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Gladbach sagte er noch ab Zweitliga-Boss wechselt in die Bundesliga

Nils-Ole Book von der SV 07 Elversberg während eines Interviews.

Nils-Ole Book wechselt von der SV 07 Elversberg zu Borussia Dortmund.

Im Januar hat Nils-Ole Book sämtliche Grenzen des Denkbaren gesprengt. Der Sportvorstand der kleinen SV Elversberg investierte für den Wintereinkauf David Mokwa (TSG Hoffenheim) 1,5 Millionen Euro – fast das Vierfache dessen, was beim saarländischen Zweitligisten bis dato als Rekordtransfer der Vereinsgeschichte gelistet war.

Demnächst kann Book mit Summen hantieren, die beim 20- bis 30-fachen selbst dieses Betrages liegen: Der Architekt des wundersamen SVE-Aufstiegs aus der Regionalliga bis an die Türschwelle der Bundesliga wechselt zu Borussia Dortmund.

Book wurde auch in Gladbach als Virkus-Nachfolger gehandelt

Namen wie Nick Woltemade (Newcastle United), Fisnik Asllani (Hoffenheim) oder Paul Wanner (PSV Eindhoven) sind mit der SVE verbunden und damit auch fest mit Nils-Ole Book. Der nämlich gilt als exzellenter Talente-Angler, Younes Ebnoutalib beispielsweise entdeckte er in der sechsten Liga und verkaufte ihn nach einem Jahr für acht Millionen Euro an Eintracht Frankfurt weiter.

Der BVB, lange ein Durchlauferhitzer für die Superstars von morgen, soll das genau beobachtet haben. „Erfolgreiches Scouting“, sagt Book, „hat sehr viel mit Fleiß zu tun.“

Diesen Fleiß und das besondere Auge war auch Borussia Mönchengladbach nicht entgangen. Book wurde im Spätsommer 2025 auch als heißer Kandidat für die Nachfolge von Roland Virkus als Sport-Geschäftsführer bei den Fohlen gehandelt, sagte Gladbach jedoch ab und verlängerte seinen Vertrag in Elversberg.

Nach der Trennung von Sebastian Kehl hatten nun die Dortmunder eine Vakanz, die schnell behoben wurde. Auch Alexander Rosen (zuletzt Hoffenheim) wurde als Kandidat für den Posten des Sportdirektors genannt, Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) war übereinstimmenden Berichten zufolge keine heiße Spur. Die Wahl fiel auf Book, der einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben hat.

Der 40-Jährige, einst ein solider Mittelfeldspieler mit immerhin 97 Zweitliga-Einsätzen, der sogar mal dem BVB-Idol und Ex-Gladbacher Marco Reus bei LR Ahlen ein Tor auflegte, hat zuletzt schon skizziert, wie es für ihn bei einem Bundesliga-Giganten laufen könnte – nämlich deutlich komplizierter als bisher. „Je größer, je traditionsreicher der Verein ist, je mehr Leute Einfluss nehmen, desto schwieriger wird es natürlich, einen Kaderplan aus einem Guss zu machen“, sagte er der Zeitung Die Rheinpfalz.

In Elversberg, da sei doch vieles recht beschaulich. „Vielleicht haben wir hier eine Plattform, wo der Druck von außen noch etwas überschaubarer ist und nicht nach großen Namen gerufen wird“, betonte Book. „Wir können alle Dinge nach inhaltlichen Gesichtspunkten entscheiden.“

Das ändert beim BVB, der einen Umbruch vor sich hat, gewaltig. Die Borussia suchte einen Planer und Gestalter hierarchisch unterhalb von Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, einen, der quasi sofort Einfluss auf die kommende Saison nehmen kann: Erste Aufgabe wird die zähe Verhandlung über eine Vertragsverlängerung mit Nico Schlotterbeck. Den Abschied von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan hat der BVB bereits verkündet, die Verträge von Karim Adeyemi, Marcel Sabitzer und Ramy Bensebaini laufen – wie der von Schlotterbeck – 2027 aus.

Für Book, geboren im 45 km entfernten Beckum und damit im BVB-Einzugsbereich, ist es ein gewaltiger Sprung, aber andere, zumindest etwas kleinere, hat er zuletzt anscheinend abgelehnt. Sowohl bei Borussia Mönchengladbach als auch bei Schalke 04 soll er weit oben auf der Liste gestanden haben. Stattdessen verlängerte er im Oktober 2025 seinen Vertrag in Elversberg. (sid)