australischen Aufgebot die Show. Mathew Leckie, der in der Spielzeit 2011/12 neunmal für die Borussia auflief, ist mit seinen 35 Jahren nur noch als Joker eingeplant. Leckie hält zwar gemeinsam mit Mathew Ryan mit zehn WM-Partien noch den Landesrekord, doch für Italiano hat das Turnier gerade erst richtig Fahrt aufgenommen. (red)