Fast ohne gelernte Innenverteidiger und in Unterzahl nach Sander-Platzverweis: Borussias Behelfs-Defensive hielt gegen den KSC stand.
Notfall-Abwehr hält dichtVier Außenverteidiger retten Gladbach gegen den KSC

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Hier muss Yukhym Konoplia seinen Gegenspieler zwar ziehen lassen, insgesamt hielt die Not-Offensive aber stand.
Im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC musste Borussia Mönchengladbach in der Defensive improvisieren. Am Schluss feierte die Elf vom Niederrhein ein souveränes 2:0 und holte sich das Ticket für die Runde der letzten Sechzehn.
Ein entscheidender Mann dabei war Yukhym Konoplia. Während sein neues Team in der Bundesliga einen Horror-Start hinlegte, kann sich der Ukrainer persönlich sich über eine bislang perfekte Ausbeute freuen.
Not-Defensive lässt auch in Unterzahl nichts anbrennen
Beim Pokal-Auftritt am Dienstagabend gegen den KSC gab er sein Startelf-Debüt. Dabei absolvierte der Neuzugang die komplette Spielzeit über 90 Minuten. Bereits am vergangenen Freitag packte Konoplia während seiner Liga-Taufe kräftig mit an und half nach seiner Einwechslung dabei, den 3:2-Sieg beim VfB Stuttgart abzusichern.
Allerdings begann seine Zeit bei den Fohlen denkbar unglücklich. Direkt zum Auftakt der Vorbereitung im Sommer verletzte sich der Neuzugang unmittelbar nach dem Transfer schwer: Ein Innenbandsriss im Knie bremste ihn aus. Nun ist er wieder fit und darf endlich ran. Trainer Alexander Blessin attestierte dem Schienenspieler im Anschluss an das Duell mit den Badenern einen ordentlichen Auftritt. Das berichtet rp-online.de. Trotzdem bewertete der Coach die Darbietung sehr genau: „Es gibt Verbesserungspotenzial. Bei der Abstimmung im Herausstechen nach vorne hatte er noch Probleme, dort kann er mehr Input geben. Aber er hat einige sehr gute Zweikämpfe geführt.“
Fest steht: Der 27 Jahre alte Defensivmann, der während der Sommerpause aus Donezk zu den Fohlen stieß, besitzt noch deutliche Reserven. Dennoch lieferte er gute Gründe für weitere Einsätze. Bei der sehenswerten Kombination vor Robin Hacks Führungstreffer zum 1:0 mischte Konoplia aktiv mit. Zudem arbeitete er in der Rückwärtsbewegung äußerst wachsam. Bei einer der ganz raren brenzligen Hereingaben der Gäste attackierte er Angreifer Louey Ben Farhat vom KSC extrem kompromisslos. Das Resultat: Der Stürmer kam überhaupt nicht mehr kontrolliert zum Schuss.
Vor der Pokal-Partie hatte Blessin bereits Wechsel in Aussicht gestellt, weshalb vor allem Joe Scally vor einer Auszeit zu stehen schien. Letztlich lief es aber völlig anders ab. Weil Daiki Hashioka ein paar Wehwehchen plagten, verzichtete der Verein sicherheitshalber komplett auf ihn. Folglich schob man den US-Profi kurzerhand auf die halbrechte Position der Dreierkette im Abwehrzentrum. Normalerweise plant Blessin mit dem 23-Jährigen eindeutig auf der Außenbahn. Völliges Neuland bedeutet dieser Posten für Scally allerdings auch nicht.
In der Innenverteidigung herrscht momentan akuter Spielermangel. Während der Partie gegen die Badener spitzte sich diese Misere noch weiter zu. Wegen einer Notbremse sah Philipp Sander nach 37 Minuten glatt Rot. Zwar kehrte Ko Itakura nach überstandener Verletzungspause wieder ins Aufgebot zurück. Mehr als eine Halbzeit traute man dem Japaner körperlich aber offenbar noch nicht zu.
Darum war der Cheftrainer zum Improvisieren gezwungen. In der Halbzeitpause antwortete er auf den Platzverweis und schickte Lukas Ullrich aufs Feld. Im Gegenzug wechselte David Herold nach innen, wo er fortan den linken Part im Zentrum bekleidete. Gleichzeitig übernahm Fabio Chiarodia die mittlere Position der Kette. Dadurch entstand ein völlig neu zusammengewürfelter Fünferriegel – bestückt mit vier nominellen Außenverteidigern! Diese mutige Maßnahme entpuppte sich jedoch als absoluter Volltreffer. Zwar kontrollierte der KSC nach dem Seitenwechsel weite Teile der Begegnung, agierte vor dem gegnerischen Kasten aber völlig zahnlos. Gladbachs Behelfs-Bollwerk hielt absolut dicht.
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Sportchef Rouven Schröder dementsprechend hochzufrieden. „In der zweiten Halbzeit haben wir fast keine Chance zugelassen. Wir haben es bis zum Schluss diszipliniert durchgezogen“, freute sich der Manager. Selbst der prekären Personalsituation gewann der Boss noch eine gute Seite ab: „Das Gute an den Ausfällen ist, dass die Jungs sich beweisen konnten und dass die, die jetzt zurückkommen, sich wieder reinarbeiten müssen.“ (red)

