Eine Fohlen-Leihgabe in der Sackgasse: Droht ein ganzes Jahr ohne Einsatz?
Nicht mal im KaderGladbach-Leihprofi erlebt bitteren Start – was ihm noch Hoffnung macht

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Tiago Pereira Cardoso ist bislang außen vor bei seinem Leihklub.
Der erhoffte nächste Karriereschritt in Belgien entwickelt sich für Gladbachs Leihgabe Tiago Pereira Cardoso bisher alles andere als nach Plan. Sein Engagement bei RAAL La Louvière startet mit einer bösen Überraschung.
Für den 20-jährigen Keeper, der für Borussia Mönchengladbach schon fünfmal in der Bundesliga auflief, war eigentlich reichlich Spielzeit in der belgischen Jupiler Pro League vorgesehen. Doch die harte Wahrheit sieht komplett anders aus. An den ersten beiden Spieltagen fand sich der luxemburgische Nationaltorwart nicht einmal auf dem Spielberichtsbogen wieder, obwohl er kerngesund ist. Das berichtet „rp-online.de“.
Leih-Klub zieht eigenes Talent als Nummer zwei vor
Die Ursache für diese verzwickte Situation ist schnell ausgemacht: Marcos Peano, der etatmäßige Torhüter und Kapitän des Vereins, ist weiterhin an Bord. Bei den beiden 1:2-Pleiten gegen den RSC Anderlecht sowie KAA Gent stand er die kompletten 90 Minuten zwischen den Pfosten. Einem Medienbericht nach ist die Marschroute unmissverständlich: „Solange Peano im Verein ist, wird er spielen.“ Eine heikle Lage für Pereira Cardoso.
Einzig ein Abgang von Peano könnte für die Gladbacher Leihgabe eine Wende bringen. Ein potenzieller Wechsel des Argentiniers kam während der Vorbereitung wegen einer Verletzung am Sprunggelenk ins Stocken, doch nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen. Nach der Partie gegen Gent hat der belgische Erstligist bekräftigt, dass eine Verkaufsbereitschaft weiter besteht, falls eine adäquate Offerte eingeht und der Spieler sein Okay gibt. Konkrete Fortschritte gibt es bisher allerdings nicht.
Für Pereira Cardoso kommt es sogar noch dicker. Gerüchten zufolge ist er nicht einmal die Nummer zwei auf der Ersatzbank, da der Verein lieber auf den 18-jährigen Théo Radelet baut. Auf diese Weise erfüllt RAAL La Louvière leichter die Regelung der Liga, die eine bestimmte Quote an jungen einheimischen Akteuren im Aufgebot vorschreibt. In der Saisonvorbereitung durften sich beide Keeper noch in jeweils drei Partien beweisen.
Ein Hoffnungsschimmer für den jungen Luxemburger könnte der finanzielle Zwang bei seinem Leihklub sein. In diesem Sommer investierte RAAL circa sechs Millionen Euro in neue Spieler, ohne bisher Einnahmen generiert zu haben. Der Verein benötigt dringend Geld aus Spielerverkäufen, was die Wahrscheinlichkeit eines Peano-Transfers erhöht. Der Klub, der 2022 noch in der vierten Spielklasse kickte, ist eigentlich für seine zurückhaltende Ausgabenpolitik bekannt.
Tiago Pereira Cardoso bleibt also nichts anderes übrig, als zu hoffen und Geduld zu haben. Die Entscheidung über sein Schicksal fällt in den finalen Tagen des Transferfensters. Dann wird sich zeigen, ob das Jahr in Belgien die ersehnte Möglichkeit zur Weiterentwicklung bietet oder ob er eine ganze Spielzeit auf der Tribüne versauert. (red)

