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Von Yannick Reinke

Aggressiver Anführer & Jubellauf Gladbach-„Capitano“ Stindl macht es im Derby wie Xhaka

Lars Stindl (2. v. l.) beim Jubellauf nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 für Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am 9. Oktober 2022. Stindl läuft mit ausgebreiteten Armen, Ramy Bensebaini, Julian Weigl, Nico Elvedi und Joe Scally (v. l. n. r.) folgen ihm.

Lars Stindl (2. v. l.) beim Jubellauf nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 für Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am 9. Oktober 2022.

Mit seinem Distanz-Kracher zum 3:1 ebnete Lars Stindl (34) den Weg zum Gladbacher Derby-Sieg gegen den 1. FC Köln. Der Kapitän ging am Sonntag (9. Oktober 2022) voran, in den Zweikämpfen – und beim Jubel. Dabei erinnerte er an seinen Vorgänger.

Gladbach: Stindl jubelt wie einst Granit Xhaka

Keine Minute war im zweiten Durchgang zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntag (9. Oktober 2022) gespielt, da fasste sich Lars Stindl ein Herz. Aus mehr als 20 Metern zog der „Capitano“ ab und traf zum vorentscheidenden 3:1 im Derby

„Jule (Julian Weigl, Anm. d. Red.) gewinnt den Ball, ich lege ihn gut vor und habe mir gedacht, ‚ich schieß' mal‘. Durch meinen Blickwinkel sehe ich sofort, ‚geil, der schlägt jetzt ein‘“, beschreibt Stindl die Situation in der 46. Minute.

„Dann war es einfach Freude pur und ich bin jubelnd Richtung Yann und Kurve abgedreht. Das ist dann schon ein besonderes Gefühl, und das wollte ich in dem Moment einfach genießen.“

Ein Jubellauf mit ausgebreiteten Armen in Richtung von Torwart Yann Sommer (33) und der Nordkurve? Der ein oder andere Gladbach-Fan wird sich dabei an den 14. Februar 2015 erinnert gefühlt haben.

Damals war es Granit Xhaka (30), der nach einem Last-Minute-Kopfballtreffer im Derby zum Jubelsprint gen Norden ansetze, einer der emotionalsten Derby-Momente der jüngeren Vergangenheit.

Granit Xhaka läuft nach seinem Last-Minute-Treffer für Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am in Richtung Nordkurve. Xhaka hat die Arme ausgebreitet, im Hintergrund sind Max Kurse und Patrick Herrmann ebenfalls mit ausgebreiteten Armen zu sehen.

Das „Original“: Granit Xhaka läuft nach seinem Last-Minute-Treffer für Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am 14. Februar 2015 in Richtung Nordkurve.

Für Stindl & Co. war es ein besonders wichtiges Derby, nach drei Niederlagen gegen den Erzrivalen aus Köln war der Druck auf der Mannschaft groß. „Das ist das Spiel, das außerhalb der Tabelle besonders ist für die Region. Wir wussten, dass die Brisanz und der Druck ein Stück weit mehr bei uns liegen“, so der 34-Jährige nach dem Spiel.

In der Woche vor dem Rheinland-Duell wollte Stindl – im Gegensatz zu Xhaka – nicht über das Derby sprechen. Der hatte mal vor einem Spiel gegen Köln gesagt, mit dem Fußballspielen aufhören zu wollen, sollte die Partie verloren gehen.

„Ich sage nichts. Ich habe den Jungs auch in der Kabine gesagt, dass es besser ist, nicht viel zu reden“, erklärte Stindl GladbachLIVE am Donnerstag, 6. Oktober. Es war, als wollte er Taten sprechen lassen.

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Damit legte er dann am Sonntag auch gleich los, bereits in der siebten Minute sah Stindl Gelb für ein Foul an Kölns Benno Schmitz. „Ich versuche schon, Härte und Emotion reinzubringen, ohne über das Ziel hinauszuschießen“, so der elffache Nationalspieler im Nachhinein. „Grundsätzlich ist das mein Spiel.“

Stindl ging voran, riss Borussia-Park und Mannschaft mit und sorgte mit seinem vierten Derby-Tor für die Vorentscheidung zum Sieg. „Es war nicht einfach die letzten Monate für uns. Das nährt natürlich die Borussia-Seele, wenn du das Derby gewinnst“, schloss der Kapitän ab. Dafür sorgte er vor allem selbst und ließ sich darum auch zu Recht feiern.