Neue Flügelzange für die Fohlen Gladbachs Abwehr-Umbau nimmt Formen an
Philipp Sander und David Herold im Pokal-Duell.
Copyright: IMAGO / Jan Huebner
Eine riesige Baustelle bei Borussia Mönchengladbach war in der jüngeren Vergangenheit die Besetzung der defensiven Außenbahnen. Die jungen Wilden Joe Scally, Luca Netz und Lukas Ullrich bekamen oft ihr Fett weg von den Anhängern, weil die Abwehr durch individuelle Patzer immer wieder über die Flügel wackelte.
Für 2,5 Millionen Euro zog es Luca Netz schon im Winter zu Nottingham Forest, wo er bei sieben Auftritten ohne Scorerpunkt blieb. Die Formkrise von Lukas Ullrich führte sogar dazu, dass Jens Castrop notgedrungen links aushelfen musste. Nach dem Abschied von Rocco Reitz ist er aber wieder in der Zentrale eingeplant.
Außenpositionen bei Borussia neu besetzt
Um dieses Problem zu beheben, hat Sportchef Rouven Schröder auf dem Transfermarkt gehandelt. Für die linke Abwehrseite wurde David Herold für 3,5 Millionen Euro vom Karlsruher SC geholt, der zu den Top-Linksverteidigern in der 2. Bundesliga zählte.
Der 23-Jährige ist für seinen Drang nach vorne berüchtigt und lieferte für den KSC in 95 Partien zwei Treffer sowie elf Assists. Von seinen präzisen Flanken könnten vor allem die kopfballgefährlichen Stürmer Tim Kleindienst und Isac Lidberg profitieren. Das berichtet „BMG-News“.
Auch auf der rechten Abwehrseite gibt es Bewegung: Platzhirsch Joe Scally (23 Jahre, 167 Einsätze für Borussia) bekommt einen starken Konkurrenten. Zum Nulltarif kommt Yukhym Konoplya von Schachtar Donezk an den Niederrhein.
Der 26-Jährige hat bereits auf internationaler Bühne gespielt und seine Offensivqualitäten mit sieben Toren und 15 Assists in 114 Spielen für Schachtar unter Beweis gestellt. Es bahnt sich also ein heißer Zweikampf um den Platz in der Startelf an. Doch es ist unklar, ob Scally bleibt. Sein Kontrakt endet 2027, und sein großer Traum ist die Premier League. (red)
Sollte der US-Amerikaner gehen, müsste Rouven Schröder wohl noch einmal aktiv werden. Die Saison nur mit Konoplya als ausgebildetem Rechtsverteidiger zu beginnen, wäre ziemlich gewagt, obwohl Notlösungen wie Kevin Diks oder Jens Castrop denkbar wären.
Die große Frage ist nun: Sorgen die neuen Spieler in einer Vierer-Abwehrreihe für die erforderliche Stabilität hinten? Und muss bei einem möglichen Verkauf von Scally nicht vielleicht doch noch ein defensiv ausgerichteter Mann her, damit die neue Zange an den Seiten wirklich perfekt sitzt? (red)