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Von Marcel Schwamborn (msw) , Antje Rehse (are)

„Wer soll denn beurteilen?“ Gladbach-Krise: Lienen hat diesen Rat für Borussia

Ewald Lienen mit Brille. Er lächelt in die Kamera.

Ewald Lienen hat sich zu seinem Ex-Verein geäußert.

Warum ist Borussia Mönchengladbach ins Niemandsland der Bundesliga abgestürzt? Eine Vereinslegende bezieht Stellung.

Als Spieler hat Ewald Lienen mit Borussia Mönchengladbach große Erfolge gefeiert. Von 1977 bis 1981 und von 1983 bis 1987 trug er das Trikot der Fohlenelf, holte mit Gladbach den Titel im Uefa-Pokal.

Lienen zwischen Lob und Kritik: „Einer der modernsten Klubs in Europa“

Das Geschehen bei seinem Ex-Verein verfolgt Lienen bis heute. Natürlich war er im vergangenen Sommer auch zu Gast bei der Jubiläumsfeier zum 125. Geburtstag des Klubs. 

Sportlich steckt Gladbach aktuell in der Krise. Doch Lienen zeigte sich im Interview mit GladbachLIVE dennoch angetan von den Entwicklungen im Verein – auch wenn diese aus seiner Sicht zulasten des kurzfristigen Erfolgs gingen.

„Borussia hat viel Zeit, Energie und Geld in die Infrastruktur des Klubs investiert, was sehr viel Kräfte auf allen Ebenen gebunden und der unmittelbaren Weiterentwicklung der Mannschaft gefehlt hat“, erklärte Lienen. „Vor ein paar Monaten war ich zu Gast bei der 125-Jahrfeier. Es ist unglaublich, was die Handelnden in den letzten Jahrzehnten geleistet haben. Borussia Mönchengladbach ist mittlerweile einer der modernsten Klubs in Europa.“

Doch auf Führungsebene sieht Lienen bei Borussia noch personellen Verbesserungbedarf. Rainer Bonhof sei „die ideale Besetzung für den Posten des Präsidenten. Sein Charakter, seine Authentizität und seine Menschlichkeit strahlen in alle Bereiche des Klubs“, erklärte Lienen zwar.

Aber: „In unseren Vereinen sitzen viele Leute in den Gremien, die zwar Fußballfans und Experten in bestimmten wichtigen Teilbereichen sind, nicht jedoch in der täglichen Arbeit mit einer Mannschaft und deren Zusammensetzung. Das ist auch nicht schlimm. Trotzdem brauchen Vereine wie auch die Borussia meines Erachtens im Aufsichtsrat und im Vorstand mehr Mitglieder mit Fußball-Expertise.“

Als positives Beispiel hebt er den früheren Torwart Uwe Kamps hervor, der im vergangenen Jahr in den Vorstand berufen wurde. „Er ist ein sehr guter und erfahrener Mann. Der ein oder andere Ex-Spieler, der auch eine Ausbildung zum Fußballtrainer absolviert hat, der den Fußball und den Verein liebt, könnte hilfreich sein“, so Lienen.

Der Ex-Profi und spätere Trainer forderte: „Solche Leute brauchen wir in den Vereinsgremien aller Klubs. Wer soll denn beurteilen und entscheiden, ob ein potenzieller Spieler, Trainer oder Sportdirektor dem Verein und der Mannschaft weiterhelfen können?“