Nach Schmadtke-Erfahrung Top-Kandidat mit höheren Ambitionen? Ex-Profi bei Gladbach gehandelt

Roland Virkus und Ex-Sportdirektor Nils Schmadtke – diese Konstellation funktionierte in Gladbach nicht so recht.
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Ein Nachfolger für Roland Virkus – oder doch „nur“ eine rechte Hand? Borussia Mönchengladbach plant Veränderungen in der sportlichen Führung. Nun kommt ein ehemaliger Fohlen-Profi ins Spiel.
Die Transferphase ist fast vorbei, Borussia Mönchengladbach hat weite Teile der Kader-Planungen abgeschlossen. Bis zum Deadline Day am Montag (1. September) bleibt es aber spannend. So könnte Julian Weigl die Fohlen noch verlassen.
Elversberg-Manager bei Gladbach im Gespräch
Federführend in Sachen Transfers ist Borussia-Geschäftsführer Roland Virkus (58). Doch in Zukunft könnte der gebürtige Gladbacher Unterstützung bekommen. Oder wird der Sportboss etwa ersetzt?
Wie die „Rheinische Post“ berichtet, plant der Bundesligist die Anstellung eines Sportdirektors. Das Thema ist nicht ganz neu, scheint nun aber immer konkreter zu werden.
So zeichnet sich Nils-Ole Book (39), derzeit noch bei Zweitligist SV Elversberg tätig, als heißer Kandidat auf die neue Stelle ab. Zuletzt brachte ihn Moderator und Reporter Thomas Wagner (54) im Sky-Podcast „Glanzparade“ ins Spiel. Laut „RP“ hat Book durchaus Interesse an einem Wechsel nach Gladbach.

Nils-Ole Book gilt als Anwärter auf den Sportdirektor-Posten bei Borussia Mönchengladbach.
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Für den ehemaligen Profi und U21-Nationalspieler wäre es der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn stieg Book in Elversberg zunächst als Scout ein, wurde nach nur einem Jahr 2018 zum Sportdirektor befördert, mittlerweile ist der Sport-Vorstand.
Seine Arbeit spricht für sich: In der vergangenen Saison war Elversberg das Überraschungsteam der 2. Bundesliga, verpasste den Aufstieg erst in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim.
Book soll neben Gladbach noch andere Anfragen haben, auch ein Verbleib in Elversberg gilt als denkbar. Es zeichnet sich zudem ab, dass der gebürtige Münsterländer, sollte er sich tatsächlich für den Schritt an den Niederrhein entscheiden, Virkus als sportlichen Verantwortlichen nicht ersetzen, sondern unterstützen soll. Fraglich, ob ihm das genug wäre.
Laut „RP“ geht es Borussia darum, sich strategisch anders aufzustellen. Mit der Arbeit von Virkus sei man beim Bundesligisten zufrieden.
In der Vergangenheit hatte Gladbach bereits Nils Schmadtke (36) als Sportdirektor installiert. Nach nur einem Jahr zog es den Sohn von Jörg Schmadtke (61) 2024 als Scouting-Boss zu Bayern München.
„Ich war nun schon zum dritten Mal bei Borussia und möchte keine dieser Erfahrungen missen. Unter dem Strich muss man aber festhalten, dass es in dieser Konstellation für beide Seiten nicht zu 100 Prozent gepasst hat. Daher ist eine Trennung die beste Entscheidung für alle“, sagte Schmadtke zu seinem Abschied vor einem Jahr.
Bei der Installierung eines neuen Sportdirektors müssten die Kompetenzen deshalb klar abgesteckt werden. Als mögliche Alternative für Book gilt Martin Stranzl (45), der aktuell zum Diplom-Fußballmanager ausgebildet wird und – anders als Book – keine Probleme haben dürfte, zunächst aus der zweiten Reihe zu agieren.
Der Österreicher könnte damit einen ähnlichen Weg einschlagen, wie Thomas Kessler beim 1. FC Köln unter Christian Keller – auch wenn der Ex-Torwart erst nach dem Aus des Geschäftsführers offiziell zum Sportdirektor befördert wurde und zuvor als Leiter der Lizenzspielabteilung in die sportlichen Planungen eingebunden war – oder Simon Rolfes unter Rudi Völler bei Bayer Leverkusen.
Stranzl stand von 2010 bis zu seinem Karriereende 2016 bei Borussia unter Vertrag, absolvierte für die Fohlen insgesamt 145 Pflichtspiele.