Gladbachs Rekord-Sieg im Schnee Und andere legendäre Winter-Dramen
Schnee sorgt für denkwürdige Fußballmomente (Symbolbild).
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Die Bundesliga zittert vor dem Winter! Der 16. Spieltag steht auf der Kippe. Eine Begegnung ist schon den extremen Wetterbedingungen zum Opfer gefallen, und weitere Spiele könnten folgen. Doch Partien im dichten Schneetreiben haben in der Historie bereits für absolut denkwürdige Szenen gesorgt – teils mit dramatischen Konsequenzen, teils mit geschichtsträchtigen Ergebnissen. Miroslav Klose und die Fans aus Hannover wissen, wovon die Rede ist.
Die Partie zwischen St. Pauli und Leipzig am 10. Januar wurde wegen Sturmtief „Elli“ gestrichen, was am Freitag amtlich verkündet wurde. Bei Union Berlin mussten sogar die Anhänger selbst Hand anlegen, um die Arena für das Duell gegen den FSV Mainz 05 von den Schneemengen zu räumen. Die Vergangenheit der Liga beweist jedoch, dass Partien auch unter widrigsten Umständen stattfinden können – was zu unglaublichen Resultaten führte. So gelang Borussia Mönchengladbach am 7. Januar 1967 am weißen Bökelberg der zweithöchste Erfolg der Bundesliga-Geschichte mit einem sagenhaften 11:0 über den FC Schalke 04. Dagegen wurde der komplette 18. Spieltag der Spielzeit 1969/70, angesetzt für den 10. Januar, in den März verlegt. Das brachte Jürgen Schütz von Borussia Dortmund zu der Bemerkung: „Da redet man bei uns immer von Fortschritt. In Wirklichkeit befinden wir uns noch in der Steinzeit“. Das berichtet „Transfermarkt“.
Ein Match im DFB-Pokal 2005/06 provozierte mächtig Ärger. Werder Bremen trat am 25. Januar 2006 im Viertelfinale beim FC St. Pauli an, der damals in der dritten Liga spielte. Der Champions-League-Aspirant erlitt bei heftigem Schneefall am Millerntor eine überraschende 3:1-Niederlage. Akteure wie Fabian Boll und Timo Schultz brachten die Fans des Hamburger Vereins zum Toben.
Werder-Manager Klaus Allofs war nach Spielende stinksauer und monierte, dass die Begegnung gar nicht hätte stattfinden dürfen. Für Angreifer Miroslav Klose hatte die glatte Rutschpartie schlimme Folgen. Der Stürmer der Nationalmannschaft kam bei einem Angriff im Sechzehner zu Fall und erlitt eine üble Verletzung an der Schulter. Anfänglich bestanden sogar ernsthafte Zweifel an seinem Einsatz bei der Heim-WM 2006. Am Ende musste Klose bei Bremen aber nur fünf Partien aussetzen, sicherte sich die Torjägerkanone und brillierte später bei der Weltmeisterschaft.
Für Hannover 96 wurde es in der Spielzeit 2018/19 im Kampf gegen den Abstieg dramatisch. Gegen Bayer Leverkusen geriet 96 am 25. Spieltag durch einen frühen Doppelpack von Kevin Volland in Rückstand. Genki Haraguchi hatte in der 33. Minute den Torschrei schon auf den Lippen, als er das Leder auf das verlassene Gehäuse befördert hatte. Doch dann passierte das Unglaubliche: Nur wenige Zentimeter vor der Torlinie wurde der Ball von den Schneemassen gestoppt. Jonathan Tah konnte die Kugel ganz entspannt einsammeln. Zwar gelang Hannover noch der Ausgleich, aber am Schluss holte sich die Werkself dank eines Treffers von Kai Havertz mit 3:2 den Sieg.
Noch spektakulärer ging es eine Spielzeit davor in Köln zu. Der 1. FC Köln, damals siegloses Schlusslicht, traf am 10. Dezember 2017 auf den SC Freiburg. Zur Pause lag der FC dank Treffern von Lukas Klünter, Serhou Guirassy sowie einem Eigentor von Caleb Stanko schon mit 3:0 vorne und träumte vom ersten Dreier. Nach dem Seitenwechsel legte Freiburgs Nils Petersen jedoch los und überrannte die Kölner gemeinsam mit Janik Haberer. Petersen sicherte Freiburg mit zwei Strafstößen in der 90. Minute und der Nachspielzeit den 4:3-Erfolg. Eine kuriose Szene gab es bereits im ersten Durchgang, als Referee Robert Kampke vor dem Elfmeter von Guirassy den Punkt nicht ausmachen konnte und die Entfernung durch das Abzählen von elf Schritten festlegte. (red)
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