Wichtiger denn jeAuf dieser Position wird Seoane reagieren – Gladbach-Coach gibt Einsatz-Versprechen

Borussia-Trainer Gerardo Seoane an der Seitenlinie in Köln.

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Gerardo Seoane, hier am 22. Oktober 2023, hofft auf seinen ersten Borussia-Heimsieg gegen Heidenheim.

Aktualisiert

Borussia Mönchengladbach muss sich nach der Derby-Pleite viele Fragen gefallen lassen. Wie geht es personell nun für Gladbach gegen Heidenheim weiter? Eine Veränderung zeichnet sich stark ab.

Es wäre möglich, ihn als Borussias einzigen Derby-Gewinner zu bezeichnen – das würde er aber vermutlich am allerwenigsten wollen.

Als knapp eine Stunde vor Anpfiff am Sonntag (22. Oktober 2023) die Derby-Aufstellung von Borussia Mönchengladbach öffentlich wurde, dürften zahlreiche Fohlen-Fans erst einmal überrascht gewesen sein.

Gladbach-Profi fehlt Borussia deutlich – Seoane vor Reaktion

Drei Veränderungen gab es in der Gladbach-Elf im Vergleich zum letzten Spiel vor der Länderspielpause, dem 2:2 gegen Mainz 05 – alle drei waren dabei unterschiedlich einzuschätzen.

Dass Tomas Cvancara (23), sobald er wieder komplett fit ist, mal wieder den Vorzug vor Jordan Siebatcheu (27) bekommen würde, war im Grunde nur eine Frage der Zeit.

Die Herausnahme von Ko Itakura (26) erfolgte nicht freiwillig. Wegen einer Knöchelverletzung, die er von der japanischen Nationalmannschaft mit an den Niederrhein brachte, stand der Abwehr-Chef nicht zur Verfügung – und wurde durch Marvin Friedrich (27) ersetzt.

Neben dem erwartbaren und dem verletzungsbedingten Wechsel von Gerardo Seoane (44) gab es noch die Veränderung, dass Manu Koné (22) im Mittelfeld den Vorzug vor Rocco Reitz (21) erhielt.

Reitz spielte seit dem 1:2 gegen den FC Bayern München Anfang September ausnahmslos von Beginn an – Seoane entschied sich aber für die spielerisch stärkere Option in Koné.

Nach 45 Minuten wurde die Idee des Mittelfeld-Trios mit Koné, Julian Weigl (28) und Florian Neuhaus (26) aber schon wieder über Bord geworfen. Reitz kam zur zweiten Halbzeit für Neuhaus ins Spiel.

Durch sein Hardcore-Foul beendete auch Koné das Derby nicht auf dem Rasen. Er fehlte Borussia aufgrund seines Platzverweises in der Schlussphase – und wird die kommenden beiden Spiele wegen seiner Sperre verpassen.

Im Anschluss an die 1:3-Pleite im Derby erklärte Seoane bei „Bild“ die Entscheidung, Reitz aus der Startelf zu nehmen: „Rocco ist ein junger Spieler, der zuletzt viel gespielt hatte, vor dem Köln-Spiel war er auch noch mit der Nationalmannschaft unterwegs. Wir müssen die Belastung bei ihm gut einteilen, damit er nicht überspielt wird. Fakt ist, dass wir Rocco brauchen und er weiter seine Einsätze bekommen wird.“

Reitz wurde in der Länderspielpause erstmals für die U21-Nationalmannschaft des DFB nominiert. Allerdings blieb er ohne Einsatz und war schon zum Trainingsstart Anfang der vergangenen Woche wieder bei Borussia mittendrin.

Ohne den laufstarken 21-Jährigen, der als lebenslanger Borussia-Fan sicherlich mit am meisten aufgrund der Derby-Pleite gelitten haben dürfte, boten die Fohlen den Kölnern in der ersten Halbzeit viel zu viel Räume.

Genau die Stärken, die Reitz in den vergangenen Partien ins Borussia-Spiel brachte, gingen da verloren: Intensität, Laufbereitschaft und Leidensfähigkeit. Zudem zeigte sich der gebürtige Duisburger zuletzt von Spiel zu Spiel selbstbewusster am Ball.

Die Lösung mit drei zentralen Mittelfeldspielern, deren Fokus ganz klar auf dem Spiel mit dem Ball liegt, dürfte in der aktuellen Grundordnung erst einmal gescheitert sein.

Es wurde deutlich, dass das Borussia-Spiel besser funktioniert, wenn ein laufstarker Spieler neben dem Strategen Weigl und einem Kreativ-Kopf wie Neuhaus oder Koné agiert. Dazu passt, dass Seoane nach dem Köln-Spiel Reitz ein Einsatz-Versprechen für die kommenden Wochen und Monate gab.

Reitz hat beste Chancen, am Samstag (28. Oktober, 15.30 Uhr) gegen Heidenheim wieder in die Startelf zu rücken. Natürlich liegt das zum einen an der Sperre von Koné, die einen Platz im Mittelfeld frei werden lässt – die Wichtigkeit von Reitz für das aktuelle Borussia-Konstrukt wurde am Sonntag aber mehr denn je deutlich.

Hugo Bolin und Enzo Leopold klatschen sich beim Spiel ab.

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