Schröder deutlich wie nie Gladbach-Trainer Polanski nach Horror-Wert angezählt
Auch Eugen Polanski steht beim von Rouven Schröder verantworteten Gladbach-Umbruch im Sommer auf dem Prüfstand.
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Eugen Polanski blickte nach dem Tiefschlag in letzter Sekunde in leere Gesichter. „In sich gekehrt“ sei die Mannschaft in der Kabine gewesen, verriet der Trainer von Borussia Mönchengladbach, „deprimiert“ und „extrem angefressen“.
Und auch Polanski gab zu, angesichts der prekären Lage um Worte gerungen zu haben: „Auch mich trifft dieser Ausgleich in der allerletzten Sekunde.“
Rouven Schröder unzufrieden mit Gladbach-Auftritt gegen Mainz
Die zwei verschenkten Punkte durch einen unnötigen Foulelfmeter in der achten Minute der Nachspielzeit hatten Spuren hinterlassen, das 1:1 gegen Mainz fühlte sich wie eine Niederlage an.
In der Tabelle war zwar nicht viel passiert, doch das Taumeln auf dem Rasen bereitete Sorgen. „Gefühlt waren wir mausetot auf dem Platz“, sagte Torhüter Moritz Nicolas über die letzte halbe Stunde, als die Borussia nur noch indiskutable 20 Prozent Ballbesitz hatte.
Ein Horror-Wert – und das gegen einen Gegner, der erst am Donnerstag noch im Europapokal über 90 intensive Minuten gefordert war. Gladbach spielte wie ein krasser Außenseiter in der 1. Runde des DFB-Pokals. Ein fatales Bild!
Dass Polanski dennoch „nie das Gefühl hatte, dass wir ein Gegentor kassieren“, wirkte da beinahe grotesk. Gladbach wankte – und wurde bestraft.
Das sah auch Rouven Schröder so, der für das anstehende Kellerduell beim VfL Wolfsburg mehr Mut forderte. „Jeder weiß: Wenn du dich einigelst, wird es auf Dauer nicht reichen. Und dann wird es auch in Wolfsburg nicht reichen“, sagte Gladbachs Sportchef.
Polanski unter Punkteschnitt von Vorgänger Seoane
Auf der Bank sitzen wird am Samstag (15.30 Uhr/Sky) erneut Polanski, auch wenn ein Rumoren im Umfeld nicht zu überhören ist. „Eugen ist unser Trainer. Und Eugen wird uns über den Strich führen. Er ist der Letzte, der nicht mit Borussia erfolgreich sein will“, sagte Schröder.
Über die Saison hinaus ist das aber längst keine Garantie für einen Verbleib des Trainers, den Schröder stattdessen öffentlich anzählte. „Wir müssen uns im Sommer ganz kritisch hinterfragen, ob uns das in der Form reicht“, sagte Schröder. Eine Aussage, die Polanskis Position mit Blick auf einen Verbleib extrem infrage stellte.
Der frühere Gladbach-Profi kommt auf 1,11 Punkte im Schnitt – weniger als sein Vorgänger Gerardo Seoane (1,13). Noch aber reicht das, um über dem Strich zu liegen.
Auf die bisherige Schwäche der Konkurrenz kann und sollte sich die Borussia aber nicht verlassen. Zumal die im Endspurt benötigte Nervenstärke auf dem Platz eher nicht zu den Kernkompetenzen des Teams gehört.
Polanski nahm die Herausforderung derweil an. „Anscheinend ist es so, dass wir in dieser Saison nicht nur den schweren, sondern den sehr schweren Weg gehen müssen. Ich habe der Mannschaft gesagt: Dann nehmen wir den schweren Weg“, sagte er. (sid)