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Vom Müll zum Mythos Die unglaubliche Rettung des Gladbacher Torpfostens

Herbert Laumen, Rainer Bonhof, Kind und Pokal

Herbert Laumen, Rainer Bonhof, Kind und Pokal.

Eine der ikonischsten Szenen der Bundesliga-Historie: Am 3. April 1971 gibt im Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen der Torpfosten nach. Angreifer Herbert Laumen kracht ins Netz, das Tor bricht in sich zusammen. Diese verrückte Anekdote hätte jedoch eine völlig andere Wendung nehmen können, denn das legendäre Holzteil wäre um ein Haar auf dem Müllhaufen gelandet.

Der Protagonist dieser wahnsinnigen Rettung war der ewige Borussia-Masseur Charly Stock. Er traute seinen Ohren kaum, als Geschäftsführer Helmut Grashoff die Anweisung gab, das morsche Holz zu beseitigen. Nach all dem Trubel war Grashoff nachvollziehbarerweise einfach nur genervt. Stock jedoch besaß eine Ahnung für die historische Bedeutung, sammelte die zerborstenen Holzbalken ein und brachte sie mit zu sich nach Hause. Das berichtet „borussia.de“.

Die Verärgerung im Verein war riesig, denn der Zwischenfall zog bittere Folgen nach sich. Beim Spielstand von 1:1 kurz vor dem Abpfiff wäre ein Remis im Titelkampf ein gewaltiger Dämpfer gewesen. Die Gladbacher probierten, das Tor notdürftig wieder aufzubauen, wahrscheinlich in der Hoffnung auf eine Neuansetzung des Spiels. Der DFB sah das aber anders und sprach Bremen die Punkte zu, weil kein Ersatztor verfügbar war. Der hämische Kommentar vom Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichts lautete: „Ein Bundesligaklub ist eben kein Dorfverein“.

Also musste das demolierte Tor weg und führte dank Charly Stock über Jahrzehnte ein Dasein im Verborgenen. Zunächst wurde es in einem Raum von der Größe einer Garage aufbewahrt, danach im Merchandising-Depot an der Wehnerstraße. Nur für Jubiläen oder wenn Medienvertreter vor einem Match gegen Bremen eine packende Story benötigten, wurde das Beweisstück wieder hervorgekramt.

Seinen ganz großen Moment erlebte der Pfosten dann im Rahmen der Ausstellung zum 100. Vereinsjubiläum im Schloss Rheydt. Dort entwickelte er sich zum absoluten Publikumsmagneten und begeisterte die Besucher. Im Anschluss gelangte er in die Obhut von VfL-Archivar Elmar Kreuels, wurde in Seidenpapier eingeschlagen und unter der Kennziffer 264 im Inventar erfasst.

Heutzutage hat der legendäre Torpfosten einen Ehrenplatz in der FohlenWelt. Der gesamte „Tatort“ von damals wurde dort nachgebildet, komplett mit umgeknicktem Tor und Absperrband. Auf einem riesigen Monitor werden die damaligen Aufnahmen gezeigt und Zeitzeugen wie Herbert Laumen oder Platzwart Willi Evers kommen zu Wort. Die originalen Fragmente selbst sind in einer perfekt inszenierten Glasvitrine zu bewundern – direkt neben weiteren Ausstellungsstücken zu dem Mann, der den Pfostenbruch unvergesslich gemacht hat. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.