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„Gibt natürlich Parallelen ...“ Gladbach-Ikone mit klarer Meinung zum deutschen Super-Joker

Oliver Neuville in schwarzer Jacke

Oliver Neuville hat eine klare Meinung zum DFB und Deniz Undav. 

Dieser Moment elektrisiert Fußball-Deutschland! Der Last-Minute-Treffer von Deniz Undav in der 94. Minute am Samstagabend gegen die Elfenbeinküste lässt sofort Gedanken an das Sommermärchen 2006 aufkommen.

Die Ähnlichkeiten sind wirklich krass: Die Nationalmannschaft begann damals wie jetzt mit einem Erfolg gegen einen Underdog (damals Costa Rica, heute Curacao). Danach folgte durch einen Sieg in letzter Sekunde eine gewaltige Euphoriewelle. Und zum Vorrunden-Finale geht es gegen Ecuador, welches man 2006 mit 3:0 schlagen konnte.

Oliver Neuville war Deutschlands Super-Joker beim Sommermärchen 2006

Aber die Vergleiche hören da nicht auf. Auch 2006 avancierte mit Oliver Neuville ein Joker zum Helden des Spiels. Eine vergleichbare Rolle wie Undav heute hatte der frühere Star von Borussia Mönchengladbach, der bei der WM 2006 in sämtlichen sieben Partien als Einwechselspieler zum Einsatz kam.

Neuville ist voll des Lobes für Undavs Fähigkeiten: „Wenn man sich die Statistik anschaut, hat er in den letzten zehn Spielen neun Tore gemacht.“ Es gäbe zwar zahlreiche gute Angreifer in Deutschland, aber „letztendlich sprechen die Tore für Undav“. Aus diesem Grund sei es absolut „normal, dass er jedes Spiel von Anfang an spielen will“. Das berichtet „ran“.

Dass Undav bei seinem Verein gesetzt ist, im DFB-Team aber nur die Joker-Rolle bekleidet, ist für viele kaum nachvollziehbar. Neuville hat dazu eine klare Meinung: „In Deutschland gibt es 82 Millionen Bundestrainer. Aber bis jetzt hat Julian Nagelsmann das gut gemacht mit Undav.“

Der Angreifer wird eingewechselt, erzielt Tore und legt ein Tor auf. „Wenn er von Anfang an gespielt hätte, weiß man nicht, ob ihm das genauso gelungen wäre“, merkt die Gladbach-Legende an. Er ist jedoch überzeugt: „Wenn er so weitermacht, wird er auch die Chance auf einen Startplatz bekommen.“

Bei Neuville persönlich rief das späte Siegtor gegen die Ivorer direkt Assoziationen mit seiner eigenen Heldentat 2006 gegen Polen hervor. „Es gibt natürlich einige Parallelen“, erklärt der heute 53-Jährige. „Wir haben damals das ganze Spiel dominiert, hätten vorher schon Tore machen müssen und haben ein bisschen Pech gehabt.“ Das Tor kurz vor Schluss sei deswegen eine „große Erleichterung“ gewesen. Es wird oft erzählt, dass dieser Treffer den Startschuss für das Sommermärchen gab und eine „unglaubliche Begeisterung“ auslöste. 

Neuville hat auch das laufende Turnier aufmerksam verfolgt. Die deutsche Auswahl hatte nach dem 0:1-Rückstand sichtlich Probleme, aber nach dem Ausgleichstreffer spürte man den absoluten Hunger auf den Sieg.

Am bedeutendsten war für ihn jedoch die Szene nach dem Treffer: „dass die ganze Bank zu Undav gelaufen ist nach dem Tor und sich alle gefreut haben. Man sieht, dass die Mannschaft intakt ist, egal wer spielt.“ So ein Augenblick kann einen gewaltigen Push auslösen, wie Neuville aus eigener Erfahrung berichtet.

Sein Resümee für die Weltmeisterschaft: Sofern die Truppe als Einheit funktioniert, „kann Deutschland bei der WM sehr weit kommen.“ (red)