„Sehe nicht die Handschrift“ Gladbach-Legende poltert über Fohlen-Krise und Trainer Polanski
Stefan Effenberg schimpfte beim Sport1-„Doppelpass“ über seinen Ex-Verein.
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Abwärtsspirale, Ausreden und ein fehlendes System!
Der Fußball-Experte und frühere Fohlen-Profi Stefan Effenberg (57) hat sich im Sport1-„Doppelpass“ seinen Ex-Verein Borussia Mönchengladbach ordentlich zur Brust genommen.
Stefan Effenberg über Gladbach-Krise: „Das wäre mir zu billig“
„Die Tendenz geht ja ganz klar in die falsche Richtung. Und jetzt sind sie in so einer Abwärtsspirale drin“, stieg Effenberg beim Thema Gladbach am Sonntagvormittag (15. Februar) offensiv ein, kritisierte sogar Trainer Eugen Polanski offen: „Also ich sehe jetzt nicht wirklich dieses System und die Handschrift von Polanski bei den Spielen, wenn ich Gladbach schaue.“
Die schlechten Ergebnisse wie zuletzt beim 0:3 bei Eintracht Frankfurt seien nicht immer darauf zu schieben, dass Top-Stürmer Tim Kleindienst derzeit fehle oder dass Franck Honorat lange verletzt gewesen sei. „Das wäre mir zu billig“, so Effenberg.
Polanski selbst hatte auf der Pressekonferenz nach dem sechsten Spiel ohne Sieg nacheinander „eine Frage der Qualität“ gestellt und verwies auf nur drei Schüsse auf das Tor des Gegners bei einer Schuss-Statistik von 20 zu 12 für seine Mannschaft. „Dementsprechend haben wir extrem gelitten heute, weil da deutlich mehr drin war und mich das auch extrem sauer macht“, so Polanski.
Es sei „unverständlich, dass wir mit so viel Aufwand und so vielen Möglichkeiten es nicht schaffen, ein Tor zu erzielen“, ergänzte auch Sportchef Rouven Schröder.
Stefan Effenberg: „Die nächsten drei Spiele sind jetzt enorm wichtig“
Für Effenberg ist klar: „Die nächsten drei Spiele sind jetzt enorm wichtig.“ Weiter müsste Gladbach erst gar nicht schauen. Freiburg, Union Berlin und der FC Bayern heißen die kommenden Gegner. Das Derby gegen Köln am 21. März sei da erst mal völlig zweitrangig.
„Und dann kommt es halt darauf an“, sagt Effenberg und gesteht: „Also ich mache mir auch Sorgen, sage ich ganz ehrlich. Ich habe schon gedacht, dass sie in ruhiges Fahrwasser kommen. Da sind sie nicht angekommen. Im Gegenteil. Die Tendenz geht eher nach hinten.“
Eine gewisse Perspektivlosigkeit in Gladbach zeige sich zudem bei den finanziellen Möglichkeiten des Vereins. „So wie Wolfsburg eben mal kurz im Wintertransferfenster Millionen auf den Tisch zu legen, um diese Klasse zu halten: Das hat Gladbach halt nicht“, so Effenberg.
Das sei zwar keine Entschuldigung. Aber: „Man will ja immer als Fan eine Entwicklung sehen. Und das muss gar nicht in großen Schritten gehen, sondern es kann in kleinen Schritten gehen. Und ich sehe die Schritte aber eher rückwärts bei Borussia Mönchengladbach.“
Stefan Effenberg bleibt in Anbetracht der taumelnden Fohlen bei seiner Einschätzung: „Und das macht mir wirklich große Sorgen.“