Blessin-Beichte nach HSV-PleiteGladbach-Trainer räumt Fehler in Hamburg ein

Trainer Alexander Blessin applaudiert am Spielfeldrand

Copyright: IMAGO / Beautiful Sports

Trainer Alexander Blessin applaudiert am Spielfeldrand.

Nach dem bitteren 1:3 beim HSV redet Gladbachs Übungsleiter Alexander Blessin Klartext und übernimmt die volle Verantwortung!

Wann hat man rund um den Borussia-Park zuletzt eine derartige Offenheit erlebt? Im Anschluss an das bittere 1:3-Debakel im Auswärtsspiel beim Hamburger SV trat Übungsleiter Alexander Blessin (53) vor die Presse und räumte unumwunden einen schweren eigenen Patzer ein.

Statt nach billigen Alibis zu fahnden, zeigte der Fußballlehrer auf sich selbst. Eine solche Haltung glich bei den Fohlen in den vergangenen Monaten einer absoluten Rarität. Schließlich liegt beim Traditionsklub vom Niederrhein derzeit fast überall einiges im Argen.

Wechsel-Patzer zur Halbzeit – kurz darauf flog der Verteidiger

Der Absturz ans Ende des Tableaus auf Rang 18 kommt somit keineswegs aus heiterem Himmel. Gerade vor diesem Hintergrund verdient der schonungslose Auftritt des Cheftrainers höchsten Respekt. Das berichtet „Bild“.

Im Volksparkstadion rückte Abwehrmann Ko Itakura (29) unfreiwillig in den Fokus. Der Defensivspezialist war schon verwarnt, sah gegen die Hamburger Offensivkräfte wiederholt alt aus und kassierte nach dem nächsten Einsteigen noch eine letzte mündliche Ansage durch den Unparteiischen Sven Jablonski (36)

Dennoch verzichtete die Bank beim Seitenwechsel auf eine Korrektur, obwohl mit dem stellvertretenden Spielführer Kevin Diks (29) passender Ersatz bereitstand. Prompt rächte sich dieses Zögern bitterböse: Gerade mal 180 Sekunden waren im zweiten Abschnitt absolviert, als der Abwehrspieler im Sprintduell abermals das Nachsehen hatte.

Um den drohenden Gegenstoß zu unterbinden, zerrte er am Jersey von HSV-Akteur Albert Grönbaek – der fällige Platzverweis war danach unvermeidlich.

Hätte Blessin angesichts der Eindrücke nicht reagieren müssen? Ohne Umschweife erklärte der Fußballlehrer: „Klar, die Frage muss ich mir zu Recht anhören. Mein Plan war, dass Ko im zweiten Durchgang noch 15 Minuten spielt und ich ihn dann runternehme. Ich dachte, dass er das mit seiner Erfahrung hinbekommt. Es hat nicht funktioniert, deshalb muss ich das auf meine Kappe nehmen.“

Sichtlich geknickt analysierte der 53-Jährige obendrein das restliche Geschehen auf dem Hamburger Grün. „Wenn wir hier mit elf gegen elf weiterspielen, gehen wir wahrscheinlich als Sieger vom Platz. Aber wir hatten auch nach dem 1:2 noch die Riesenchance zum Ausgleich. Die Mannschaft hat wirklich alles auf dem Platz gelassen. Leider waren wir aber zu oft nach Umschaltmomenten zu unsauber und haben die falsche Entscheidung getroffen.“

Am Ende kosteten also unglückliche Entschlüsse Zählbares – exakt so wie das verhängnisvolle Zögern des Übungsleiters während der Pausenansprache bezüglich seines japanischen Schützlings. (red)