Bei Borussia Mönchengladbach strömen die Fans nicht wie gewohnt ins Stadion. Ist das nur eine Momentaufnahme – oder ein Trend?
Gladbachs Fan-FrustLeere Ränge im Borussia-Park – ein Trend oder nur eine Momentaufnahme?

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Gegen Hoffenheim war noch reichlich Platz im Borussia-Park.
Nach dem 1:2 gegen Hoffenheim am Sonntagabend ist in Mönchengladbach eine Debatte über die Stimmung im Borussia-Park entbrannt. Auslöser war ein Post von Sky-Reporter Marlon Irlbacher, der bei einem Schwenk über leere Ränge süffisant schrieb, Platz 18 scheine „den ein oder anderen an einem Sonntag abzuschrecken“. Er könne das bei einem Traditionsverein nicht ganz nachvollziehen.
Von einem leeren Stadion kann dabei allerdings keine Rede sein. Und doch steckt eine Wahrheit hinter den Aussagen. Laut „Bild“ kamen gegen Hoffenheim lediglich rund 43.700 Zuschauer in den Borussia-Park. Gladbachs Zuschauerschnitt der Saison 2026/27 liegt laut fussballdaten.de bei 48.490 und damit liegen die Fohlen nur auf Platz 7 der Liga.
Fast 5000 Fans weniger im Schnitt als 2025/26
Der Ligaschnitt beträgt 42.734 Zuschauer. Gleichzeitig ist die Auslastung im Borussia-Park mit 88,3 Prozent die niedrigste aller 18 Bundesligisten. Der Ligadurchschnitt liegt bei 97,8 Prozent. Ein deutlicher Unterschied.
Denn in der Vor-Saison sah das noch ganz anders aus, eine Saison zuvor stellte der Klub sogar einen Rekord auf. Da erreichte Gladbach einen Schnitt von 53.078. Auch damals lockten die Auftritte der Fohlenelf die treuen Fans nicht unbedingt in den Borussia-Park.
Dass der Schnitt nicht sogar noch höher ausfiel, lag in einigen Partien auch daran, dass das Gästekontingent von den jeweiligen Vereinen nicht vollständig abgerufen wurde und dadurch in diesem Bereich Plätze unbesetzt blieben.
Die Reaktionen in der aktuellen Debatte gingen schnell in unterschiedliche Richtungen. Ein X-User hielt dagegen, Mönchengladbach habe rund 260.000 Einwohner, und etwa die Hälfte der Stadionbesucher komme aus 150 Kilometern oder mehr Entfernung. Dazu kämen Sonntagabend, schlechtes Wetter, schwacher Fußball und ein wenig attraktiver Gegner. Das sei ein „logisches Phänomen“.
Die Diskussion drehte sich auch schnell um den Vergleich mit anderen Klubs. Ein Nutzer verwies darauf, dass Gelsenkirchen ähnlich viele Einwohner habe und dennoch Fans aus über 300 Kilometern Entfernung anziehe. Ein anderer fand, dass die Einwohnerzahl als Erklärung nicht ständig herangezogen werden könne.
Besonders weit ging ein anderer X-User. Er bezeichnete Irlbachers Beitrag als „exzellenten Ragebait“, halte den Inhalt aber für unfair gegenüber Gladbach. Seine These: Die Fanszene des Vereins sei die mit Abstand älteste in den ersten beiden Ligen. Die heutigen Fans seien alt, und die Anhänger, die in den starken Siebzigerjahren zum Verein kamen, würden bald wegfallen.
Deshalb gehe man am Sonntagabend nicht gegen Hoffenheim ins Stadion, wenn der eigene Verein auf Platz 18 stehe. Er verwies außerdem auf eine Bachelorarbeit aus dem Jahr 2015, in der er einen starken Fanrückgang bei Gladbach nach 2030 nachgewiesen haben will. Die Arbeit ist online aber nicht einsehbar. Demnach ist die These auch nicht zu verifizieren.

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Für das Pokalspiel gegen den KSC gibt es noch zahlreiche Tickets.
Zweifelsfrei verfügt Gladbach bundesweit über zahlreiche Fans. Ebenfalls sicher ist, dass viele Fans in den erfolgreichen 70ern Gladbach-Fans wurden. Bereits in der kommenden Woche steht unter der Woche das DFB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten Karlsruher SC für Gladbach auf dem Programm.
Ein Blick in den Ticketshop verrät: Auch für dieses Spiel sind noch Tausende Karten in fast allen Blöcken zu kaufen. Allerdings bleibt auch noch eine Woche Zeit.
