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Gladbachs Nachwuchs-Problem Ein Super-Talent reicht nicht

Kevin Stöger, Haris Tabakovic, Nico Elvedi, Hugo Bolin, Wael Mohya jubeln.

Kevin Stöger, Haris Tabakovic, Nico Elvedi, Hugo Bolin, Wael Mohya jubeln.

Seit einiger Zeit dümpelt Borussia Mönchengladbach beim Kader-Durchschnittsalter nur im Liga-Mittelfeld herum. Ein Lichtblick in der vergangenen Saison war das Supertalent Wael Mohya, der ein starkes Zeichen für die Verjüngung setzte.

Doch es gibt noch viel zu tun. Heftiger Gegenwind für Eugen Polanski! Auf der Mitgliederversammlung Ende April bekam der Gladbach-Trainer die volle Breitseite der Fan-Wut zu spüren. Die Forderung war unmissverständlich: Mehr Chancen für die eigenen Talente! Auslöser für den Ärger war vor allem der Umgang mit Wael Mohya, der zuvor auf der Bank schmoren musste.

Polanski hält bei Mohya Wort

Polanski versuchte, die Wogen zu glätten und gab ein klares Bekenntnis ab: „Wael steht für die Gegenwart und die Zukunft bei Borussia. Diesen Jungen kann man nicht verhindern – niemand“. Und er ließ Taten folgen! Der damals 17-Jährige stand in den finalen zwei Heimpartien prompt in der Anfangsformation.

Mohyas Aufstieg ist die absolute Sensation der vergangenen Saison. Direkt nach dem Gewinn der deutschen U17-Meisterschaft katapultierte sich das Ausnahmetalent in den Profi-Kader. Seine ersten 15 Auftritte, bei denen er alle Jugend-Bestmarken in der Gladbacher Bundesliga-Historie pulverisierte, hatten auch einen positiven Effekt auf die Altersstruktur des Teams für 2025/26. Das berichtet „rp-online.de“.

Doch abseits des Shootingstars Mohya sieht die Altersbilanz eher mau aus. Gladbach bewegt sich da im grauen Mittelmaß. Laut „Transfermarkt“ landete die Borussia mit einem Kader-Durchschnittsalter von 26,1 Jahren in der abgelaufenen Spielzeit nur auf dem zehnten Rang im Ligavergleich. Das CIES Football Observatory kam bei der Analyse der eingesetzten Spieler sogar auf einen Wert von 26,5 Jahren, was Platz neun in der Bundesliga bedeutete.

Ein Muster, das sich wiederholt: Wie schon in den Jahren davor, ist der Verein im Liga-Ranking ziemlich unscheinbar, nachdem die Mannschaft zuvor immer älter wurde. Zahlreiche Stützen aus der glorreichen Zeit, als Gladbach 2020 zum dritten Mal die Champions League erreichte, hielten dem Verein die Treue. Doch weil das Geld knapp war, fand die dringend benötigte Verjüngungskur kaum statt.

Die Verantwortlichen bei Borussia haben das Problem erkannt: Man hatte den Anschluss bei der Entwicklung von Nachwuchsspielern verloren. Zwar gibt es auch positive Aspekte. Eine CIES-Analyse belegt, dass die Borussia bei den Spielminuten für U21-Talente seit 2021 mit 8,4 Prozent auf einem soliden sechsten Platz in der Bundesliga rangiert (die Studie lief bis zum 8. April dieses Jahres). Im europäischen Vergleich der Top-5-Ligen reicht das aber nur für Platz 25. An der Spitze in Deutschland thront Borussia Dortmund mit 11,7 Prozent. International ist der FC Nordsjaelland aus Dänemark mit unfassbaren 44,7 Prozent das Maß aller Dinge.

Hauptsächlich Defensivakteure waren es, die in Gladbach für diese Statistik sorgten. Unter Coach Adi Hütter bekam Eigengewächs Jordan Beyer seine Chance, genauso wie die damals 18 Jahre alten Außenverteidiger Joe Scally und Luca Netz. Gemeinsam mit Manu Koné formten sie die junge Fraktion in einer ansonsten sehr routinierten Mannschaft.

Der 2023 eingeleitete Umbruch hatte jedoch gemischte Resultate. Obwohl Coach Gerardo Seoane und Manager Roland Virkus den jungen Wilden viel Zuspruch gaben, zahlte es sich nicht immer aus. Fabio Chiarodia schaffte es bisher nicht, sich als stabiler Ersatz in der Abwehrmitte zu beweisen. Auf der rechten Seite stockt die Entwicklung von Scally schon länger, und auf links konnten sich Netz und Lukas Ullrich nicht gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln.

Dennoch zählen sie zu den Lichtblicken der letzten Saisons. Ganz anders sieht es bei den Offensiv-Talenten aus: Yvandro Borges Sanches, Grant-Leon Ranos und Shio Fukuda konnten sich bei den Fohlen nicht etablieren. Die Gemeinsamkeit fast aller genannten Spieler: Keiner von ihnen stammt aus der eigenen Jugend, sie wurden alle von anderen Vereinen geholt. Diese Tatsache, gepaart mit nur 18 eingesetzten U21-Akteuren seit 2021 (Platz elf in der Liga), legt das riesige Potenzial zur Verbesserung schonungslos offen.

Der raketenhafte Durchbruch von Mohya soll jetzt der Weckruf sein. Sportchef Rouven Schröder macht schon mal eine klare Ansage: „Es gibt nicht nur Wael Mohya, sondern auch Mathieu Nguefack, Iaia Manco Danfa, Edin Biber, Niko Horvat, Fritz Fleck, Dillon Berko – Spieler, die sich zeigen dürfen und zeigen können“. Man kann stark davon ausgehen, dass diese Talente im Sommertraining eine Chance bei der ersten Mannschaft erhalten werden.

Für die Borussia soll sich die Talentförderung doppelt auszahlen – sportlich und finanziell. Jordan Beyer spülte einst 15 Millionen Euro durch seinen Wechsel zum FC Burnley in die Kassen, Rocco Reitz brachte mit seinem Transfer zu RB Leipzig sogar 20 Millionen Euro ein. Wael Mohya wird schon jetzt auf einen Marktwert von 17 Millionen Euro geschätzt. In der anstehenden Spielzeit soll das Juwel für Gladbach brillieren und in seiner ersten vollen Saison als Profi ordentlich Einsatzzeit bekommen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.