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Von Achim Müller, Hannah Gobrecht

„Das ist schwer in Ordnung“ Tor-Held Thuram sendet besondere Botschaft 

Marcus Thuram macht nach seinem Treffer zum 2:0 einen Kniefall. Ein spezielles Statement in Sachen Rassismus und Gewalt und eine Reaktion auf die aktuellen Unruhen in den USA.

Marcus Thuram macht nach seinem Treffer zum 2:0 einen Kniefall. Ein spezielles Statement in Sachen Rassismus und Gewalt und eine Reaktion auf die aktuellen Unruhen in den USA.

Mönchengladbach - Marcus Thuram schwieg nach seiner Doppelpack-Gala gegen Union Berlin zunächst. Beim 4:1-Heimtriumph der Fohlen hatte er zwei Mal geknipst. Nach seinem ersten Treffer, kurz vor der Halbzeit, verzichtete der 22-jährige Franzose auf großen Jubel. Vielmehr demonstrierte der Angreifer einen Kniefall.

Stilles Statement gegen Rassimus

Die Botschaft kam an: Thuram hatte ein Statement gegen Rassismus und Gewalt hingelegt. Eine Geste, die an den verstorbenen Afro-Amerikaner George Floyd erinnern sollte. Dieser war jüngst bei einer brutalen Verhaftung durch weiße Polizeikräfte in Minneapolis ums Leben gekommen, was zu großen Unruhen und gewaltsamen Ausschreitungen in den USA geführt hat.

Thurams Geste, linkes Knie auf dem Boden samt gesenktem Haupt, ist unter anderem auch aus den US-Arenen bekannt. Prominente Sportler in Amerika haben mit dieser Pose auf großer Bühne so wiederholt gegen Rassimus und Gewalt protestiert und ein Zeichen gesetzt. Thurams Trainer Marco Rose (46), machte nach dem Spiel gegen Union Berlin deutlich, wie er die Botschaft seines Matchwinners aufgenommen hatte.

Marco Rose unterstützt seinen Star

Rose: „Ich habe den Jubel zunächst nicht wahrgenommen, bin aber darauf angesprochen worden. Wenn ich sage, dass man politische Botschaften im Sport nicht sehen möchte – ich kann nichts dagegen sagen, wenn man sich gegen Rassismus und Gewalt wehrt. Da stehe ich dazu und stehe hinter meinem Jungen. Alles andere müssen andere bewerten. Wenn man sich so öffentlich gegen Rassismus stellt, dann ist das schwer in Ordnung.“ 

Zur Leistung seines Top-Stürmers Thuram, der in drei der jüngsten vier Gladbacher Liga-Duelle traf und vier der letzten sieben Tore der Fohlen erzielte, sagte Rose: „Ich traue ihm sehr viel zu, weil er großes Potenzial hat. Er ist hier gut angekommen. Das ist ein sehr sympathischer Junge, sehr positiv, er hat sich toll eingelebt. Wir sehen immer seine Qualität.“

Allerdings betonte Rose auch: „Trotzdem sehe ich auch noch Luft nach oben bei Marcus, ich sehe noch Entwicklungspotenzial. Daran werden wir arbeiten. Er will ja ein europäischer Top-Stürmer werden. Wir wollen uns als Mannschaft ja auch weiterentwickeln.“

Vater Lilian Thuram setzt sich ein

Thuram macht bei Gladbach von sich reden. Als Torgarant – und als Mann, für die besonderen Gesten zu Themen wie Rassismus und Gewalt. Bereits sein Vater, Lilian Thuram (48), Frankreichs Welt- und Europameister, ein ehemaliger Weltklasse-Spieler, hat sich während und nach seiner Karriere immer wieder gegen Rassimus und soziale Ungleichheit eingesetzt.