Gladbach-Noten Zwei Zweien und viele Vieren bei Borussia-Nullnummer in Hamburg
Intensives Duell um den Ball zwischen Jean-Luc Dompé und Rocco Reitz.
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Wiedergutmachung war bei Borussia Mönchengladbach angesagt. Nach dem 1:5 unter der Woche in Hoffenheim sollte beim Hamburger SV wieder Zählbares eingefahren werden. Gegen den Aufsteiger geriet Borussia häufig in Bedrängnis, rettete aber ein 0:0 aus der Hansestadt.
Offensiv war es ein müder Gladbach-Auftritt, defensiv sorgte die weiße Weste aber wieder für mehr Selbstvertrauen. In Durchgang eins legte der HSV noch mit einem Chancenverhältnis von 15:1 vor, nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel dann immer zäher.
Nicolas in Hamburg ordentlich unter Beschuss
Hier gibt es die Noten der Fohlen-Profis nach dem Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV in unserer Einzelkritik:
Moritz Nicolas: Wollte sich nach den fünf Gegentoren aus Hoffenheim beweisen – und schaffte das mit Bravour. In Durchgang eins hielt er die Null praktisch im Alleingang, nach der Pause nicht mehr ganz so oft gefordert. Note: 2
Philipp Sander: Nach dem rabenschwarzen Tag gegen Hoffenheim diesmal wieder stabiler. Wenn er sich Dompé entgegenstellen musste, konnte er das Tempo des Hamburger Dribblers nicht immer mitgehen. Note: 3
Nico Elvedi: War sich auch mal nicht zu schade, den Ball kompromisslos ins Seitenaus zu schlagen. Nach wackeligem Start wurde er immer sicherer und organisierte die Defensive mit Umsicht und robustem Zweikampfverhalten. Note: 2
Kevin Diks (bis 87.): Verspürte zu Beginn offenbar noch den Schwindel des Albtraum-Abends in Hoffenheim und wurde direkt von Königsdörffer vernascht, auch bei der zweiten Hamburger Top-Chance nicht auf der Höhe. Biss sich anschließend ins Spiel und entschied auch die entscheidenden Zweikämpfe für sich. Sein verletzungsbedingter Abgang kurz vor Abpfiff bereitet nun allerdings etwas Sorgen. Note: 3
Joe Scally: Der HSV hatte seine Außenbahn offenbar als Schwachstelle ausgemacht und probierte es bevorzugt über links – wo über den wieselflinken Dompé immer wieder auch Gefahr entstand. Mit zunehmender Spielzeit auch wieder stabiler, aber offensiv extrem zurückhaltend. Note: 4
Yannik Engelhardt: Nach der Auswechslung zur Pause in Hoffenheim auch diesmal nicht der erhoffte Abfangjäger vor der Abwehr. Im Zentrum wurde Gladbach lange vom HSV dominiert, auch weil dem Sechser mit fataler Zweikampfquote der Zugriff fehlte. Note: 4
Luca Netz: Nach dem Bank-Platz in Hoffenheim zurück in der ersten Elf. Offensiv kein Faktor. Bezeichnend: Zwei Minuten nach einer Flanke, die himmelweit ins Toraus segelte, trat er eine Ecke über die Grundlinie. Note: 4
Rocco Reitz: Bemüht, sich als ordnende Hand im Mittelfeld zu engagieren, doch mit Ball gelang Gladbach vor der Pause kaum etwas. Brachte aber auch in den schwachen Phasen die nötige Bissigkeit ins Spiel und verzeichnete wichtige Ballgewinne. Note: 3
Florian Neuhaus (bis 69.): Hing im offensiven Mittelfeld weitgehend in der Luft und konnte kaum Akzente setzen. Wenn er mal am Ball war, aber mit der gewohnten Ballsicherheit. Note: 4
Frank Honorat (bis 69.): Brauchte reichlich Anlaufzeit, dann eine starke Flanke auf Tabakovic zur Mitte des ersten Durchgangs. Viel mehr produktive Szenen hatte der Franzose im weiteren Verlauf allerdings auch eher nicht. Note: 4
Haris Tabakovic (bis 90.+2): In Abwehr-Brocken Vuskovic wurde ein Hüne für seine persönliche Bewachung abgestellt, dadurch kam der Torjäger lange überhaupt nicht ins Spiel. Löste sich mit zunehmender Spielzeit mal häufiger aus der Umklammerung. Sein Spiel war es dennoch nicht. Note: 4
Jens Castrop (ab 69.): War nach seiner Einwechslung kein nennenswerter Faktor im Mittelfeld. Note: 4
Giovanni Reyna (ab 69.): Die erhofften kreativen Akzente konnte der US-Amerikaner nicht setzen. Das Gladbacher Spiel blieb uninspiriert. Note: 4
Kota Takai (ab 87.): In Hoffenheim war der Japaner einer der wenigen Lichtblicke, diesmal war die Zeit zu kurz, um sich in Szene zu setzen. Keine Note
Shuto Machino (ab 90.+2): Kam in der Nachspielzeit, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Das gelang. Keine Note