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Ex-Gladbacher mit WM-Debüt Tabakovic-Comeback endet mit Tränen

Sergej Barbarez weint.

Sergej Barbarez konnte nach dem WM-Aus seine Tränen nicht zurückhalten.

Haris Tabakovic hat im Sechzehntelfinale ein trauriges Comeback und WM-Debüt gefeiert. Der ehemalige Gladbacher, der sich im Saisonfinale verletzt hatte und in den drei Gruppenspielen von Bosnien & Herzegowina nicht zum Einsatz gekommen war,

Gegen Co-Gastgeber USA wurde der Mittelstürmer in der 75. Minute eingewechselt. Beim Stand von 0:1 und dank einer Roten Karte gegen Folarin Balogun (64.) wegen groben Foulspiels in Überzahl, blies Bosnien-Trainer Sergej Barbarez zur Schluss-Offensive.

US-Torschütze sieht Rot

Doch trotz Überzahl kamen die Bosnier nicht mehr zurück. Stattdessen machte Malik Tillman von Bayer Leverkusen mit einem Traum-Freistoß (82.) alles klar. 

Der stets gefährliche Balogun hatte kurz vor der Pause die erste echte Chance der Amerikaner zu seinem dritten Turniertor genutzt, außerdem die Latte getroffen (45.+8). Ein Treffer wurde ihm wegen Abseits aberkannt (31.). Nach einem unbeabsichtigten Tritt gegen Tarik Muharemovic stellte ihn Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien wegen groben Foulspiels allerdings vom Feld. Bosniens Edin Dzeko hatte zuvor verletzt das Feld verlassen (51.).

Auch ohne ihren Kapitän erhöhten die Bosnier nach dem Platzverweis zwangsläufig den Druck. Vor allem der eingewechselte „Milwaukee Messi“ Esmir Bajraktarevic, geboren im US-Bundesstaat Wisconsin, sorgte für Gefahr. Die Amerikaner aber wehrten sich engagiert, setzten immer wieder Nadelstiche - und machten durch Tillmans Freistoßtreffer alles klar.

Pochettino hatte vor dem Spiel erklärt, seine Mannschaft werde die Begegnung angehen wie „das Finale der WM, es geht um alles, es gibt keine zweite Chance.“ Das 2:3 zum Abschluss der Gruppenphase gegen die Türkei? „Ein bisschen belanglos.“ Und so trat seine Mannschaft selbstverständlich wieder in Bestbesetzung an - und sehr dominant auf.

Im Stadion der San Francisco 49ers war auch Christian Pulisic, der zuvor nur 77 Minuten bei dieser WM absolviert hatte, wieder von Beginn an dabei - und gleich permanenter Unruheherd. Die USA kontrollierten das Spiel, verschärften immer wieder das Tempo, zeigten guten Kombinationsfußball, bearbeiteten die Abwehr der Bosnier hartnäckig.

Mehr als der Abseitstreffer von Balogun sprang zunächst nicht heraus für die Amerikaner. Die Bosnier, im Dezember 2021 die letzte europäische Mannschaft, gegen die den USA ein Sieg gelungen war, traten defensiv diszipliniert auf - bis kurz vor der Pause: Eine verunglückte Grätsche von Stjepan Radeljic landete bei Balogun, der verwandelte eiskalt - und diesmal regulär. Kurz darauf traf der 24-Jährige noch die Latte.

Gelegenheiten für Bosnien? Es gab zunächst nur eine: Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart prüfte mit einem strammen Schuss Torhüter Matt Freese (10.). Die Bosnier hatten sich erst im letzten Playoff-Spiel gegen Italien (4:1 i.E.) für die WM qualifiziert, waren dann als Gruppendritter hinter der Schweiz und Kanada in die K.o.-Runde gerutscht.

Nach dem Aus flossen bei den Bosniern Tränen. Coach Barbarez weinte hemmungslos, auch bei Tabakovic gab es feuchte Augen. (are/sid)