Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Von Achim Müller, Judith Malter

Flutschfinger-Tor besiegelt Gladbach-Dreier Rose-Krise beendet – Fohlen stoppen auf Schalke den freien Fall 

Gladbachs Nationalspieler Florian Neuhaus (Mitte) im Zweikampf mit Schalkes Suat Serdar (l.) beim Bundesliga-Topspiel am 20. März 2021 in Gelsenkirchen.

Gladbachs Nationalspieler Florian Neuhaus (Mitte) im Zweikampf mit Schalkes Suat Serdar (l.) beim Bundesliga-Topspiel am 20. März 2021 in Gelsenkirchen.

Gelsenkirchen - Geht doch, Borussia! Gladbach stoppt den freien Fall, fährt im Bundesliga-Topspiel am Samstagabend (21. März 2021) bei Schlusslicht Schalke einen Auswärts-Dreier ein. 3:0 hieß es am Ende für die Elf vom Niederrhein, die zuvor sieben Pflichtspiele in Folge verloren hatte und neun Mal in Serie nicht gewinnen konnte.

  • Gladbach beendet mit Sieg auf Schalke eine Serie von zuvor sieben Pflichtspiel-Niederlagen
  • Diskussionen um Borussia-Trainer Marco Rose dürften mit diesem Erfolg vorerst beendet sein 
  • Stindl, Lainer und Elvedi treffen beim 3:0-Befreiungsschlag in Gelsenkirchen 

Während Schalke weiter Richtung Abstieg taumelt, dürften in Gladbach erst einmal die Stimmen wieder verklingen, die in den vergangenen Wochen vehement eine Ablösung von Trainer Marco Rose gefordert hatten. Borussia jubelt über den ersten Liga-Sieg seit dem 22. Januar (4:2 gegen Dortmund).

Gladbach siegt auf Schalke: Erster Liga-Dreier seit dem 22. Januar

Seit Rose am 15. Februar offiziell gemacht hatte, dass er zum 1. Juli zu Dortmund wechselt, hatte er mit zum Teil erheblichen Anfeindungen aus dem Gladbacher Fanlager leben müssen. Zudem blieb der sportliche Erfolg aus – bis nun auf Schalke, wo der VfL Borussia zurück in die Erfolgsspur finden konnte.

Nationalspieler Matthias Ginter sagte nach dem Spielende: „Das tut so gut. Dieser Sieg ist natürlich sehr wichtig. Uns haben die Erfolgserlebnisse gefehlt. Die vergangenen Wochen waren nicht einfach.“

Gladbachs Stefan Lainer sagte: „Endlich haben wir wieder ein positives Ergebnis und ein gutes Gefühl. Diesen Sieg nehmen wir gerne mit. Ich kann nicht erklären, warum wir so viele Spiele haben nicht gewinnen können. Kompliment an Max Eberl und den Verein, dass sie die Ruhe bewahrt haben, was den Trainer betrifft. Sie haben alles richtig gemacht.“

Trainer Marco Rose sagte: „Natürlich war das für uns alle nicht einfach. In so einer Situation tut ein Sieg gut. Es war auch nicht alles schlecht in den vergangenen Wochen. Wir wollten heute unbedingt den Sieg. Aus meiner Sicht ist er völlig verdient.“

Die Fohlen starteten so in die Partie, wie sie sich das vor dem Anpfiff erhofft hatten. Sie gingen früh in Führung. Kapitän Lars Stindl brachte Gladbach nach einer Viertelstunde aus dem Gewühl heraus mit einem satten Schuss unter die Latte mit 1:0 in Front.

Aber: Hätte das Tor zählen dürfen? Eingeleitet wurde der Fohlen-Treffer durch Thuram, der auf dem Flügel durchgebrochen war und scharf nach innen gepasst hatte. Der Ball soll ihm im Moment des Abspiels jedoch über die Torauslinie geflutscht sein. Es gab Schalker Proteste, Schiri Tobias Stieler beruhigte die Gemüter, der Videoassistent hatte die Szene sofort gecheckt. Und das Tor abgesegnet.

Sky-Experte Lothar Matthäus sagte in der Halbzeit: „Bei einer Aufnahme sieht es so, als sei der Ball im Aus gewesen, aber bei der Aufnahme von oben, und die ist entscheidend, sieht man, dass er nicht im vollen Umfang im Aus war. Deshalb regulärer Treffer.“

Allerdings: Gladbach verpasste es, die frühe Führung auszubauen. Plea hätte zum 2:0 erhöhen können. Thuram, der alleine vor S04-Schlussmann Rönnow auftauchte, dann machen müssen. Doch der Heber des Franzosen missglückte, klatschte nur ans Außennetz.

Kurz darauf hätte Neuhaus erhöhen können, der Nationalspieler traf aber ebenfalls nur das Außennetz.

Kurz vor dem Seitenwechsel dann kam auch mal Schalke. Calhanoglu wurde freigespielt, Sommer konnte dessen Schuss parieren. Pause.

Durchganz zwei kam Schalke merklich mutiger wirkend aus der Kabine, setzte mit einigen Angriffen Nadelstiche, ohne jedoch, dass es wirklich gefährlich im Gladbacher Strafraum wurde. Die Borussia brauchte fast 15 Minuten, um wieder in Erscheinung zu treten. Thuram bediente Plea, dessen Schuss lenkte Rönnow jedoch über die Torlatte.

Gladbach bliebt jetzt dran, machte wieder mehr Druck. Ecke Hofmann, im Schalker Fünfmeterraum konnte sich Lainer davonschleichen, Kofball am kurzen Pfosten, Tor, 2:0 für die Borussia.

Gladbach: Rönnows Flutschfinger-Einlage macht Sieg perfekt

Gladbach blieb jetzt dran. Neuhaus zog am Strafraum auf, starker Schuss des Mittelfeldspielers, doch Rönnow parierte das Ding doch.

Wieder die Borussia. Wuchtiger Kopfball von Elvedi, Rönnow kratzte das Ding aus dem Winkel, ließ den Ball dann aber aus den Händen flutschen, Tor, 3:0 Gladbach. Thuram hätte noch erhöhen können, doch Rönnow war zur Stelle. Die Nummer war durch. Stieler pfiff ab.

Während Schalke weiter Richtung Liga zwei stürzt, hat Gladbach den freien Fall vorerst stoppen können.