Gladbach-Profis ordnen Derby ein „Wäre mir lieber gewesen, ich hätte kein Tor geschossen“
Philipp Sander, Kevin Diks und Yannik Engelhardt. Sie mussten mit einem Punkt leben.
Copyright: IMAGO / fohlenfoto
Ein Derby, das alles hatte! Bei Borussia Mönchengladbach überwiegt nach dem dramatischen 3:3 gegen den 1. FC Köln ein Mix aus Frustration und dem Annehmen des Punktes.
Die Stimmung ist zwiegespalten, schließlich schien der zweite Derby-Erfolg in dieser Spielzeit bis kurz vor dem Abpfiff zum Greifen nah.
Jens Castrop: „Schönstes Tor meiner Karriere“
Philipp Sander fasste es treffend zusammen: „Wenn du bis kurz vor Schluss noch 3:2 führst, willst du das Ergebnis natürlich auch irgendwie über die Zeit bringen.“ Ein Gegentreffer nach einer Standardsituation kurz vor dem Ende durchkreuzte jedoch die Pläne der Fohlenelf. Coach Eugen Polanski beurteilte die Situation nüchtern: Der Ausgleich zum 3:3 durch Eric Martel nach einer Ecke sei kaum zu verhindern gewesen und letztlich hätte einfach „das nötige Quäntchen Glück“ gefehlt.
Die Anfangsphase des Spiels war der absolute Wahnsinn! Gladbach erzielte bereits nach 30 Sekunden den Führungstreffer durch den Ex-Kölner Jens Castrop, erlebte dann aber einen doppelten Rückschlag. Die Abwehr wirkte bei den zwei raschen Gegentreffern durch Said El Mala (4.) und Ragnar Ache (7.) alles andere als sicher.
Polanski übte Kritik: „Die beiden Gegentore im Anschluss hätten wir deutlich besser verteidigen können und müssen.“
Das Team ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Es war Sander, der mit seinem Tor zum 2:2-Pausenstand die Partie wieder ausglich. Er gab zu, „ein bisschen spekuliert“ zu haben und war froh, dass die Kugel ihm ein zweites Mal vor die Füße sprang. Obwohl er über seinen Treffer glücklich war, machte er deutlich: „Im Endeffekt wäre es mir lieber gewesen, ich hätte kein Tor geschossen und wir hätten dafür gewonnen.“
Zum Helden des Spiels avancierte jedoch ohne Frage Castrop. Sein sensationeller zweiter Treffer sorgte für die zwischenzeitliche 3:2-Führung der Borussia. Der Schütze des Tores gestand: „Ich war selbst ein bisschen überrascht, dass er so reinfliegt.“ Es war für ihn ein außergewöhnlicher Augenblick: „Es war definitiv das bisher schönste Tor in meiner Karriere.“ Ein Treffer, der ihm nach eigenen Angaben normalerweise nur im Training gelingt. Auch Trainer Polanski fand lobende Worte und sprach von einer „super Aktion“ sowie einem „Traumtor“.
Letztendlich bleibt ein Zähler, der im Kampf um den Klassenerhalt extrem wertvoll werden kann. Haris Tabakovic äußerte: „Wir hätten heute schon lieber den Sieg mitgenommen.“ Sportchef Rouven Schröder stufte das Resultat als ein „leistungsgerechtes Unentschieden“ ein. Er hob hervor: „Jeder Punkt zählt im Abstiegskampf.“ Durch das Unentschieden konnte der Abstand auf Köln in der Tabelle gewahrt werden.
Schröder hatte zudem ein besonderes Lob für die Fans übrig, die mit nach Köln gereist waren. Er war begeistert von der lautstarken und positiven Atmosphäre: „Unsere Fans waren heute gigantisch.“ Die Konzentration gilt jetzt aber dem kommenden, „ganz schweren Heimspiel gegen Heidenheim“. Dann will das Team, angetrieben von den eigenen Fans, die drei Zähler im Borussia-Park sichern. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.