Klartext von Borussia-Boss Stegemann widerspricht Schröder wegen Reitz-Transfer
Geschäftsführer Stefan Stegemann beim Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Bochum.
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Der Stachel sitzt tief bei Borussia Mönchengladbach nach dem 1:1-Dämpfer gegen den FSV Mainz 05. Dieser Nackenschlag macht auch Geschäftsführer Stefan Stegemann, der seit Jahresbeginn 2025 die Fäden zieht, noch zu schaffen.
Er betont aber trotz des Frusts, dass die Fohlen nach einem Horror-Saisonstart (drei Punkte aus acht Partien!) jetzt 31 Zähler haben. Trotzdem befindet sich der Klub in einem „Schwebezustand“, was die Zukunftsplanung extrem erschwert. Ein Abstieg? Die finanzielle Katastrophe! Aber solche Szenarien will Stegemann nicht hören, wie er im Interview mit „rp-online“ äußert: „Wir haben es in der eigenen Hand.“
Stegemann über Reitz-Transfer: „Nicht existenziell für den Verein“
Was besonders wurmt: Gegen Mainz wurde eine riesige Chance vergeben – für den Sport und für die Kasse. Jede einzelne Position im TV-Geld-Ranking ist am Schluss bares Geld wert. Mit Blick auf die bevorstehende Mitgliederversammlung stellt Stegemann klar, dass der Finanzreport keine bösen Überraschungen enthalten wird.
Er lehnt sich an das Vorjahr an, in dem ein Verlust von 2,4 Millionen Euro gemeldet wurde. Die vergangenen 15 Monate waren eine Zerreißprobe, mit einem Umbau in der Chefetage und enormem Kostendruck.
Ein entscheidender Faktor für die Zukunft sind Einnahmen aus Transfers. Der Deal um Rocco Reitz, der für 20 Millionen Euro zu RB Leipzig geht, wird als „sehr wichtig“ eingestuft. Stegemann macht unmissverständlich klar: So gut wie jeder Klub ist auf Transfergewinne angewiesen, um am Ende nicht rote Zahlen zu schreiben.
Für Aufsehen sorgte eine Äußerung von Rouven Schröder, wonach die Reitz-Millionen dem Verein beim „Überleben“ helfen. Stegemann gibt den Fans sofort Entwarnung: „Der Klub würde auch so am Leben bleiben, da kann ich alle beruhigen.“ Der Transfer sei zwar bedeutend, aber eben „nicht existenziell für den Verein“.
Das Gehaltsgefüge, das in den Champions-League-Zeiten explodierte, muss weiter korrigiert werden. Die Expertise von Rouven Schröder ist dabei von unschätzbarem Wert. Zugleich gibt es eine deutliche Ansage an die sportliche Leitung: „Wir müssen Spieler besser machen, damit sich ihr Wert steigert.“ Werte zu schaffen, ist für die Fohlenelf das oberste Gebot.
Ein Blick auf die Schulden offenbart ein stabiles Gerüst. Die Finanzierung des Stadions endet 2029, danach bleibt nur noch eine kleine Summe im einstelligen Millionenbereich übrig. Das „8 Grad“-Gebäude mit Hotel ist bereits zur Hälfte getilgt und hat einen beachtlichen Marktwert. Ab 2029 werden die Fixkosten also spürbar sinken. Ein riesiger Pluspunkt: Borussia ist frei von weiteren Geldsorgen wie Anleihen oder externen Geldgebern. Die Kehrseite: Einnahmen aus Transfers können nicht vollständig in die Mannschaft reinvestiert werden.
Für den anstehenden Transfer-Sommer heißt das: Es gibt Spielraum, aber keine Gewissheit auf riesige Deals. Das sportliche Motto für die nächste Saison ist eindeutig: „Stabilität zu bekommen und möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun zu haben.“ Dafür könnte auch ein „gewisses Risikohandeln“ notwendig werden. Stegemann unterstreicht, dass der Verein wieder handlungsfähig ist, wenn sich auf dem Markt eine Chance auftut. Der Verkauf von Top-Spielern wird dabei jedoch ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
Auch die Beziehung zu den Anhängern kommt zur Sprache. Der Verkauf des Stadionnamens ist laut Stegemann „alternativlos“, um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu finanzieren. Die Kooperation mit Ista harmoniere mit der Vereinsphilosophie. Gleichzeitig sind ihm die Strafen durch Fan-Aktionen ein Dorn im Auge, die in dieser Spielzeit schon fast 250.000 Euro kosten. Eine Kluft zur aktiven Fanszene sieht er aber nicht und lobt die „klasse“ Unterstützung. Die Mission lautet nun, allen Schwierigkeiten zu trotzen und die Klasse zu halten. (red)
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