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Von Marcel Schwamborn, Judith Malter

Gladbachs Ginter warnt nach Deutschland-Sieg vor starken Ungarn „Wissen, dass eine gefährliche Mannschaft auf uns zukommt“

Nach dem 4:2-Sieg mit dem DFB-Team gegen Portugal bei der EM am Samstag (20. Juni 2021) gab es für Gladbachs Matthias Ginter ein Wiedersehen mit Ehefrau Christina. Beide werfen sich verliebte Blicke zu.

Nach dem 4:2-Sieg mit dem DFB-Team gegen Portugal bei der EM am Samstag (20. Juni 2021) gab es für Gladbachs Matthias Ginter ein Wiedersehen mit Ehefrau Christina.

Mönchengladbach - Nach dem enttäuschenden ersten Gruppenspiel des DFB-Teams bei der Europameisterschaft gegen Weltmeister Frankreich (0:1), sind Jogis Jungs nach dem furiosen 4:2-Sieg gegen Portugal am Samstag (19. Juni 2021) zurück in der Erfolgsspur. Gladbachs Abwehrchef Matthias Ginter (27) stand in beiden Partien in der Startelf und überzeugte zweimal durch souveräne Auftritte. Zur Belohnung gab's nach dem Spiel ein Wiedersehen mit Ehefrau Christina sowie Freunden und Familie. Unsere Redaktion hat nach dem Duell mit Portugal mit dem VfL-Verteidiger über den bisherigen Turnierverlauf gesprochen.

  • Im zweiten Gruppenspiel der EM hat Deutschland 4:2 gegen Portugal gewonnen
  • Gladbachs Matthias Ginter stand abermals in der Startelf
  • Mit unserer Redaktion hat der Verteidiger über den bisherigen Turnierverlauf gesprochen

Gladbachs Ginter im DFB-Team bei der EM zweimal in der Startelf

Herr Ginter, nach der Auftakt-Niederlage gegen Frankreich gab es im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal einen 4:2-Sieg für das DFB-Team. Wie bewerten Sie den Auftritt Ihrer Mannschaft gegen den amtierenden Europameister?

Ich glaube, wir haben gut losgelegt, hatten schon zu Beginn der Partie die eine oder andere Chance, wurden dann aber nach einer Standardsituation ausgekontert, was natürlich sehr bitter war und den Spielverlauf zwischenzeitlich etwas auf den Kopf gestellt hat. Wir haben dann trotzdem weitergemacht, weiter nach vorne gespielt, das Spiel gedreht und dann verdient zur Pause mit 2:1 geführt. Danach wollten wir einfach so weitermachen, was wir dann auch getan haben. Wir haben dann noch das 3:1 und das 4:1 erzielt, hintenraus aber noch ein Gegentor kassiert. Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben, auch wenn unser Verhalten nach Standardsituationen sicherlich weiterhin ein Thema sein wird, an dem wir arbeiten müssen. Im Großen und Ganzen können wir aber zufrieden sein.

Das DFB-Team hat abermals mit einer Dreierkette und zwei offensiven Außenverteidigern gespielt. Ist diese Spielform gegen Portugal in Perfektion aufgegangen?

Das war nach dem Spiel gegen Frankreich sicherlich eines der Hauptthemen. Wir wollten versuchen, unsere Außenverteidiger mit in die letzte Reihe zu nehmen, damit wir gerade über Flanken kommen, Druck erzeugen und zweite Bälle erobern können – das hat gegen Portugal sehr gut geklappt. 

Ihr Teamkollege Robin Gosens hat gegen Portugal ein besonders starkes Spiel gemacht. Was für ein Typ ist er und wie beurteilen Sie seine Leistung im zweiten Gruppenspiel?

Robin Gosens ist, seitdem er hier ist, ein total offener und positiver Typ, der wahnsinnig viel positive Energie mit rein bringt. Gegen Portugal hat er sich nun mit einem Klasse-Spiel dafür belohnt.

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Die Gegentore, die Deutschland im bisherigen Turnierverlauf kassiert hat, waren allesamt eher unglücklich. Wie beurteilen Sie das und woran muss das DFB-Team noch arbeiten?

Unsere bisherigen Gegentore waren sehr unterschiedlich. Daher kann man nicht pauschal sagen ‚Das müssen wir abstellen, dann läuft alles‘. Ich glaube, wir habe aus dem Spiel heraus wenig zugelassen – auch gegen Frankreich – was schon Mal positiv ist. Aber gerade nach Standardsituationen begleiten uns schon länger Probleme. Auch gegen Portugal gab es nun die eine oder andere gefährliche Situation nach Standards – zum Beispiel gegen Ende, als die Ecke der Portugiesen kurz ausgeführt wurde und Renato Sanchez danach noch an den Pfosten schießt. Die gefährlichen Situationen entstehen fast immer aus Standards, gegen Portugal nun sogar nach eigenem Standard. Das ist auf jeden Fall ein Thema, das wir schon wahnsinnig oft trainiert haben und an dem wir  auch weiter dranbleiben müssen. Natürlich ist es gerade gegen Kopfball-Spieler, wie Portugal sie hatte, sehr wichtig, sie zu verteidigen. Aber es war bislang eher so, dass die kurz ausgeführten Bälle oder gegen Frankreich ein Einwurf, bei uns zu Gegentoren geführt haben.

Im Vorfeld des Portugal-Spiels hatte man den Eindruck, dass nicht viele dem DFB-Team einen Sieg zutrauen. Wie beurteilen Sie das?

Wir wissen, was für eine Qualität wir haben und, dass es in den vergangenen zwei Jahren auch immer wieder Spiele gab, in denen wir das gezeigt haben. Das Problem war eher, dass die Konstanz gefehlt hat. Wir sind hier bei einem Turnier und treten für Deutschland an und natürlich wollen wir das – wie immer, wenn man für Deutschland zu einem Turnier fährt – erfolgreich und so positiv wie möglich gestalten. Aber natürlich wollen wir auch die Leute mitnehmen, weil die letzten zwei, drei Jahre nicht so liefen, wie wir und die Fans es sich vorgestellt haben. Es ist jetzt eine große Chance für uns, alles wieder in positive Bahnen zu lenken, die Leute und Fans mitzunehmen, mit der Art und Weise wie wir spielen. Gegen Portugal ist uns das, glaube ich, ganz gut gelungen.

Ist der Sieg gegen Portugal nach der Niederlage im Auftakt-Spiel nun der Brustlöser für das DFB-Team und kann der Erfolg auch als Initialzündung für den weiteren Turnierverlauf gesehen werden?

Das kann man auf jeden Fall sagen. Es war unser Ziel, gegen Portugal drei Punkte zu holen und damit richtig im Turnier anzukommen. Wir wissen aber auch, dass wir noch gar nichts erreicht haben – im Gegenteil. Vor drei Jahren bei der WM haben wir auch das zweite Spiel gewonnen und sind am Ende trotzdem rausgeflogen. Deswegen freuen wir uns heute und vielleicht auch noch morgen, aber wir wissen alle, dass wir noch ein schwieriges Spiel gegen die Ungarn vor der Brust haben.

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Am Mittwoch (23 Juni/21 Uhr) steht das dritten und letzten Gruppenspiel gegen Ungarn dann auf dem Programm. Wie schätzen Sie den Gegner und seine bisherige Leistung bei der EM ein?

Vom Spiel der Ungarn gegen Frankreich habe ich ehrlich gesagt nicht viel gesehen, da wir uns zum Zeitpunkt des Matches in der Vorbereitung auf unsere eigene Partie befunden haben. Ich habe aber gehört, dass die zwischenzeitliche 1:0-Führung nicht unverdient war. Gegen Portugal haben sie im ersten Spiel lange das 0:0 gehalten und nun gegen Frankreich sogar einen Punkt geholt. Wir wissen also, dass da eine gute und gefährliche Mannschaft auf uns zukommt. Darauf werden wir uns jetzt gut vorbereiten.