„Haben wir nicht erwartet“ Gladbach-Boss Bonhof mit Abstiegs-Geständnis
Präsident Rainer Bonhof vor dem Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart.
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Das Rhein-Derby steht vor der Tür und die Anspannung ist greifbar. Sowohl Borussia Mönchengladbach als auch der Rivale aus der Domstadt stecken tief im Tabellenkeller fest. Ein echtes Keller-Duell mit maximaler Brisanz!
Doch wie geht Vereinsboss Rainer Bonhof mit diesem enormen Druck um? Erstaunlich gelassen. Er betont im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass er keinen „klassischen“ Druck verspürt, da sein Team das Schicksal selbst bestimmen kann. Die Herangehensweise an die Partie sei nicht anders als bei anderen Begegnungen.
Bonhof über Reitz-Wechsel: „Solche Erlöse helfen uns“
Doch dann die ehrliche Beichte, die aufhorchen lässt. Auf die Frage, ob er mit einer derart prekären Lage gerechnet habe, gibt der Weltmeister von 1974 eine klare Antwort. „Abstiegskampf haben wir nicht erwartet“, so Bonhof.
Ein Satz, der tief blicken lässt. Er gibt zu, dass diese Entwicklung so nicht vorauszusehen war. Für ihn ist es ein Beleg dafür, wie eng die Bundesliga geworden ist. Am Ende werde sich das Team durchsetzen, das in der entscheidenden Phase die Nerven behält und die erforderliche Konstanz zeigt.
Auch intern gab es Turbulenzen. Anders als der FC vollzog Gladbach während der Spielzeit einen Wechsel auf der Trainerbank: Eugen Polanski übernahm für Gerardo Seoane. Eine Maßnahme, die sich in der reinen Punktebilanz (durchschnittlich 1,17 gegenüber 1,13) kaum positiv auswirkte. Bonhof räumt ein, dass man zwar an Stabilität gewonnen habe, aber das gewünschte Niveau noch nicht erreicht sei.
Zusätzlich schmerzt der angekündigte Wechsel von Rocco Reitz in Richtung RB Leipzig. „Er ist ein Eigengewächs und identifiziert sich sehr stark mit dem Verein. Bis zum Saisonende wird er sich voll einbringen. Wenn sich danach eine Möglichkeit für den nächsten Schritt ergibt, ist das ein normaler Vorgang im Fußball – auch mit Blick auf die wirtschaftliche Seite. Solche Erlöse helfen uns“, so der 73-Jährige.
Seit dem 19. März ist Bonhof nun zwei Jahre Präsident der Fohlenelf. Seine persönliche Zwischenbilanz? Er verweist auf wichtige „strukturelle Veränderungen“ im Präsidium und der Geschäftsführung. Diese Schritte seien essenziell gewesen. Nun liege der Fokus darauf, das geschaffene Fundament zu festigen. Kritik an einer angeblich schleichenden sportlichen Talfahrt kontert er mit dem Hinweis auf die großen Herausforderungen.
Für einen Verein wie Borussia, der ohne die Hilfe von Investoren auskommen muss, seien solche Wellenbewegungen leider „kaum vermeidbar“. Und weiter: „An Traditionsvereine werden automatisch höhere Erwartungen gestellt – das ist Teil der Verantwortung. Gleichzeitig muss man zwischen den Emotionen von außen und einer sachlichen Einschätzung der Lage unterscheiden.“ (red)
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