„Steht in den Sternen“ Bundestrainer Nagelsmann wegen Kleindienst in Sorge
Julian Nagelsmann hofft bei Tim Kleindienst auf ein baldiges Comeback.
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Drei Kurzeinsätze über jeweils wenige Minuten und zwei lange Verletzungspausen: Die bisherige Saison-Bilanz von Tim Kleindienst (30) klingt definitiv nicht nach dem Bewerbungsschreiben eines WM-Kandidaten.
Der Nationalstürmer plagte sich nach seiner herausragenden ersten Saison für Borussia Mönchengladbach erst mit einer Meniskusverletzung herum und wurde kurz nach dem Comeback von Knieproblemen ausgebremst. Noch immer ist unklar, ob und wie Gladbach im Saison-Endspurt auf seinen Torjäger der Vorsaison zählen kann.
Nicht nur Gladbach fiebert dem Kleindienst-Comeback entgegen
Vergangene Woche stellte Sport-Boss Rouven Schröder (50) die „Crunchtime“ im April und Mai als Zeitpunkt für die Rückkehr von Kleindienst in Aussicht, den laufenden Monat soll der Routinier noch nutzen, um sich bestmöglich in Form zu bringen.
Nach bald einem Jahr ohne längeren Einsatz auf dem Rasen ist allerdings ungewiss, ob Kleindienst dann direkt als Soforthilfe taugt – vor allem gemessen an allerhöchsten Ansprüchen. Darum sorgt sich auch Bundestrainer Julian Nagelsmann (38).
Gerade im Sturm fehlt es beim DFB an Auswahl auf höchstem Niveau. Kleindienst hatte mit vier Toren in seinen ersten sechs Länderspielen angedeutet, dass er eine dauerhafte Option an vorderster Front sein könnte. Durch die Verletzungen ist er nun allerdings seit einem Jahr ohne DFB-Einsatz.
In einem „Kicker“-Interview haderte Nagelsmann mit der Situation bei einer seiner heißesten Sturm-Aktien: „Kleindienst ist seit Langem verletzt. Bei ihm steht auch in den Sternen, wie er zurückkommt.“
Eine Nominierungs-Garantie kann der Bundestrainer dem Dauerpatienten logischerweise nicht geben, den Sturm nannte Nagelsmann „eine Baustelle, die wir schließen müssen“. Damit sich der WM-Traum von Spätstarter Kleindienst erfüllt, braucht es daher direkt Leistungsnachweise nach der Rückkehr im Gladbach-Trikot.
Zu Beginn des Jahres hatte sich Kleindienst noch kämpferisch gezeigt und erklärt: „Bei mir ist derzeit beides ein Thema – fit werden und die WM-Hoffnung.“ Sein Vorteil: Allzu groß ist die Konkurrenz im Sturmzentrum nicht.
Nagelsmann zeigte sich auch über die Situation bei Niclas Füllkrug (33) besorgt, der in Mailand nur Einwechselspieler ist und kaum trifft. Ein guter Eindruck im Bundesliga-Endspurt könnte dem Gladbach-Stürmer im Bestfall also schon reichen, um es zumindest in den vorläufigen Turnierkader zu schaffen und sich in der Vorbereitung zu beweisen.