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Von Hannah Gobrecht

Mit Herzen überschüttet Doch wann ist Gladbachs „Mams“ wirklich bereit für mehr?

Mamadou Doucouré konnte im Trainingslager komplett durchtrainieren.

Mamadou Doucouré konnte im Trainingslager komplett durchtrainieren.

Mönchengladbach - Wohl keinem Borussen sind Erfolgserlebnisse so zu gönnen wie Mamadou Doucouré (21). Seit dreieinhalb Jahren kämpft der Franzose – immer wieder zurückgeworfen von Muskelverletzungen –um sein erstes Pflichtspiel für die Profis.

Im Testspiel gegen den MSV Duisburg (1:3) erzielte Doucouré einen Treffer (hier lesen Sie mehr). Bei aller Euphorie sind beim Innenverteidiger jedoch vor allem zwei Dinge angesagt: Geduld und Realismus. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis Doucouré die Borussen-Abwehr ansatzweise verstärken kann.

Marco Rose: „Jeder hat sich riesig gefreut“

Für Doucouré war es am Samstag ein Moment, den er im Trikot von Borussia Mönchengladbach bislang noch nicht erlebt hatte. Er durfte sich von seinen Mannschaftskollegen als Torschütze feiern lassen. Chefcoach Marco Rose (43) sagte: „Wir wollten ihm das Gefühl geben, dass er dabei ist, dass er dran ist. Alle haben gesehen, dass er ein richtig guter Junge ist. Er hat getroffen. Jeder hat sich riesig gefreut.“

Denis Zakaria (23) gratulierte ihm auf Instagram mit drei Herzen, von Breel Embolo (22) gab es sogar vier. Und auch Kapitän Lars Stindl (31) feierte Gladbachs großen Pechvogel als Torschützen.

Erstmals seit drei Monaten durfte Doucouré wieder spielen, wenn auch nur in einem Testspiel. Sechsmal war er in der U23 in der Regionalliga West von August bis Oktober 2019 zum Zug gekommen. Die Belastung wurde von Spiel zu Spiel gesteigert. 74 Minuten dauerte sein längster Einsatz, ehe ihn eine Muskelverhärtung für den Rest des Jahres ausbremste.

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Die positive Nachricht: Es war nichts Strukturelles kaputt, kein Muskel in Mitleidenschaft gezogen, doch Doucourés Körper zeigte eben erneut eine Reaktion auf die ungewohnte Belastung. Erst kurz vor Weihnachten konnte er wieder weite Teile des Mannschaftstrainings absolvieren.

Im Trainingslager in Jerez de la Frontera wurde Doucouré in keinem der Testspiele eingesetzt, da er nach GladbachLIVE-Infos durchgehend der vollen Trainingsintensität und -belastung ausgesetzt werden sollte. Das funktionierte. Manager Max Eberl (46) sagte noch in Spanien: „Jetzt wird er auch langsam beginnen, für sich seinen Platz zu beanspruchen.“

Medizinische Abteilung rät bei Mamadou Doucouré zu Vorsicht

Doch wann wird Doucouré eine echte Alternative bei den VfL-Profis sein? Rund um den Borussia-Park ist die Leidensgeschichte des hochtalentierten Youngsters eines der sensibelsten Themen. Die medizinische Abteilung hat während der Trainingseinheiten stets ein genaues Auge auf ihn, rät Rose zu äußerster Vorsicht im Umgang mit Doucouré. Der Trainer sagte nach dem Duisburg-Test: „Eine richtige Kaderalternative ist er, wenn er irgendwann mal 90 Minuten bei der U23 oder in einem Testspiel gespielt hat. Dann ist er spielfähig.“

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Heißt auch: Trotz aller Abwehr-Sorgen kann Rose nicht mit Doucouré als Jantschke-, Elvedi-Ersatz oder Bensebaini-Ersatz gegen Mainz planen (alle drei Verteidiger sind momentan verletzt oder angeschlagen). Dass Doucouré für seine lange Leidenszeit womöglich in der Rückrunde mit einem Kurzeinsatz belohnt wird, wollte Rose nicht ausschließen.

Mamadou Doucouré nach seinem Tor gegen den MSV Duisburg.

Mamadou Doucouré nach seinem Tor gegen den MSV Duisburg.

Gegen Duisburg war für Doucouré Mitte der ersten Hälfte wie geplant Schluss. „Wenn er hier 20, 25 Minuten spielen kann, kann er sicherlich auch mal ein paar Minuten in unserem großen Stadion vor unseren tollen Fans spielen“, so Rose.

Mamadou Doucouré macht weiteren kleinen Schritt

Rose bleibt Realist, möchte Doucouré keine riesigen Erwartungen aufbürden. „Wenn wir bei einem Testspiel mit der medizinischen Abteilung um 20 Minuten kämpfen, dann weiß man ungefähr, um was es grundsätzlich geht“, sagte er.

Das bedeutet: Borussias Ärzteteam möchte bei Doucouré noch kein finales grünes Licht geben. Denn auf jeden noch so kleinen Rückschlag würde ein neuer Reha-Prozess folgen. Und das Risiko soll minimiert werden.

Dennoch: Auch wenn der Weg bis in die Bundesliga noch weit ist, war das Testspiel für Doucouré ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Das zeigt allein die Freude der Kollegen über sein Tor.

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