Gladbach im Krisen-Modus Was wird aus Polanski? Es geht auch um Schröder!
Angeschlagen: Gladbach-Trainer Eugen Polanski.
Copyright: IMAGO / Eibner
Die Atmosphäre bei Borussia Mönchengladbach ist katastrophal. Die Fohlenelf rangiert nach 28 Partien mit nur 30 Zählern auf dem 13. Rang und steckt tief im Überlebenskampf der Liga.
Nun brechen wegweisende Wochen an, die nicht nur für den Verein, sondern vor allem für Trainer Eugen Polanski entscheidend sind. Seine berufliche Zukunft im Verein ist ungewiss, und eine Entscheidung hierzu wird spätestens im Mai getroffen. Sportchef Rouven Schröder hat hier das Sagen – und muss sich an seiner Wahl messen lassen.
Die Kritik an Polanski nimmt zu
Immer lauter werden die kritischen Stimmen gegenüber Polanski, befeuert durch ernüchternde Resultate wie das kürzliche 2:2 gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Aber es sind nicht nur die Ergebnisse, die Sorgen bereiten: Eine fußballerische Verbesserung ist so gut wie nicht zu sehen. Dem Team des 40-Jährigen fehlt es sowohl an einer soliden Abwehr als auch an Esprit und unvorhersehbaren Aktionen im Spiel nach vorne. Neun Begegnungen ohne Gegentreffer stehen neun Partien gegenüber, bei denen die Fohlen mindestens dreimal hinter sich greifen mussten. Das berichtet „rp-online.de“.
Im Angriff besteht eine riskante Abhängigkeit von Haris Tabakovic und seinen elf Saisontoren. Ein bezeichnender Fakt, der die mangelnde Torgefahr des übrigen Kaders verdeutlicht: Mit vier Toren ist ausgerechnet Innenverteidiger Kevin Diks der zweiterfolgreichste Schütze. Manche dieser Schwierigkeiten sind allerdings nicht erst unter Polanski aufgetaucht. Die Mannschaft wirkt schon seit Jahren oft teilnahmslos und lässt echte Führungsspieler vermissen. Jens Castrop brachte die Einstellung in wichtigen Partien passend auf den Punkt, als er sie als „halbherzig“ bezeichnete.
Polanskis Punkteausbeute von 1,16 pro Partie ist ebenfalls ein Warnzeichen, da sie sich kaum von der seines Vorgängers Gerardo Seoane (1,13) unterscheidet. Der Bonus, den Polanski als Mann aus dem eigenen Verein bei den Anhängern hatte, ist wohl aufgebraucht.
Nach dem Spiel gegen Heidenheim erntete das Team laute Pfiffe im Borussia-Park. Polanskis anfängliches Unverständnis dafür in einem Sky-Interview sorgte für zusätzlichen Ärger. Später korrigierte er sich und meinte, die Enttäuschung der Fans zu verstehen – eine verbale Kehrtwende, die aufmerksam zur Kenntnis genommen wurde.
Ungeachtet der angespannten Situation betonen Schröder und Polanski, dass der Trainer die Mannschaft auf dem 16. Tabellenplatz mit nur einem Punkt übernommen hat. „Ganz am Anfang hätten wir uns diese Situation gewünscht, dass wir alles in der eigenen Hand haben“, sagt Polanski. Schröder ergänzt: „Wir wissen, dass wir bis zum Schluss strampeln müssen.“
Die bevorstehenden Duelle gegen Teams wie RB Leipzig und Mainz 05 werden richtungsweisend sein. Obwohl Polanskis Vertrag bis 2028 läuft, ist sein Job selbst bei erfolgreichem Klassenerhalt nicht gesichert.
Für Sportchef Rouven Schröder ist die Trainerfrage eine Entscheidung mit gewaltiger Tragweite. Er hatte Polanski im November aus voller Überzeugung zum Chefcoach befördert und muss jetzt abwägen, ob dieses Vertrauen auch über die aktuelle Spielzeit hinaus trägt.
Ein erneuter Wechsel auf der Trainerbank – es wäre der sechste seit 2019 – würde den Spielern ein weiteres Mal ein Alibi liefern. Schröder beteuert, dass intern Klartext gesprochen wird, doch die Entscheidung über die Zukunft von Polanski wird auch seine eigene Rolle stark beeinflussen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.