Wael Mohya konnte sich beim Gladbach-Spiel in Hamburg diesmal weder mit Worten noch mit Taten zeigen.
„Rucksack nicht noch voller machen“Gladbach bremst den Mohya-Hype

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Wael Mohya hält die Hand vor das Gesicht.
Funkstille bei Wael Mohya! Direkt im Anschluss an die 1:3-Klatsche gegen den Hamburger SV zog sich der gefeierte Überflieger der Gladbacher Borussia schweigend zurück. Die Gesprächsarbeit übernahmen stattdessen die Verantwortlichen, die ausführlich Stellung zu seiner Person bezogen.
Schließlich hat der Trubel um den erst 17 Jahre alten Offensivmann seit dem vergangenen Donnerstag enorme Ausmaße angenommen. Grund dafür ist DFB-Coach Jürgen Klopp, der das hochveranlagte Fohlen-Juwel für die anstehenden Duelle mit den Niederlanden sowie Serbien ins Aufgebot der A-Auswahl beorderte.
Gladbach-Trainer lobt Bodenhaftung bei Mohya
Doch ausgerechnet beim ersten Rasen-Auftritt nach dieser riesigen Auszeichnung blieben die besonderen Fähigkeiten von Mohya weitgehend im Verborgenen. Im Hamburger Volksparkstadion musste der Tabellenletzte schon die siebte Saisonpleite hinnehmen, wobei der junge Hoffnungsträger sich diesmal nur bedingt in Szene setzen konnte.
Einen völlig anderen Start für die Reise zum Nationalteam hatte sich auch Rouven Schröder erhofft. „Wir hätten ihn natürlich gerne mit einem Sieg zur Nationalmannschaft geschickt“, erklärte der Sportchef der Borussia. Dennoch blickt der Manager entspannt auf die Situation: „Er hat noch viele, viele Möglichkeiten, sich zu zeigen. Er soll es jetzt genießen und den Schwung mitnehmen.“ Das berichtet „Transfermarkt“.
Dass diese plötzliche Berufung den Teenager mental aus dem Gleichgewicht bringen könnte, befürchtet Alexander Blessin keineswegs. Bereits vor dem Anstoß in der Hansestadt betonte der Übungsleiter am Mikrofon von Sky: „So, wie ich ihn im Training wahrnehme, ist er unbekümmert. Er spielt frei drauflos und macht sich keinen Kopf.“
Komplett erledigt ist die Angelegenheit für den Fußballlehrer damit allerdings noch nicht: „Jetzt müssen wir einfach die nächsten Tage mal abwarten, wie das dann wird, vor allem dann auch nach der Länderspielpause.“
Jedenfalls sorge das Nachwuchstalent bei den Übungseinheiten permanent für Begeisterung, führte Blessin weiter aus. Sein dickes Kompliment: „Er gibt Gas, er trägt immer noch die Hütchen und – das ist wichtig – er ist geerdet.“
Fest steht: Sowohl für die aktuelle Lage als auch für die kommende Zeit gilt Mohya als großer Lichtblick. Zur alleinigen Lebensversicherung wollen die Bosse am Niederrhein den Youngster aber keinesfalls abstempeln.
So mahnt Sportdirektor Schröder eindringlich: „Es wird uns nicht ein Einzelner retten und gerade nicht mit 17 Jahren.“ Zudem ergänzt der Funktionär: „Von daher sollte man jetzt nicht den Rucksack, der eh schon voll ist, jetzt noch voller machen.“ (red)

