„Da muss von mir mehr kommen“ Wie Neuhaus das Comeback schaffte und wo es noch hakt
Florian Neuhaus, hier mit Doppel-Torschütze Haris Tabakovic nach dem 4:0-Sieg gegen Augsburg, hat über sein Comeback bei den Profis und die Zeit bei der U23 gesprochen.
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Florian Neuhaus ist der Gewinner unter Eugen Polanski. Nachdem er unter dessen Vorgänger Eugen Seoane nicht wie gewünscht zum Zug kam und im Sommer wegen des berüchtigten Mallorca-Videos in die U23 versetzt wurde, ist er derzeit bei den Profis von Borussia Mönchengladbach nicht mehr wegzudenken.
Der Mittelfeldspieler bekommt unter dem zum Cheftrainer aufgestiegenen ehemaligen U23-Coach im Spiel viele Freiheiten, nutzt diese auch aus.
Neuhaus über Zeit bei U23: „Okay, jetzt bin ich mal ganz unten“
„Meine Rolle war tatsächlich relativ flexibel angelegt in den vergangenen Wochen. Generell habe ich das Spiel gerne vor mir“, sagte Neuhaus in einem Interview mit dem „Kicker“. „Wenn ich am Spielaufbau beteiligt bin und dann Kollegen vor mir habe, die ich bedienen kann. Offen zum Spiel stehen und in die Schnittstellen rein- oder die Linien überspielen. Das ist mein Ding, mein Spiel.“
Dass es mit Neuhaus und Borussia nach seiner Strafversetzung nochmal so gut passen würde, war im Sommer nicht abzusehen. Neuhaus allerdings betonte nun, dass er immer positiv geblieben sei. „Als es hieß, dass ich zur U23 gehe, bedeutete das für mich sofort: Ich will mich bei der U23 einbringen, um Dinge kümmern, Organisatorisches zum Beispiel. Ich war auch schnell in der WhatsApp-Gruppe dabei. Ich habe die Situation angenommen und mein Ding durchgezogen“, erklärt er.
Er habe die Strafe als Chance gesehen, so Neuhaus: „Ich wusste: Okay, jetzt bin ich mal ganz unten. Wie man mich so einschätzt von außen. Aber das bedeutete für mich eben auch die Chance, das Ganze wieder umzudrehen und Stärke daraus zu ziehen.“
Ein Wechsel, stellte er klar, sei für ihn auch in dieser Phase nie ein Thema gewesen. „Ich habe den langfristigen Vertrag bei Borussia ganz bewusst unterschrieben, weil ich mich in diesem Klub wohlfühle und die Fahrt zum Training jeden Tag genieße. Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich meine Stärken irgendwann auch wieder am Wochenende auf dem Platz zeigen darf“, erklärte Neuhaus.
Unter Polanski darf er das. Der Mittelfeldspieler ist grundsätzlich zufrieden, sieht aber in einem Bereich noch große Verbesserungsmöglichkeiten. „Entwicklungspotenzial besteht gewiss noch in Sachen eigene Torgefahr“, gab Neuhaus zu. Bislang hat er in dieser Saison in 13 Pflichtspieleinsätzen noch nicht getroffen. Das soll sich ändern.
Konkret arbeite er daran, „dass ich es noch besser hinbekomme, im Rücken des Gegners, wenn er mich nicht auf dem Schirm hat, mit in den Sechzehner zu gehen, selbst torgefährlich zu werden – und letztendlich meine Tore zu machen. Da muss von mir mehr kommen. Das war nicht gut und ist ein Ziel für 2026“, so Neuhaus.