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Von Achim Müller, Judith Malter

Krisen-Auftritt im „Sportstudio“ Auch Gladbach-Manager im Formtief! Eberl: „Müssen jetzt alle Eier zeigen“

Max Eberl, Manager von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach, hat sich in der „ZDF“-Fernsehsendung „das aktuelle sportstudio“ am Samstag (11. Dezember 2021) zur aktuellen Krisensituation bei der Fohlen-Elf geäußert. Der 48-Jährige blickt in Richtung des Moderators Jochen Breyer.

Max Eberl, Manager von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach, hat sich in der „ZDF“-Fernsehsendung „das aktuelle sportstudio“ am Samstag (11. Dezember 2021) zur aktuellen Krisensituation bei der Fohlen-Elf geäußert.

Um 23.05 Uhr hat Max Eberl seinen ersten von mehreren Kurz-Auftritten. Der 48 Jahre alte Sportdirektor von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist zu später Stunde am Samstag (11. Dezember 2021) zu Gast in der ZDF-TV-Sendung „das aktuelle sportstudio“.

Nur wenige Stunden nach der Klatsche (1:4) bei RB Leipzig, die dritte Fohlen-Abreibung in Serie, ist er vor einem Millionen-Publikum als Krisen-Manager gefordert.  

Die Borussia befindet sich nach 14 Gegentoren in drei Partien im freien Fall Richtung Tabellenkeller.

Nach dritter Klatsche in Folge: Max Eberl spricht im ZDF über den Gladbach-Absturz

Die Fans toben in den sozialen Netzwerken. Die Mannschaft ist nach unerklärlichen Leistungen im Kreuzfeuer der Kritik.

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Auch Trainer Adi Hütter (51) wird bereits von Teilen der Fans angezählt. „Sky“-TV-Experte Dietmar Hamann (48) hatte nach dem Leipzig-Auftritt Hütter auch gleich mal öffentlich einen verbalen Hieb verpasst („das ist keine Mannschaft“).

Was nun, Herr Eberl?

Wer sich allerdings Erleuchtendes auf die Fragen von Moderator Jochen Breyer erhofft hatte – Fehlanzeige! 

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Eberl hatte schon deutlich bessere Auftritte in den Mainzer Studios.

Kurze Lunte! Keine Brandrede, welche die inzwischen mehr als enttäuschte Fangemeinde elektrisieren und die Reihen der Unzufriedenen wieder schließen könnte. 

So sagte Eberl auf die Frage, ob es vor dem Leipzig-Desaster, nach den Rutschen in Köln (1:4) und gegen Freiburg (0:6), nicht geknallt habe im Borussia-Park?

Eberl: „Es hat geknallt, aber es hat nichts geholfen. Wir haben hinter verschlossenen Türe knallhart angesprochen, was schief gelaufen ist, wir haben ja auch einen Ansatz, kriegen es aber nicht leider nicht in Griff. Das ist etwas, was uns schon sehr ärgert.“

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Aha!

Und weiter?

Eberl: „Wir bringen unsere Qualität momentan nicht auf den Platz.“

Wie lässt sich das der Öffentlichkeit, der aufgebrachten Gladbacher Basis vor allem, erklären?

Eberl: „Natürlich wissen wir mehr, als wir der Öffentlichkeit sagen. Wir müssen das auch nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Die Öffentlichkeit diskutiert schon genug über uns. Wenn wir die Spiele in einer solchen drastischen Art und Weise verlieren, dann brauchen wir der Öffentlichkeit kein Futter mehr geben, es ist genügend da. (...) Wir müssen versuchen, diese Fehler zu beheben. Aber es ist keine Firma, es ist nicht so, dass an einem Knopf gedreht wird und dann läuft alles wieder. Denn irgendwann spielt auch die Psyche eine Rolle.“

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Eberl sagte weiter: „Wir haben in Leipzig nach hinten heraus in einer konfusen Art und Weise wieder einige Dinge über den Haufen geworfen, das ist etwas, was uns natürlich ärgert.“

Und die Fans, die bereits zu Tausenden wieder in sozialen Medien toben? Auf Borussias Facebook-Account beispielsweise ist längst ein Empörungs-Tsunami unterwegs.

Noch vor fast einem Jahr hatte der Klub den Einzug ins Achtelfinale der Champions League gefeiert. Nun der freie Fall Richtung Tabellenende.

Jochen Breyer versuchte es im „Sportstudio“ erneut.

Was nun, Herr Eberl?

„Das ist definitiv keine schöne Situation, die ich in der langen Zeit, in der in Gladbach bin, auch noch nicht erlebt habe. Das ist besorgniserregend, ja ein passendes Adjektiv, man könnte auch noch andere bringen. Das ist definitiv eine sehr herausfordernde Situation, die wir haben.“ 

Und weiter sagte der ehemalige Profi-Spieler: „Wir kriegen momentan die Qualität nicht auf den Platz. (...) Das Spiel in Leipzig ist auch ein extremes Nervenspiel gewesen. Das Resultat ist bitter gewesen.“

Gibt es keinen tieferen Grund, fragte Breyer Eberl.

Antwort: „Dass, was gegen Freiburg passiert ist, hat uns Vertrauen verlieren lassen. Ich bin überrascht, dass es so schnell geht, dass wir nicht mehr so vertrauensvoll Fußball spielen. Wir wollen den Ball nicht haben, wir machen in Ballbesitz viele Fehler und in der Defensive verlassen wir uns auf den anderen. Wir verteidigen nicht so, wie man es in der Bundesliga muss.“

Ist dann der Trainer, sprich Adi Hütter, schuld?

Eberl: „Natürlich ist auch der Trainer in der Verantwortung. Natürlich bin ich es auch, der für alles verantwortlich ist, was da zusammengestellt ist. Aber die Spieler müssen schon das umsetzen, was der Trainer vorgibt.“

Borussias Sportdirektor sagte zudem: „Schuld tragen wir alle. Ich möchte keinen sehen, der auf einen anderen zeigt, sondern sich vielmehr selber an die eigene Nase fasst. Wir sind alle in der Pflicht.“

Breyer bohrte nach in Sachen Krisen-Lösung, Eberl sagte: „Ich kann ihnen kein Rezept geben. Wir werden mit Menschen weiter arbeiten, Menschen, die eine Psyche habe. Wir haben am Mittwoch den Fokus auf Eintracht Frankfurt.“

Eberl sagte noch: „Uns ist die Stabilität abhanden gekommen. Wir müssen jetzt schon alle Eier zeigen. Wir müssen jetzt alle in diesem Wind stehen. Dass wir Qualität haben, in allen Bereichen, ist so, die müssen wir uns jetzt wieder hart erarbeiten.“

Durch die Hintertüre ließ Eberl durchblicken, dass es im Wintertransfer-Fenster Veränderungen geben könnte: „Wir haben noch zwei wichtige Spiele, gegen Frankfurt und Hoffenheim, in denen wir die Chance haben, Punkte zu sammeln, um in der Tabelle ein etwas anschauliches Bild zu haben. Und dann werden wir im Winter auch überlegen müssen und wollen das auch, was diesem Kader eventuell guttut.“

Sprach es, um dann erneut für Fragezeichen bei den Zuschauern an den öffentlich-rechtlichen Empfangsgeräten zu sorgen.

Angesprochen von Breyer auf die zum 30. Juni 2022 auslaufenden Verträge von Matthias Ginter (27) und Denis Zakaria (25), die mit jeweils 27 Millionen Euro aktuell wertvollsten Spieler im Fohlen-Kader sind und der Gefahr, dass Gladbach keinen müden Cent mehr für diese Nationalspieler sehen könnte, sagte Eberl: „Mir ist momentan egal, was die Spieler machen, wir haben eine Situation, die nicht schön ist. Momentan sind mir Einzelschicksale egal.“

Gladbach in der Krise!