„Verrat an unseren Werten“Gladbach-Präsident richtet sich direkt an die Fans

Rainer Bonhof als Zuschauer im Kölner Stadion.

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Die Ereignisse im Derby haben Rainer Bonhof voller Scham zurückgelassen.

Wegen der Ausschreitungen in Köln ist Gladbachs Vereins-Boss fassungslos.

Rainer Bonhof macht eine deutliche Ansage! Der Präsident von Borussia Mönchengladbach hat sich in einer öffentlichen Nachricht an die Anhänger gewandt und nach den Geschehnissen beim rheinischen Derby am vergangenen Sonntag schonungslose Worte gewählt.

Er sei persönlich als „Augen- und Ohrenzeuge“ im Stadion gewesen und habe den Montag dazu genutzt, sich einen kompletten Überblick zu verschaffen, schreibt Bonhof in einem Statement, das auf der offiziellen Webseite des Vereins veröffentlicht wurde.

Bonhof fühlt „Enttäuschung und Scham“

Die Videos und Berichte zum Benehmen von einigen Gladbach-Fans, die er in den vergangenen 24 Stunden erhalten habe, ließen ihn „Enttäuschung und Scham“ fühlen.

Beim Derby war es im Stadion zu Krawallen gekommen. Nach dem 2:1-Siegtreffer für den FC durch Said El Mala in der 67. Minute waren Anhänger am Gästeblock im Oberrang aneinandergeraten. Gladbach-Fans hatten nach Aussage der Polizei zuvor eine Plexiglasschutzscheibe zwischen den Blöcken mit Nothämmern zerstört. Zudem wurden Böller und Leuchtraketen gezündet. Aus dem Gladbacher Block flog auch Pyrotechnik auf die Tribüne mit Kölner Fans.

Nach Polizeiangaben wurden sechs Menschen verletzt. Dabei handelt es sich um zwei Stadionbesucher – darunter ein Kind – sowie eine Ordnerin und drei Polizisten. Den Menschen, die verletzt wurden, wünschte Bonhof eine „rasche Genesung“.

Nicht nur sie seien allerdings Leidtragende der Situation, „sondern alle Fans, die miterleben mussten, wie eine absolute Minderheit das Ansehen unseres Vereins beschädigt“. Bonhofs deutliches Urteil: „Diese Personen haben die Werte unserer Borussia verraten.“

Wer wissentlich andere Stadionbesucher gefährde, dem gehe es nicht um Fußball. Der Klub werde nun alle Hebel in Bewegung setzen, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen und sie für ihr Handeln konsequent zu bestrafen.

Zugleich verteidigte Bonhof aber auch die riesige Mehrheit der Fans. Die Anhängerschaft von Borussia sei eine „großartige Gemeinschaft“, die so etwas nicht toleriere. Das würden auch die vielen Nachrichten belegen, die beim Verein eingehen. Er forderte alle auf, zusammen zu zeigen, welchen Support das Team und der Klub wirklich benötigen und was die Fohlen-Anhänger seit jeher besonders macht.

Der Vereinschef bat um Nachsicht, dass nicht jede einzelne Nachricht individuell beantwortet werden könne. Er garantierte den Fans aber, dass dem Klub die Klärung der Vorkommnisse genauso wichtig sei wie ihnen. (red)