Poker um Tabakovic Bundesligist jagt Torjäger und führte schon Gespräche
Die Zukunft von Haris Tabakovic steht in den Sternen.
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Das Match in Leipzig war für Haris Tabakovic einer zum schnellen Abhaken. Der Angreifer blieb bei der 0:1-Pleite von Borussia Mönchengladbach in der Partie gegen RB ziemlich blass. Viel zu selten gelangten die Zuspiele in die Box, also genau dorthin, wo der Stürmer seine Qualitäten ausspielen kann. Das Ergebnis: Nur zwei ungefährliche Versuche in Richtung Tor.
Sichtlich genervt fuhr Tabakovic im Anschluss an die Partie direkt nach Mainz, wo er in der ZDF-Sendung „Aktuelles Sportstudio“ zu Gast war – und das in einer speziellen Doppelfunktion: als Nationalheld für Bosnien und gleichzeitig als Retter im Gladbacher Abstiegskampf.
Haris Tabakovic: „Im Klub wartet dann der Abstiegskampf“
Dort schilderte er den Augenblick, der ihn in seiner Heimat zur Legende machte. „Wir haben etwas Unfassbares geschafft“, resümierte Tabakovic das WM-Play-off-Duell mit Italien. Mit seinem Treffer zum 1:1 erzwang er die Verlängerung und bewies später vom Elfmeterpunkt aus starke Nerven. Ganz Bosnien war im Freudentaumel, aber für ihn kam die ernüchternde Rückkehr: „Im Klub wartet dann der Abstiegskampf.“
Nach all dem Jubel musste er beim 2:2 gegen Heidenheim prompt auf der Ersatzbank Platz nehmen. Zur derzeitigen Situation bei der Borussia meinte er: „Es ist Abstiegskampf, es ist Crunchtime, da geht es darum, dass man Punkte holt. Wir haben es in der eigenen Hand und ein Polster von fünf Punkten. Aber wir müssen definitiv mehr punkten.“ Das berichtet „rp-online.de“.
Fünf Runden vor dem Saisonfinale ist nicht nur die Perspektive von Gladbach unklar, sondern auch die von Tabakovic. Der Angreifer ist lediglich bis zum Ende der Spielzeit von der TSG Hoffenheim geliehen, eine Kaufklausel gibt es nicht. Hoffenheim verlangt eine Ablöse in Höhe von fünf Millionen Euro – eine Summe, die für die Borussia momentan nicht aufzubringen ist.
Sportchef Rouven Schröder machte deutlich: „Es wird erst dann möglich sein, über grundsätzliche Transfers zu sprechen, wenn wir wissen, ob wir in der Bundesliga sind.“ Aus diesem Grund gab es bislang keine Verhandlungen mit dem erfolgreichsten Torjäger des Vereins, der in dieser Saison schon elfmal netzte.
Es ist also kein Wunder, dass sich längst andere Interessenten in Position gebracht haben. Leeds United mit dem früheren Fohlen-Coach Daniel Farke soll genauso ein Auge auf ihn geworfen haben wie der OSC Lille aus Frankreich und der VfL Wolfsburg. Mit den Niedersachsen soll es laut Medieninformationen sogar schon erste Gespräche gegeben haben.
Tabakovic selbst nennt die Borussia zwar einen „unglaublichen Klub“, bei dem er sich wohlfühlt, doch Sicherheit für seine Zukunft bietet das nicht. Sein Plan ist eindeutig: „Es sind für mich fünf Spiele, da geht es darum, dass der Verein in der Liga bleibt, das ist mein Job. Dann hoffe ich, gesund zur WM zu fahren. Danach bin ich, Stand jetzt, Spieler von Hoffenheim“, bei denen sein Kontrakt bis 2027 datiert ist.
Eine feste Zusage hat er jedoch schon sicher: Wenn er fit bleibt, ist sein Platz im WM-Kader gebucht. Das garantierte ihm Bosniens Nationalcoach Sergej Barbarez am Samstag. „Wenn er gesund bleibt, fährt er natürlich mit“, sagte der ehemalige Bundesliga-Star, der sich als „Fan von Haris“ bekannte.
Eine bemerkenswerte Karrierewende für den Angreifer, der vor sechs Jahren ohne Vertrag war und seine Laufbahn fast beendet hätte. Dass er auch mit Druck umgehen kann, stellte er im Sportstudio unter Beweis: Die Vorgabe von Rouven Schröder, drei Mal an der Torwand zu punkten, erledigte er eiskalt. (red)
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