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Von Piet van Riesenbeck

Borussias Nummer zwei auf Anhieb verlässlich „Niederrhein-Neuer” glänzt als Sommer-Ersatz

Borussias Torwart Tobias Sippel (r.) eilt gegen Herthas Javairo Dilrosun (l.) aus dem Tor.

Borussias Ersatz-Keeper Tobias Sippel (r.) macht gegen Herthas Javairo Dilrosuin (l.) den Neuer und klärt weit vor dem eigenen Tor.

Mönchengladbach - Borussia hat sich gegen Hertha BSC zum nächsten Heim-Unentschieden (1:1) rotiert. Sechs neue in der Startformation – man merkte es den Gladbachern an, dass nicht die Top-Elf auf dem Platz stand.

Sippel überzeugt gegen Hertha als Sommer-Ersatz

An einem Neuen lag es allerdings auf keinen Fall, dass die Fohlenelf nach der Achtelfinale-Eu(ro)phorie zu Hause wieder nicht gewinnen konnte: Ersatz-Keeper Tobias Sippel (32) überzeugte zwischen den Pfosten und zeigte eine bärenstarke Performance (GladbachLIVE-Note: 2).

Gladbachs Nummer zwei rutschte aufgrund einer Adduktoren-Verletzung von Yann Sommer (31) in die Startelf. Gegen Hertha war Sippel, der in  Liga eins erstmals seit Februar 2018 wieder randurfte, gleich mehrfach verlässlich zur Stelle und verhinderte eine Niederlage.

Nach seinen pulstreibenden Ausflügen aus dem Kasten gegen durfte sich der Ex-Lauterer sogar Vergleiche mit National-Keeper Manuel Neuer (34) gefallen lassen. In der 43. Spielminute klärte Sippel rund 30 Meter vor dem eigenen Tor gegen Herthas Krzysztof Piatek (25). In Halbzeit zwei ähnlich spektakulär gegen Javairo Dilrosun (22).

„Ich habe mit Manu mal in der U-Nationalmannschaft gespielt“, sagte der Torwart, auf den Bayern-Star angesprochen. „Ich finde es gut, wie er spielt. Es ist immer so ein gewisses Spiel mit dem Risiko, aber ich denke, wenn man in den zwei Situationen einmal wegbleibt, dann läuft er vielleicht allein aufs Tor. Da ist die Chance größer, dass er ein Tor erzielt.“

Sippel bei Herthas Führungstor machtlos

Beim Gegentreffer durch Matteo Guendouzi (21) war Sippel dagegen machtlos. Der Franzose kam nach einem Ballverlust von Denis Zakaria (23) völlig frei zum Schuss und traf das Leder perfekt.

Als Borussia danach mehr ins Risiko ging und in der Defensive Lücken offenbarte, war die Aushilfskraft da und hielt seinem Team so den Punkt. Gegen Dodi Lukebakio (23) zeigte Sippel eine Glanz-Parade.

Dennoch hat der 44-fache Bundesliga-Schlussmann kein Problem mit seiner Stellung am Niederrhein. „Ich kenne meine Rolle hier im Verein“, sagte Sippel nach Abpfiff. „Klar, ist es nicht immer schön, nur auf der Bank zu sitzen und zuzugucken. Aber für die Rolle habe ich mich vor zwei, drei Jahren entschlossen und deswegen geht das für mich auch in Ordnung.“

Sommer: 90 Spiele für Borussia in Serie

Klar: Sobald Sommer wieder fit ist, gebührt ihm der Platz zwischen den Pfosten. So wie in den vergangenen 90 Bundesliga-Partien der Fohlen zuvor.

Für den Schweizer endete gegen Hertha eine beeindruckende Serie. Lediglich im Pokal gegen FC Oberneuland hatte Marco Rose (44) seiner Nummer eins geschont. Sommer ist bei Borussia unangefochten – daran gibt es keinen Zweifel.

„Yann ist ein guter Keeper“, befand auch dessen Stellvertreter, der sich nach dem Spiel keinerlei Illusionen hingab. „Trotzdem war es was Schönes, mal wieder hier im Borussia-Park zu spielen. Ich bin froh, dass ich zeigen konnte, dass ich auch da bin, wenn ich gebraucht werde.“

Das vierte Gladbacher Heim-Remis machte deutlich: Mit dem zweiten Anzug hat es Borussia in der Liga schwer. Auf einen Tobi Sippel zwischen den Pfosten ist auf jeden Fall Verlass.