Bittere Zahlen bei MV Gladbach macht Minus in Millionenhöhe – Fohlenboss kämpft gegen Tränen
Mitgliederversammlung bei Borussia Mönchengladbach.
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Borussia Mönchengladbach hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust erzielt, der 2025 bei knapp vier Millionen Euro nach Steuern lag.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Vor-Steuer-Verlust zwar nur um gut 600.000 Euro, jedoch wurde eine Steuernachzahlung von rund 700.000 Euro für vier Jahre fällig.
Reiner Bonhof kämpft bei Rede mit den Tränen
Es war das zweite Jahr am Stück, in dem ein Verlust erwirtschaftet wurde. Dies lag insbesondere auch an deutlich gesunkenen TV-Erträgen. 2024 hatte der Verlust 2,5 Millionen Euro betragen.
Den Umsatz steigerten die Fohlen im vergangenen Jahr um knapp fünf Millionen Euro auf 189,31 Millionen Euro. Diese Zahlen präsentierte Geschäftsführer Stefan Stegemann den 1.612 anwesenden Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung am Montagabend.
Zuvor hatte Präsident Reiner Bonhof bei seiner Rede mit den Tränen gekämpft, der sportliche Misserfolg mit Abstiegskampf und der Trainer-Entlassung von Gerardo Seoane macht der Vereinslegende zu schaffen. „Es ist ein Scheißjahr“, gab Bonhof unumwunden zu. Er habe gedacht, Borussia sei stabiler: „Das ist leider nicht eingetreten.“
Drei Spieltage vor Schluss hat die Borussia den Klassenerhalt noch nicht sicher. „Wenn du aber bei Auswärtsspielen bist und siehst unsere Fans, musst du sagen: Für die lohnt es sich, nicht abzusteigen“, sagte der 74-Jährige sichtlich bewegt.
Bonhof und der Rest des Präsidiums sahen sich am Montag auch Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Auf Flugblättern drückte die aktive Fanszene ihre Sorge aus. „Borussia Mönchengladbach hat keine Zeit mehr zu verschwenden, auch nicht bis zum Ende der aktuellen Präsidiumslegislatur 2027“, war dort zu lesen. Unterschrieben war der Text vom FPMG Supporters Club, der Interessenvertretung für alle Fans von Borussia Mönchengladbach, und den Ultras.
Bonhof führt die Borussia seit 2024 an, Wahlen standen auf der Versammlung nicht an. „Es ist uns kein Anliegen, verdiente Vereinslegenden wie Ex-Weltmeister Bonhof hier irgendwie zu demontieren“, hieß es weiter. Es bestehe aber der „Eindruck, dass wir aktuell an oberster Stelle nicht so aufgestellt sind, wie es die schwierigen Zeiten erfordern werden.“
Für die Spielzeit 2026/2027 erhielt die Borussia die Lizenz wie gewohnt ohne Bedingungen oder Auflagen. Am Rande der Versammlung wurde zudem deutlich, dass Sportchef Rouven Schröder die Personalkosten weiter signifikant senken soll. 2025 wurden sie bereits um knapp vier Millionen Euro von 98,5 auf 94,6 Millionen Euro gesenkt. (are/dpa/sid)