„Bleib ruhig“ Sogar Gladbach-Boss fällt auf Reitz-Schauspiel rein
Rocco Reitz, hier mit dem Schiedsrichter, verwirrte mit seinem Trick sogar seinen eigenen Chef.
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Aufatmen bei Borussia Mönchengladbach! Der Sieg gegen Union Berlin verschafft etwas Luft im Abstiegskampf.
Eugen Polanski wusste nach dem Heim-Erfolg, bei wem er sich zu bedanken hatte. „Der Kevin pinkelt Eiswürfel“, sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach über seinen so coolen Matchwinner Kevin Diks, der beim Stand von 0:0 gegen Union Berlin tief in der Nachspielzeit Nervenstärke bewiesen hatte.
Reitz „verärgert“ über Gladbach-Fans: „Das geht natürlich gar nicht“
So wie immer. „Wenn es einen Elfmeter gibt, dann nimmt Kevin den Ball und schießt ihn rein“, sagte Polanski.
Der späte Siegtreffer des Innenverteidigers zum 1:0-Erfolg ließ die Borussia und damit auch den Trainer im Abstiegskampf nach zuvor sieben Spielen ohne Sieg kräftig durchatmen.
Kurios: Dem Strafstoß war eine kleine Schauspieleinlage vorausgegangen, als zunächst Kapitän Rocco Reitz mit dem Ball in der Hand am Punkt stand. Alles nur Show, wie Reitz später gestand, er habe den Fokus von Diks „ablenken“ wollen.
Eine Taktik, die nicht jeder im Stadion verstand – nicht einmal Rouven Schröder. Er habe sich arg gewundert, gab der Sportchef zu. Erst später habe Reitz ihm zugeraunt: „Bleib ruhig, ich schieße doch gar nicht.“
Das war angesichts der Gladbacher Elfmeterschwäche wohl auch besser so: Für die Borussia war es der siebte Strafstoß der Saison – Diks hat viermal verwandelt, die übrigen drei (zweimal Haris Tabakovic und Kevin Stöger) wurden vergeben.
Kein Wunder, dass Jubel aufbrandete, als sich doch Diks den Ball schnappte. „Das geht natürlich gar nicht“, sagte Reitz später mit einem Augenzwinkern über die Reaktion der Fans.
Ein Remis wäre auch angesichts der punktenden Konkurrenz ein weiterer Rückschlag für die Borussia gewesen, zumal nun die Reise zu den Bayern ansteht. Er sei „froh, mal wieder darüber zu reden, wie froh ich bin“, sagte Polanski: „Wir haben sehr lange das Brett bohren müssen. Am Ende haben wir es zum Glück durchgebohrt bekommen.“ (are/sid)