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Von Achim Müller, Anton Kostudis (kos)

Pulverfass Gladbach Nach Borussias Derby-Schande: Polizei stoppt möglichen Kabinen-Sturm

Ausnahmezustand im Borussia-Park! Gladbacher Ultras sind nach der Derby-Schmach gegen den 1. FC Köln am Samstagabend (16. April 2022) vor dem Kabinen-Eingang der Profis im Borussia-Park aufmarschiert. Die Polizei greift ein. Die Ultras sind schwarz gekleidet

Ausnahmezustand im Borussia-Park! Gladbacher Ultras sind nach der Derby-Schmach gegen den 1. FC Köln am Samstagabend (16. April 2022) vor dem Kabinen-Eingang der Profis im Borussia-Park aufmarschiert. Die Polizei greift ein.

Mega-Frust in Gladbach: Nach dem Derby-GAU gegen den Erzrivalen 1. FC Köln am Samstagabend (16. April 2022) war der Großteil des Borussia-Anhangs vor Wut auf der Palme. Die Geißböcke hatten die Fohlen mit 3:1 vorgeführt. Beim harten Kern der Borussia-Fans knallten anschließend offenkundig die Sicherungen durch.

So heulten kurz nach Spielende plötzlich die Sirenen rund um den Borussia-Park auf. Zahlreiche Gladbach-Fans hatten sich im Bereich der Geschäftsstelle versammelt – dort waren auch die Mannschaftsbusse der beiden Teams geparkt. Zudem befindet sich dort der Eingang zu den Kabinen.

Gladbacher Derby-Frust: Ultras marschieren vor Spieler-Eingang auf

Sofort beorderte die Polizei zahlreiche Einsatzkräfte an den Ort des Geschehens. TV-Bilder zeigten ein massives Aufgebot an Mannschaftswagen und Beamten. Berittene Polizei griff ein.

Gladbacher Fans versammeln sich nach Spielende im Bereich westlich des Borussia-Parks.

Gladbacher Fans versammelten sich nach Spielende am Samstagabend (16. April 2022) im Bereich westlich des Borussia-Parks. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Aber auch unmittelbar vor dem Spieler-Eingang war eine Gruppe von Chaoten aufmarschiert. Offenbar wartete sie dort auf die Borussia-Profis, um sie zur Rede zu stellen. Die Polizei teilte zunächst mit, dass die Lage „statisch“ sei.

Nach GladbachLIVE-Informationen hatten die Ultras Absperrungen durchbrochen und sich unerlaubt am Kabinenzugang versammelt. Die Frage bleibt, wie das bei einem Hochsicherheitsspiel möglich gewesen ist, dass sie so tief in einen abgeriegelten Bereich vordringen konnten.

Einsatzkräfte der Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes konnten eine Eskalation der Situation jedoch verhindern.

Nach ersten Informationen unserer Redaktion soll es allerdings leichtere Verletzte gegeben haben, die Ermittlungen laufen noch.

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Ausnahmezustand im Borussia-Park!

Unmittelbar nach Spielende hatte die Gladbacher Nordkuve den Borussia-Profis schon die Verabschiedung verweigert. Es gab, nicht zu überhören, „Hütter raus!“-Rufe von den Fans.

Gladbach-Trainer Adi Hütter (r.) und bediente Gesichter auf der Borussia-Bank während der Derby-Niederlage gegen den 1. FC Köln am 16. April 2022 im Borussia-Park. Hütter schaut Richtung Boden.

Gladbach-Trainer Adi Hütter (r.) und bediente Gesichter auf der Borussia-Bank während der Derby-Niederlage gegen den 1. FC Köln am 16. April 2022 im Borussia-Park.

Derweil sangen die fast 8.000 Kölner Fans höhnisch: „Adi Hütter, du bist der beste Mann.“

GladbachLIVE fragte nach Spielende den Gladbach-Trainer, wie er die Sprechchöre gegen ihn und auch den Aufmarsch der Ultras vor der Spielerkabine wahrgenommen habe.

Hütter antwortete: „Ich kann auch verstehen, dass die Fans ihren Unmut äußern. Wenn sie so eine Leistung in so einem wichtigen Spiel sehen. Gewisse Dinge muss man sich dann auch als Trainer gefallen lassen. Ich habe es nicht gehört, aber ich kann mir das schon vorstellen. Und wenn da draußen welche vor der Kabine stehen, dann muss auch auch das verstehen. Von meiner Seite gibt es eine Entschuldigung, dass wir nicht eine Leistung gezeigt haben, wie es sich gehört in so einem wichtigen Derby. In so einem wichtigen Spiel für den Verein und die Fans. Es ärgert mich immens, dass wir einfach so enttäuscht haben.“

Pulverfass Gladbach!

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Gute Nachricht: Die Ordnungskräfte hatten die Situation letztendlich wieder beruhigen können. Ein Sprecher: „Die Lage war relativ schnell unter Kontrolle. Die Kolleginnen und Kollegen konnten die Gruppe etwas abdrängen, es kam nicht zur Eskalation.“

Auch, weil Spieler wie Tony Jantschke, Yann Sommer oder Lars Stindl sich zu einer Aussprache gestellt hatten. Geschäftsführer Stephan Schippers, Sportdirektor Roland Virkus und Co-Trainer Frank Geideck kamen auch hinzu.

Der Mannschaftsbus des 1. FC Köln wurde leicht von den Chaoten beschädigt. Es konnte aber Schlimmeres verhindert werden.

Dafür dürfte, auf emotionaler Ebene, jede Menge Porzellan zwischen Team, Trainer und Teilen des Borussen-Anhangs durch die jüngste Derbyschande endgültig zu Bruch gegangen sein.