Schon fast aussortiert, wird er nun zum Leistungsträger! Joe Scally küsst Gladbach wach.
Vom Streichkandidaten zum Fohlen-Held„Was ist denn eigentlich mit dem Scally los?“

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Joe Scally traf auch in Stuttgart und wird zum Torjäger.
Hätte darauf vor Saisonbeginn irgendjemand gewettet? Ausgerechnet jener Profi, der bei der Fohlen-Elf längst auf dem Abstellgleis schien, weckt Borussia Mönchengladbach wieder auf.
Während des 3:2-Erfolgs beim VfB Stuttgart beförderte Joe Scally (23) die Kugel erst per genialem Hackentrick zum zwischenzeitlichen Remis über die Linie und gab der Mannschaft so den nötigen Ruck. Doch der US-Boy legte sogar noch nach: Mit einem traumhaften Zuspiel auf Wael Mohya (17) leitete der Außenbahnspieler später obendrein das dritte Tor traumhaft ein!
Plötzlich ist der Defensiv-Mann ein Torjäger
Kaum zu fassen, wie rasant sich das Blatt gewendet hat. Noch in der Sommerpause galt der Abwehr-Akteur am Niederrhein nämlich als sicherer Abgang. Weil seine Auftritte im Vorjahr mächtig enttäuscht hatten und das aktuelle Arbeitspapier im Jahr 2027 endet, hofften die Verantwortlichen auf Transfereinnahmen.
Für die Nachfolge auf der rechten Außenbahn hatte Rouven Schröder (51) schon vorgesorgt und Yukhym Konoplia (27) ablösefrei aus Donezk verpflichtet. Als der ukrainische Neuzugang jedoch verletzungsbedingt passen musste, reagierte der Verein mit einem Leihgeschäft: Aus Prag kam Daiki Hashioka (27) zur Überbrückung. Kurz darauf erwischte es allerdings auch den japanischen Verteidiger!
Plötzlich atmeten die Bosse im Borussia-Park tief durch, weil der von Scally so heiß ersehnte Wechsel nach England ins Wasser gefallen war. Kein einziger Verein von der Insel hatte letztlich zugeschlagen – ein Umstand, der am Niederrhein mittlerweile an jedem Spieltag für mehr Jubel sorgt.
Besonders kurios liest sich dabei seine Offensiv-Statistik: In seinen bisherigen 153 Einsätzen im deutschen Oberhaus war dem Defensiv-Spezialisten lediglich viermal ein Torerfolg vergönnt. In der laufenden Runde steht der 23-Jährige hingegen schon jetzt bei drei Saisontoren – kein anderer Profi im VfL-Aufgebot jubelte häufiger! Zwar traf der US-Amerikaner auch schon bei den Pleiten gegen Elversberg (3:4) sowie im Derby beim 1. FC Köln (1:2), doch erst nach dem Abpfiff im Schwabenland brachten seine Offensiv-Aktionen endlich auch die volle Punktausbeute.
Angesichts dieser Entwicklung kam selbst Schröder aus dem Staunen kaum noch heraus, wie „bild.de“ berichtet: „Beim 1:1 habe ich gar nicht gesehen, wer es geschossen hat, dann wurde mir gesagt, dass es Joe war, und da sage ich: Was ist denn eigentlich mit dem Scally los?’ Joe ist jetzt torgefährlich, Hut ab vor ihm! Das ist wirklich erstaunlich, und er kann gerne so weitermachen.“
Diesen Wunsch dürfte der formstarke Rechtsfuß nur allzu gerne erfüllen. Wirklich vom Himmel fällt dieser enorme Formanstieg bei genauerem Hinsehen ohnehin nicht. Im Profigeschäft haben schließlich schon zahllose Akteure in vergleichbaren Situationen urplötzlich den Turbo gezündet. Wegen seines auslaufenden Vertrags geht es für den Nationalspieler der USA in den kommenden Monaten schlichtweg um den nächsten großen Vertrag. Sollte er nicht am Niederrhein verlängern, sondern ablösefrei weiterziehen, würde die Borussia komplett leer ausgehen.
Um sich für künftige Arbeitgeber interessant zu machen, muss der auf fünf Millionen Euro taxierte Außenverteidiger also ordentlich Eigenwerbung betreiben. Neben den Ausfällen seiner Positionskonkurrenten spielt ihm dabei vor allem der Trainerwechsel voll in die Karten. Unter dem neuen Übungsleiter Alexander Blessin (53) blüht Scally regelrecht auf! Weil der Fußballlehrer in der Defensive wieder eine Dreierkette installiert hat, genießt der Außenbahnspieler im Rücken deutlich mehr Schutz und darf seinen Offensivdrang voll ausleben. (red)

