„Darf nicht sauer sein“ Doppel-Frust für Gladbacher US-Boys – völlige Einigkeit bei einer Frage

Gio Reyna trifft in Gladbach auch auf seinen Landsmann Joe Scally. Beide mussten nun eine Enttäuschung verkraften.
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Sie sind die US-Boys bei Borussia Mönchengladbach! Beide mussten nun eine Enttäuschung verkraften.
Erst seit einer knappen Woche ist Gio Reyna (22) Profi von Borussia Mönchengladbach. Am vergangenen Samstag, einen Tag vor dem Bundesliga-Auftakt der Fohlen-Elf gegen den Hamburger SV (0:0), wurde der Offensivspieler von Borussia Dortmund verpflichtet.
Joe Scally bangt um WM-Teilnahme
Beim Einleben am Niederrhein könnte ihm Joe Scally (22) behilflich sein. Die beiden kennen sich unter anderem aus der US-Nationalmannschaft. Doch ausgerechnet die beschert dem Gladbach-Duo jetzt eine Enttäuschung: Weder Reyna noch Scally wurden in den Kader für die kommenden Länderspiele berufen.
Mauricio Pochettino (53) verzichtet gegen Südkorea und Japan in seinem 23-Mann-Kader auf beide Gladbacher. Während Reyna davon nicht allzu überrascht war, war Scally die Enttäuschung in einem ESPN-Interview durchaus anzumerken.
„Ich habe in den vergangenen zwei Jahren fast jedes Spiel mit dem US-Team absolviert“, so der Rechtsverteidiger. „Dann den Gold-Cup und dieses Camp zu verpassen, ist enttäuschend. Aber es ist die Entscheidung des Trainers und die akzeptiere ich.“
Die Nicht-Berücksichtigung ist besonders bitter. Schließlich steht im kommenden Sommer für die USA die Heim-WM auf dem Programm. Doch aktuell scheint Scally nicht die allerbesten Karten zu haben, dann zum Aufgebot zu gehören. „Ich werde natürlich alles dafür tun, in den nächsten Spielen wieder dabei zu sein“, gab er sich kämpferisch.
Eines hat Scally seinem Teamkollegen Reyna voraus: Spielzeit. In beiden bisherigen Pflichtspielen stand er in der Startelf, spielte sowohl im DFB-Pokal als auch in der Bundesliga 90 Minuten durch. Auch in der vergangenen Saison kam er regelmäßig zu Einsatz.
Für Reyna reichte es bei den Schwarz-Gelben meist nur zu Kurzeinsätzen. „Ich kann nicht so überrascht sein, mit meinem Verein habe ich in dieser Saison noch kein Spiel gemacht“, so Reyna, für den ein Einsatz gegen den HSV so kurz nach seinem Wechsel noch zu früh kam.
Auch in den BVB-Testspielen und bei der Klub-WM wurde er zuvor nicht berücksichtigt. „Ich darf also nicht sauer sein. Ich möchte natürlich zurückkommen. Das geht aber nur, wenn ich Spielzeit bekomme und gute Leistungen bringe“, gab sich der Gladbach-Neuzugang realistisch.
Die fast synchrone Antwort der beiden auf eine Nachfrage des US-Reporters ließ dann allerdings tief blicken. „Gab es eine Kommunikation zwischen Mauricio Pochettino oder seinem Coaching-Team mit euch?“, wollte Ex-Profi Herculez Gomez (43) wissen. Beide schüttelten unisono den Kopf. „Nein“, sagte Scally. „Nein. Nein“, erwiderte Reyna.
Vor allem Scally dürfte sich eine Erklärung wohl durchaus gewünscht haben. „Er hat seinen Ärger und seine Verwunderung nicht so sehr gezeigt, aber man merkt, dass es ihn beschäftigt“, analysierte der ESPN-Mann nach dem Interview das Gesagte. Dass sich der Coach bei einer Nicht-Berücksichtigung nicht meldet, sei allerdings nicht ungewöhnlich, betonte der ehemalige US-Nationalspieler. „Der einzige Nationaltrainer, der das bei mir gemacht hat, war Jürgen Klinsmann, um mir zu sagen, dass ich nicht für die WM nominiert werde“, so Gomez.