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Von Jannik Sorgatz

Low-Budget-Sommer Gladbachs Manager kann von 2009 und 2013 lernen

Drei Neue, drei Volltreffer: Christoph Kramer, Raffael und Max Kruse verstärkten Borussia Mönchengladbach im Sommer 2013.

Drei Neue, drei Volltreffer: Christoph Kramer, Raffael und Max Kruse verstärkten Borussia Mönchengladbach im Sommer 2013.

Mönchengladbach - Erstmals hat Max Eberl (46) im vergangenen Sommer mehr als 40 Millionen Euro ausgegeben. Und wie sich die Investitionen gelohnt haben: Heute könnte Borussia ihre vier Zugänge von 2019 – Marcus Thuram (22), Breel Embolo (23), Stefan Lainer (27) und Ramy Bensebaini (25) – in Summe wahrscheinlich für mehr als das Doppelte verkaufen.

Doch Manager Eberl will „den Kader zusammenhalten“, damit Marco Rose (43) trotz der Einsparungen in der Corona-Krise mit seinem Team „den nächsten Schritt“ machen kann. Diesen Anspruch hat der Trainer öffentlich bekräftigt.

Gladbach nimmt bis zu 40 Millionen weniger ein

Solch einen Transfer-Sommer wird Eberl allein aus finanziellen Gründen nicht wiederholen können. Seit 2015 hat er in jeder Saison mindestens 30 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, stets kam mindestens einer für einen zweistelligen Millionenbetrag.

Beides utopisch in einem Jahr, in dem bis zu 40 Millionen Euro auf der Einnahmenseite wegfallen und selbst beim Glückslos Champions League nicht klar ist, wie viel die Fohlen einkalkulieren können. Wie groß wird der Marktpool mit den Fernsehgeldern? Wird es überhaupt Zuschauereinnahmen geben? Bleiben die Prämien stabil?

Eberl muss sich umorientieren. „Es ist kein Nachteil, dass wir immer schon auf jeden Cent achten mussten“, sagte er zuletzt bei „Radio 90,1“. Als der Sportdirektor 2009 erstmals einen Kader für eine neue Saison plante, war Borussia mit 31 Punkten gerade knapp dem Abstieg entgangen. Für rund acht Millionen Euro wechselte Marko Marin (31) zu Werder Bremen. Was Borussia mit der Kohle anstellte, war rückblickend an Effektivität kaum zu überbieten. Vielleicht erinnert sich Eberl, wenn auch mit gestiegenen Ansprüchen, in diesen Tagen an damals.

Reus: Für eine Million gekauft, für 17 verkauft

Raúl Bobadilla (33) war mit 4,2 Euro zwar recht teuer und Marcel Meeuwis (39/1,7 Millionen) setzte sich nicht durch. Dafür kam Zauberfuß Juan Arango (40) für 3,6 Millionen Euro aus Mallorca. Er wurde wie Roman Neustädter (32) und Marco Reus (30) ein Teil von „Borussia Barcelona“, den Überfliegern der Saison 2011/12. Reus, das schmächtige Talent von RW Ahlen, sollte nach drei Jahren sogar als bis dato teuerstes Fohlen für 17 Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechseln.

Die teuersten Transfer-Sommer von Borussia Mönchengladbach:

Oder aber Eberl denkt zurück an 2013: Da hatte Gladbach gerade die erste Europacup-Saison seit 16 Jahren hinter sich und im Sommer davor mit Abstand – unter anderem dank der Reus-Millionen – einen Ausgabenrekord aufgestellt. Doch erneute Europacup-Einnahmen gab es nach Platz acht nicht, zudem blieben alle Stars.

Wird Hannes Wolf ausgeliehen?

Borussia holte mit geringen Mitteln ein Trio, das den Klub ebenfalls prägen sollte: Christoph Kramer (29), Raffael (35) und Max Kruse (32). Ein junger Leihspieler, ein 28-jähriger Brasilianer und ein Neu-Nationalspieler mit Ausstiegsklausel. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für acht Millionen Euro war unschlagbar, zwei Jahre später stürmten Kramer, Raffael und Kruse mit Gladbach in die Champions League, und Kruse ging für zwölf Millionen nach Wolfsburg.

Womöglich ist es für Borussia wirklich ein Vorteil, dass ihr Manager und die Scouting-Abteilung sich in den vergangenen zwölf Jahren schon in fast allen denkbaren Konstellationen bewähren mussten. Aktuell sollen die Gespräche mit Leipzig und Hannes Wolf (21) besonders intensiv sein. Es wäre mal wieder ein Leihgeschäft, zuletzt praktiziert im Sommer 2017 bei Reece Oxford (21), davor sehr erfolgreich bei Andreas Christensen (24) und Thorgan Hazard (27).

Borussia Mönchengladbach: Der Kern des Kaders war nicht groß

„Wir wollen uns punktuell mit zwei Spielern verstärken“, hat Eberl gesagt. Die Schüsse müssen sitzen. Denn die Messlatte für die neue Saison setzt die vergangene. In der hat Borussia 42 Pflichtspiele im Großen und Ganzen mit 17, 18 Spielern bewältigt, der Rest kam kaum zum Einsatz. Im Oktober und im Juni gab es jeweils Phasen, in denen sich die Mannschaft aufgrund von Verletzungen beinahe von selbst aufstellte. Gladbach warfen die Ausfälle nie zurück, doch der körperliche Aufwand war immens.

Weniger sollen es in Roses erstem Champions-League-Jahr nicht werden – weder Spiele noch Spieler. Doch den „nächsten Schritt“ müssen die Fohlen diesmal ohne großen Anlauf machen.