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Johnson verlässt Borussia Der „Strukturspieler“ sagt goodbye

23. September 2015: Fabian Johnson schießt das erste Tor für Borussia Mönchengladbach nach dem Rücktritt von Lucien Favre.

23. September 2015: Fabian Johnson schießt das erste Tor für Borussia Mönchengladbach nach dem Rücktritt von Lucien Favre.

Mönchengladbach - Fabian Johnson (32) kam im Sommer 2014, nachdem er als Rechtsverteidiger bei der WM für die USA brilliert hatte. Borussia hatte den ablösefreien Deal bereits Monate vorher eingetütet, sonst hätten sich womöglich ganz andere Kaliber brennend für den Allrounder aus Hoffenheim interessiert.

Fabian Johnson: Vertrag läuft am Saisonende aus

Aktuell steht er bei 140 Pflichtspielen für die Fohlen, seit dem Restart fehlt er verletzt. Und spätestens, seit Max Eberl (46) verkündet hat, dass sich die Wege am Saisonende trennen werden, ist ungewiss, ob Johnson überhaupt noch einmal für Gladbach auflaufen wird.

Es begann einst mit einem Missverständnis, das sich ein halbes Jahr hielt, bevor es geklärt wurde. Dass die sechs Jahre, die Johnson in Kürze bei Borussia vollenden wird, trotzdem nicht als Missverständnis in die Geschichte eingehen, sagt viel aus über die Qualitäten des US-Amerikaners.

Favre setzt sich durch gegen Johnson

Dass Lucien Favre (62) trotz der starken WM-Auftritte auf der rechten Seite im Kopf hatte, Johnson fühle sich im linken Mittelfeld am wohlsten, mag überraschen. Der ehemalige Erfolgscoach der Fohlen sollte jedoch Recht behalten, auch wenn Johnson noch in der Winterpause – nach eher dürftigen ersten sechs Monaten in Gladbach – beteuerte, er spiele am liebsten hinten rechts.

Im ersten Spiel der Rückrunde fand sich Johnson schlussendlich in Favres Erfolgs-4-4-2 auf dem linken Flügel wieder. Es sollte die Position werden, auf der der gebürtige Münchner, ausgebildet beim TSV 1860, das komplette Jahr 2015 über für Furore sorgen würde. Von Johnsons ersten 27 Startelfeinsätzen für Borussia – erst unter Favre, dann unter André Schubert (48) – endete nur einer mit einer Niederlage.

Max Eberl sprach vom „Strukturspieler“ Fabian Johnson

Er erreichte erstmals die Champions League mit Borussia, erzielte das erste Tor der Post-Favre-Ära, traf gegen Juventus Turin und Gianluigi Buffon (42) in der Champions League, schoss die Bayern in der Bundesliga ab. „Strukturspieler“ wurde Johnson von Max Eberl (46) getauft und ohne große Erklärung ließ sich für jeden erahnen, was der Manager meinte: Johnson gab dem Spiel der Fohlen Halt, ohne dass es dauernd ins Auge fiel. Und er tat es auf beinahe jeder erdenklichen Position. Nur als Innenverteidiger und Torwart hat Johnson nie gespielt.

In der Endphase der Schubert-Zeit rutschte er aus dem Team und war verletzt, als der Trainer Ende 2016 entlassen wurde. Unter Dieter Hecking (55) blühte Johnson noch einmal auf, unvergessen bleibt sein Doppelpack bei einem 4:2 gegen den FC Schalke, im strömenden Regen, wenige Stunden nach der Geburt seines Sohnes.

Fabian Johnson jubelt beim 4:2 gegen Schalke 04 in der Saison 2016/2017 mit den Kollegen über seinen Doppelpack.

Fabian Johnson jubelt beim 4:2 gegen Schalke 04 in der Saison 2016/2017 mit den Kollegen über seinen Doppelpack.

Kurz darauf zog Johnson sich in der Europa League gegen Schalke einen komplizierten Muskelfaserriss zu. Bevor er sein Comeback feierte, verlängerte Borussia Johnson Vertrag bis 2020 – in Kürze läuft dieser aus.

Johnson von Verletzungen immer wieder gestoppt

Die Erzählung endet an dieser Stelle etwas abrupt. Denn so richtig ist Johnson nicht mehr auf die Beine gekommen in den vergangenen drei Jahren, verpasste alleine seit seiner Gala gegen Schalke 41 von 108 Ligaspielen.

Mal zwickte der Rücken, mal nervte der Nacken, dann warfen ihn wieder Muskelverletzungen zurück. Unter Hecking war er vergangene Saison kurz noch mal als Rechtsverteidiger gefragt, unter Marco Rose (43) hat er bislang nur dreimal begonnen.

So kommt Johnson bis heute lediglich auf 8543 von 22.740 möglichen Spielminuten für Borussia. Ob noch welche dazukommen, ist offen. Fest steht: Es waren einige überragende dabei – nachdem Johnson und Favre ihr Missverständnis aus der Welt geräumt hatten.