Alexander Blessin ist als Gladbach-Trainer vorgestellt worden. Er kündigt an: „Ich will aus der scheiß Zeit eine gute Zeit machen.“
Kein „Feuerwehrmann“Blessin legt los – seine ersten Worte als Gladbach-Coach

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Alexander Blessin wurde am Mittwoch als neuer Gladbach-Trainer vorgestellt.
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Der neue Trainer Alexander Blessin will mit Borussia Mönchengladbach möglichst schnell raus aus dem Tabellenkeller. Seine Aufgabe ist aber langfristig ausgerichtet.
„Ich will aus der scheiß Zeit eine gute Zeit machen. Und ich sehe die Mannschaft so, dass man da mehr rauskitzeln kann. Sie hat das Potenzial“, sagte der 53-Jährige bei seiner Vorstellung am Mittwoch. Gleichzeitig sehe er aber auch „ein paar Probleme, die man nicht wegdiskutieren kann“.
Zahlreiche Trainerwechsel bei Gladbach
Die Borussia hat nach vier Spieltagen als Tabellenletzter noch keinen Punkt geholt und 16 Gegentore kassiert, dies ist der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte. „Die erste Aufgabe wird eine kurzfristige. Heißt: Wie können wir möglichst schnell einen Input haben und diese Scharte auswetzen? Und dann geht es um eine Entwicklung“, sagte der Nachfolger von Eugen Polanski.
Blessin ist seit dem Erreichen des Champions-League-Achtelfinals im März 2021 schon der sechste Cheftrainer in Gladbach nach Marco Rose, Adi Hütter, Daniel Farke, Gerardo Seoane und Polanski. Rouven Schröder betonte, „langfristig“ mit Blessin zu planen. „Es war nie ein Feuerwehrmann gesucht“, sagte der Sportchef. Blessin hat in Gladbach einen Vertrag bis 2028 unterschrieben.
Los geht es für den neuen Mann nach der Länderspielpause am 11. Oktober (15.30 Uhr/DAZN) mit dem Derby beim 1. FC Köln. „Die Bedeutung des Spiels ist mir klar. Ich freue mich wahnsinnig darauf“, so Blessin, der bis zum Abstieg 2026 zwei Jahre lang den FC St. Pauli trainiert hatte.
Seine vorerst wichtigste Aufgabe wird es sein, die Defensive der Borussia zu stabilisieren. 16 Gegentore in den ersten vier Bundesligapartien und damit vier Gegentreffer pro Partie ist die Bilanz eines Absteigers. Die Borussia brauche „Disziplin gegen den Ball, wo jeder mit muss“, sagte er. „Das ist für mich ein eisernes Gesetz.“ Dass Blessin eine schlagkräftige Verteidigung formen kann, zeigte er unter anderem bei seiner zuvor letzten Station in Hamburg.
Beim FC St. Pauli, den er nach dem Aufstieg und Abgang von Coach Fabian Hürzeler im Sommer 2024 übernommen hatte, schaffte er in der ersten Saison vor allem wegen einer starken Abwehr den Klassenerhalt. 2024/25 kassierte nur der FC Bayern München weniger Gegentore als St. Pauli. Die Bayern wurden Meister, St. Pauli landete als torungefährlichste Mannschaft auf Rang 14. Die schwache Offensive mit den wenigsten Treffern aller Erstligisten wurde den Kiezkickern in der vergangenen Saison beim Abstieg zum Verhängnis. Blessin musste gehen.
„Es geht um Zweikämpfe, es geht um Basics“, sagte Blessin nun bei seiner Vorstellung als Gladbach-Coach. Vor seinem Job beim FC St. Pauli hatte er auch schon CFC Genua in Italien und Ostende sowie Royale Union Saint-Gilloise in Belgien trainiert. Schritt für Schritt will er mit der Borussia gehen.
Zumal sich zuletzt auch zwischenmenschliche Probleme andeuteten. Beim 3:4 am Samstag gegen den FSV Mainz 05 stritten sich Kevin Diks und Shuto Machino um die Ausführung eines Elfmeters. Nach dem 3:4 gegen die SV Elversberg im Heimspiel davor sorgte Kapitän Tim Kleindienst mit harter öffentlicher Kritik an seinen Mitspielern für Irritationen.
Blessin betonte: „Wir müssen über den Teamgedanken kommen. Wenn wir da auf 100 Prozent kommen, können wir Spiele gewinnen.“ Man sei schließlich nicht der FC Bayern mit Einzelspielern auf Weltniveau.
Die lange Länderspielpause mit gleich zwei Wochenenden ohne Bundesliga ist für Blessin ein Vorteil – zumindest ein kleiner. Der gebürtige Schwabe hat nun mehr Zeit als sonst bei einem Trainerwechsel während der Saison, um Spieler, Mitarbeiter und das Umfeld in Gladbach kennenzulernen. Allerdings sind zahlreiche Stammspieler gar nicht da.
Gleich an diesem Donnerstag (18.30 Uhr) bestreitet Blessin das erste Testspiel mit seinem neuen Team. Die Borussia tritt bei den Sportfreunden Siegen an, für die ihr neuer Coach selbst mal gespielt hat. (sid/dpa)



