Kein Team langt öfter hin oder sammelt mehr Verwarnungen als die Fohlen! Der Grund?
Neuer Trend bei BorussiaGladbach wollte ekliger werden – aber nicht so

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Ein häufiges Bild in dieser Saison: Ein Gladbach-Profi, hier Kevin Diks, sieht Gelb.
Rote Laterne in der Tabelle – aber in einer Statistik liegt Borussia Mönchengladbach ganz vorne.
Kein einziger Bundesliga-Konkurrent beging bisher mehr Fouls oder handelte sich häufiger den gelben Karton ein als die Elf vom Niederrhein. Trainer Alexander Blessin ist davon alles andere als begeistert.
Gladbach wollte ekliger werden – aber nicht so
Wie extrem schmal der Grat jüngst war, verdeutlicht die Auswärtspartie beim VfB Stuttgart. Während zahlreichen Gladbach-Profis im Schwabenland allmählich die Puste ausging, gab Florian Neuhaus seiner Bank Entwarnung: Er könne bis zum Abpfiff weitermachen.
Ein heißer Ritt! Schließlich war der 29-jährige Mittelfeld-Akteur unmittelbar vor dem Pausenpfiff verwarnt worden. Ebenso wie Zento Uno, sein Partner im defensiven Zentrum. Letztlich ging alles gut: Ohne Dezimierung brachte die Fohlenelf die verbleibenden Minuten über die Bühne und tüte den allerersten Dreier dieser Spielzeit ein. In der Fairplay-Tabelle liegt Gladbach auch nach diesem Befreiungsschlag auf dem unrühmlichen ersten Platz.
Am Niederrhein kennt man derartige Statistik-Werte überhaupt nicht. Das berichtet „rp-online.de“. Über die letzten Jahre hinweg war der VfL in solchen Auflistungen niemals auf den vorderen Rängen anzutreffen – meistens landete man vielmehr am komplett gegenteiligen Ende der Tabelle. Eine ruppige Klopper-Mannschaft? Während der glanzvollen Dekade von 2011 bis 2020 verkörperte das Team das exakte Gegenteil! Damals besaß der Kader ein derart hohes spielerisches Niveau sowie eine glänzend funktionierende Abwehr-Organisation, sodass Fouls kaum nötig waren – was automatisch zu deutlich geringeren Karten-Zahlen führte.
Mittlerweile herrschen auf dem Rasen allerdings völlig andere Gesetze. Das Tempo, die Physis sowie die generelle Wucht nehmen permanent zu. Durch kompromissloses Anlaufen und direkte Mann-gegen-Mann-Duelle entstehen unweigerlich haufenweise direkte Konfrontationen. Genau hierbei hinterließen die Borussen in der jüngeren Vergangenheit oft einen viel zu zahmen Eindruck. Aus diesem Grund gab die Vereinsführung vor der Saison eine klare Marschroute aus: ekliger auftreten und deutlich mehr Härte zeigen.
Dass man nun die Liga-Rankings bei den geahndeten Vergehen sowie den Verwarnungen anführt, ist daher die logische Konsequenz. Während sämtlicher sieben absolvierter Ligaduelle langte Borussia stets öfter hin als die jeweilige gegnerische Mannschaft. Sieht man einmal vom ersten Auftritt bei RB Leipzig ab, bei dem die Unparteiischen noch keinen einzigen VfL-Akteur verwarnten, holten sich in jedem anderen Match stets wenigstens drei Fohlen-Profis eine Gelbe Karte ab.
Geholfen hat die aggressivere Herangehensweise bislang nicht, trotz des Siegs in Stuttgart steht Gladbach weiterhin am Tabellenende. Zudem hat das Team die schlechtesten Zweikampfwerte der Liga, gewann nur 46 Prozent der direkten Duelle. Die Erkenntnis: Die Gladbacher kommen zu häufig schlicht und einfach zu spät.
Trainer Blessin wünscht sich weniger Fouls. „Wenn wir über Pressing spielen, bricht durch Fouls immer das Pressing ab. Generell wollen wir versuchen, so lange wie möglich oben zu bleiben, wenig Foul zu spielen und die Zweikämpfe sauber zu führen“, erklärte er. (red)

