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Von Achim Müller

Blitz-Tor-Rekord von Uwe Rahn als Mutmacher Borussias Mittelfeld-Juwel und der Traum von der Jogi-Premiere 

Eine neue Generation wächst beim DFB heran. Gladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus (r.) steht vor seinem A-Elf-Debüt unter Bundestrainer Joachim Löw.

Eine neue Generation wächst beim DFB heran. Gladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus (r.) steht vor seinem A-Elf-Debüt unter Bundestrainer Joachim Löw.

Mönchengladbach - Die Mission „Premiere bei Jogi“ tritt für Gladbachs Florian Neuhaus in die heiße Phase. Bis spätestens 12.30 Uhr soll der 23-Jährige am Montagmittag im noblen „Waldhotel“ (das Standard-Doppelzimmer ab 140 Euro pro Nacht) in Stuttgart eingecheckt haben.

Neuhaus checkt erstmals bei Jogi ein

So, wie die anderen Nationalspieler, die Bundestrainer Joachim Löw (60) für die kommenden Duelle der DFB-Elf in der UEFA Nations League nominiert hat. Für Debütant Neuhaus und die Team-Kollegen steht nach dem Empfang an der Rezeption im Rahmen des Hygienekonzeptes gleich ein Corona-Test auf dem Programm. Im Anschluss geht es auf die Zimmer – Einzelsuiten, versteht sich. Um 18 Uhr dann, sollte der Test bei Neuhaus negativ ausgefallen sein, steht er in der Stuttgarter ADM-Arena erstmals unter der Regie von Löw auf dem Fußballplatz.

„Ich lasse das alles mal auf mich zukommen und mache mich nicht verrückt“, sagt Neuhaus. Helfen vor allzu viel Lampenfieber dürfte ihm, dass mit Gladbachs Abwehrchef Matthias Ginter (26) ein weiteres Fohlen zum DFB-Aufgebot für die nahenden Duelle gegen Spanien (3.9.) und in der Schweiz (6.9.) zählt.

Ginter, der von den Fans zum Nationalspieler des Jahres 2019 gewählt worden war, darf guten Gewissens trotz seines noch jungen Alters bereits als Jogi-Routinier bezeichnet werden. Mit Ginter an seiner Seite dürfte sich Neuhaus, Spitzname „Flo“, im DFB-Tross etwas sicherer fühlen – wie das eben so ist, beim ersten Kontakt mit einer neuen Gruppe.

Neuhaus, ein gebürtiger Bayer aus Landsberg am Lech, darf allerdings auch so mit (sportlich) breiter Brust bei Jogi auftreten. In Gladbach hat er in der vergangenen Saison mit starken Leistungen den Champions-League-Weg für Borussia mitgeebnet. Bei der U21-EM 2019 in Italien und San Marino, als Deutschland sich im Finale knapp Spanien geschlagen geben musste, stach Neuhaus als einer der besten Akteure des Turniers heraus.

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ARD-TV-Experte Thomas Broich (39), der einst für Gladbach, Köln und Nürnberg spielte, adelte Neuhaus vor laufenden Kameras: „Er ist ein ganz feiner Fußballer. Er hat eine tolle Übersicht, ein gutes Gefühl für Zeit und Raum. Er kann den tödlichen Pass spielen und vor allem macht der das Spiel sehr, sehr schnell.“

Broich sagte weiter: „Er ist vielleicht körperlich nicht der schnellste, aber unfassbar gedankenschnell und geistesgegenwärtig. Er spielt viel mit ein, zwei Kontakten – ein toller Fußballer.“ Im Interview mit EXPRESS hatte Neuhaus noch vor einiger Zeit verraten, dass es sein großer Traum sei, einmal für Deutschlands A-Elf auflaufen zu dürfen.

Jogi könnte ihm diesen Debütanten-Traum in naher Zukunft erfüllen. Gegen Spanien, oder die Schweiz, die mit vier Gladbachern (Sommer, Elvedi, Embolo, Lang) im Aufgebot daherkommen wird.

Und auch Fußball-Deutschland darf mit einer gewissen Spannung dem möglichen Debüt eines Fohlen in der DFB-Elf entgegenblicken. Denn Akteure der Borussia vom Niederrhein haben als Debütanten immer wieder ihre Spuren in der Nationalelf hinterlassen. In den unterschiedlichsten Facetten.

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Wie ein gewisser Lothar Matthäus (59), der als 19-Jähriger bei der EM 1980 im Duell gegen den Erzrivalen Niederlande beim Stand von 3:0 sein Länderspiel-Debüt gab. Und als aufgedrehter „Ungestümus“ den schon sicher geglaubten Sieg noch in Gefahr brachte, weil er gleich einen Elfer verursachte. Deutschland wurde im weiteren Verlauf des Turniers Europameister.

Und der damalige Bundestrainer Jupp Derwall (2007 verstorben) sagte grinsend über Matthäus, der später Weltmeister, Weltfußballer und Rekordnationalspieler wurde: „Den habe ich bei der EM 1980 beim 3:0 gegen Holland mal eingewechselt. Und schwupps, nach drei Minuten hatte er den ersten Holländer umgelegt.“

Sicherlich wäre Neuhaus lieber, in ihm würde beim Jogi-Debüt nicht der unegstüme Jung-„Matthäus“ ausbrechen, sondern vielmehr der Uwe Rahn (58). Der frühere Gladbach-Star, Deutschlands Fußballer des Jahres 1987, erlebte ein DFB-Debüt, wie es atemberaubender kaum sein könnte. Rahn erzielte bei seinem ersten Länderspieleinsatz 1984 gegen Schweden (in Köln-Müngersdorf!) mit seinem ersten Ballkontakt, rund 19 Sekunden nach seiner Einwechslung, gleich seinen ersten Treffer für die DFB-Elf.

Uwe Rahn hält Blitz-Tor-Rekord

Bis dato ist dies das schnellste Tor eines Debütanten der deutschen Nationalmannschaft. Kaum auszudenken, Neuhaus wäre es als Debütant vergönnt, diesen Rekord zu knacken. Träumen sollte zumindest - auch in Zeiten von Corona - für einen jungen Profi bei der Jogi-Premiere noch erlaubt sein.