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Von Achim Müller Achim Müller

Höchste Alarmstufe wegen Corona-Krise Darum darf Gladbach auch zuversichtlich sein  

Präsident Rolf Königs ist die Galionsfigur im Borussia-Park. Mit seinem Präsidiums-Team hat der erfolgreiche Unternehmer dem VfL ein starkes wirtschaftliches Fundament geschaffen.

Präsident Rolf Königs ist die Galionsfigur im Borussia-Park. Mit seinem Präsidiums-Team hat der erfolgreiche Unternehmer dem VfL ein starkes wirtschaftliches Fundament geschaffen.

Mönchengladbach - Präsident Rolf Königs (78). Die Vizepräsidenten Siegfried Söllner (77) und Rainer Bonhof (67). Präsidiumsmitglied Hans Meyer (77). Geschäftsführer Stephan Schippers (52). Sportdirektor Max Eberl (46). Das sind die Namen der Entscheider und Macher bei Borussia Mönchengladbach, die in Zeiten der Coronavirus-Pandemie, so gut es geht, den VfL-Dampfer auf Kurs halten.

Sogar das Hotel hat geschlossen

Sechs Bosse, vereint in einer heiklen Mission: Den Bundesliga-Standort Mönchengladbach sichern. Durch das Ausbleiben von TV-Geldern, Zuschauereinnahmen, Sponsoren-Ausschüttungen, Einbußen im Merchandising oder im Catering wird derzeit ein stetig größer werdendes Loch in die Borussia-Kasse gerissen. Mit hohen Verlusten im zweistelligen Millionen-Bereich ist wohl zu rechnen. Sportsbar, XXL-Fanshop, die Fohlen-Welt, der Fohlen-Campus, das Vier-Sterne-Hotel – alle diese Einrichtungen sind bis auf Weiteres im Borussia-Park geschlossen.

Was auch bedeutet, dass keine lukrativen Firmentagungen und sonstige Veranstaltungen, die sich mittlerweile auf bis zu 1.000 im Jahr in den Businessbereichen der eigenen Arena summiert haben, durchgeführt werden können. Der Rubel rollt nicht mehr im Fohlenstall. Stillstand wegen des Corona-Ausnahmezustandes. Was dem Wirtschaftsunternehmen Borussia richtig wehtut.

Borussia soll die Krise überstehen

Noch sollen Jobs nicht auf der Kippe stehen. Profis und Bosse verzichten auf Teile ihrer Gehälter. Schippers, der Herr der Zahlen beim VfL, sagt: „Ziel ist es, dass Borussia Mönchengladbach diese Corona-Krise übersteht. Ziel ist es, dass wir dies schaffen, ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen. Dafür werden wir alle gemeinsam hart arbeiten müssen und wir können derzeit nicht ausschließen, dass dies auch Maßnahmen einschließen wird, wie sie in ganz Deutschland gerade von betroffenen Unternehmen ergriffen werden, zum Beispiel die Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Wir sind dabei, das zu prüfen.“

Ein kompletter Abbruch der Saison wegen der Coronavirus-Pandemie, sprich eine monatelange Spielpause, würde zahlreichen Klubs aus wirtschaftlicher Sicht die Insolvenz-Klinge an den Hals setzen. Bislang ist der Spielbetrieb bis Anfang April ausgesetzt. Schippers sagt: „Um den größtmöglichen wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden, gelten aktuell die Anstrengungen der Liga und aller Klubs dem Ziel, die laufende Saison zu Ende zu spielen, um uns TV-Einnahmen und Sponsorengelder zu sichern. Dies wird nur funktionieren, wenn es dazu ein allgemeines Bekenntnis und eine allgemeine Bereitschaft gibt. Die Bereitschaft, in dieser Lage auch ohne Zuschauer zu spielen, denn es ist nicht realistisch, darauf zu hoffen, dass in den nächsten Wochen Spiele mit Zuschauern möglich sind.“

Kurzum: Geisterspiele als Rettungsringe. Schippers sagt: „Wir alle sind derselben Meinung: Bundesliga-Fußball ohne Zuschauer ist nicht das, was wir uns wünschen. Aber für die nächsten Wochen und Monate müssen wir einsehen, dass nur eine Fortsetzung der Bundesligaspiele – ohne Zuschauer – das wirtschaftliche Überleben vieler Vereine ermöglichen dürfte.“

Mit den Sponsoren ist Borussia bemüht, kreative Lösungen für die kommenden Wochen und Monate in Zeiten der Pandemie zu finden. Schippers: „Wir werden versuchen, unseren Partnern Möglichkeiten zu eröffnen, Werbeleistungen, die ausgefallen sind oder vielleicht demnächst ausfallen, zu kompensieren. In der Hoffnung, auf diese Weise Rückforderungen zu vermeiden. Es gibt aber auch Sponsoren, die von sich aus Unterstützung in dieser Situation zusagen.“ 

Um sich an dieser Stelle bewusst aus dem US-Militär-Sprachgebrauch zu bedienen. Borussia ruft die DEFCON-Stufe 1 aus. Bedeutet: Der VfL befindet sich im maximalen Alarmzustand. Und es sind diese sechs Namen – Königs, Söllner, Bonhof, Meyer, Schippers, Eberl – die bei der Basis des Klubs in Zeiten der Vollkrise auch für eine gewisse Zuversicht, für ein „Gemeinsam schaffen wir das!“ stehen.

Warum? Nun, Gladbachs Macher haben der Borussia in den vergangenen 20 Jahren ein grundsolides wirtschaftliches Fundament gegossen. Der Klub hat keine Verbindlichkeiten im operativen Geschäft, hat keine Rechte verkauft, ist Großgrundbesitzer (20,9 Hektar), besitzt mehrere Immobilien (Stadion, Hotel, Internat, Jugend-Campus, Trainings-Gelände, etc.). Und: Der Klub hat seine laufenden Kredite (Neubau „8 Grad“, Arena) so aufgestellt, dass diese ihm jederzeit noch Luft zum Atmen lassen.

Folge: Borussias Eigenkapitalquote liegt nach GladbachLIVE-Recherchen bei 44,7 Prozent. Erwirtschaftet aus Eigenmitteln und ohne Investor. Das ist ein Top-Wert, den nur wenige weitere Bundesligisten aufweisen können. Was bedeutet das? Der VfL Borussia ist kreditwürdig, sprich ein eventuell erforderliches Krisen-Darlehen im Fall der Fälle von den Banken zu bekommen, sollte für den Verein möglich sein.

Allerdings: Borussia hat noch stille Reserven. Die stecken im Kader von Trainer Marco Rose (43). Rund 312 Millionen Euro sind die Profi-Spieler in Summe wert. Stars wie Denis Zakaria (23) oder Marcus Thuram (22) würden bei einem Verkauf jeweils um die 40 bis 50 Millionen Euro einbringen. Auch wenn die Coronavirus-Krise die Preise auf den internationalen Transfermärkten wohl vorerst sinken lassen.

Es darf auch Zuversicht herrschen

Bleibt abschließend festzuhalten: Gladbach stellt sich als kerngesunder Verein der Corona-Krise. Das ist das Werk der Entscheider und Macher um Königs, Söllner, Bonhof, Meyer, Schippers, Eberl. Und das darf die Mitarbeiter und Anhänger des VfL auch mit einer gewissen Portion Zuversicht in die kommenden Wochen und Monate blicken lassen.