Borussia Mönchengladbach feiert die erste DFB-Nominierung von Wael Mohya. Lothar Matthäus ordnet die erste Berufung ein.
Nominierung überrascht RekordspielerMatthäus erklärt: Was bei DFB-Neuling Mohya „nicht nötig“ ist

Copyright: IMAGO/MB Media Solutions
Lothar Matthäus hält große Stücke auf Gladbach-Juwel Wael Mohya.
Autor
Dass Wael Moya (17) in der anstehenden Länderspielpause ein erstes Mal mit der deutschen Nationalmannschaft auf Reisen gehen wird, überraschte selbst einige Insider.
Die erstmalige Nominierung des Offensiv-Juwels von Borussia Mönchengladbach hatte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (65) nicht auf dem Zettel. Gegenüber RTL und Sky sprach der TV-Experte über die heißeste Aktie bei seinem ehemaligen Arbeitgeber.
Wael Mohya erstmals bei der Nationalmannschaft
„Wir in Deutschland diskutieren immer: Ist jemand mit 17 zu jung? Zu jung gibt es nicht, zu früh aufsteigen gibt es auch nicht! Mohya hat zuletzt überragend gespielt, er ist so ein bisschen die Gladbacher Hoffnung im Abstiegskampf“, lobte Matthäus das Eigengewächs, das als einer der jüngsten Spieler aller Zeiten beim DFB debütieren könnte.
Weil 17-Jährige nur selten schon bei der A-Auswahl reinschnuppern dürfen und viele hoch veranlagte Akteure auch aktuell den Zwischenschritt über die U21 gehen, sagte Matthäus auch: „Ich war schon ein bisschen überrascht, verstehe aber, warum Jürgen Klopp ihn mal zehn Tage bei sich haben möchte.“
Gerade mal vier Debütanten haben in der Geschichte des Verbandes vor ihrem 18. Geburtstag ihr erstes Länderspiel absolviert. Uwe Seeler und Youssoufa Moukoko waren allerdings nur noch wenige Tage von der Volljährigkeit entfernt.
Willy Baumgärtner war 1908 beim Debüt gerade mal 17 Jahre und 104 Tage alt. Marius Hiller auf Platz zwei spielte mit 17 Jahren und 241 Tagen erstmals für Deutschland. „Die Leistung ist da, danach gehen wir ja“, machte Matthäus deutlich, dass für ihn das Alter keine Rolle spielen darf.
Dass Mohya der Rummel zu Kopf steigen könnte, glaubt Matthäus derweil nicht. „Wichtig ist, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt. Da ist er bei diesem Verein gut aufgehoben, ich war ja auch als junger Spieler dort. Da wurde man auch schon mal gebremst. Ich glaube, bei ihm ist das nicht nötig.“
Schon vor der Nominierung hatte Borussia auf die Entwicklung ihres Juwels ohnehin ein waches Auge. Trainer Alexander Blessin (53) legt die schützende Hand über seinen Schützling und bemüht sich auch öffentlich, den Druck zu regulieren.
„Wael braucht seine Spiele. Wenn er so Gas gibt, bekommt er auch seine Spiele. Aber wenn wir das Gefühl haben, er braucht ein bisschen Frische, dann kriegt er auch die Zeit“, so Blessin über die behutsame Entwicklung des Dribblers.



