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Von Yannick Reinke, Achim Müller

GladbachLIVE-Umfrage Favre zurück zur Borussia? Gladbach-Legende Kleff und Fans haben diese Meinung

Lucien Favre ist als neuer Trainer bei Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach im Gespräch. Diese Fotomontage zeigt den Schweizer Fußballlehrer am 7. März 2020.

Lucien Favre ist als neuer Trainer bei Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach im Gespräch.

Lucien Favre (64) soll unmittelbar vor einer Rückkehr als Cheftrainer zu Borussia Mönchengladbach stehen. Welche Meinung zu einem möglichen Favre-Comeback haben Fans der Fohlen-Elf? GladbachLIVE hat sich am Dienstag (24. Mai 2022) im Borussia-Park umgehört und bei Anhängern und einer echten Fohlen-Legende nachgefragt, was sie von einer möglichen Verpflichtung des Schweizers halten würden.

Gladbach: Das halten die VfL-Fans von der Favre-Rückkehr

Torwart-Legende Wolfgang „Otto“ Kleff (75) stellt klare Anforderungen an den neuen Trainer von Borussia Mönchengladbach: „Als Trainer musst du eine Persönlichkeit sein. Ich kenne das noch von früher: Hennes Weisweiler oder Udo Lattek, das waren Persönlichkeiten!“ Das sei besonders wichtig, damit die Mannschaft die Anforderungen umsetze. „Ob ich jetzt Dreier- oder Viererkette spiele, ist egal. Ich muss als Trainer die Mannschaft dazu bekommen, dass sie das macht, was ich will.“

Lucien Favre ist in den Augen des viermaligen deutschen Meisters ein Trainer, „der sehr diszipliniert zu Werke geht und auch verstärkt Wert auf die Abwehr legt. Das muss die Mannschaft lernen und annehmen. Darauf kommt es an – auf den Willen! Dann funktioniert es vielleicht.“

Borussia-Mönchengladbach-Legende Wolfgang Kleff am Dienstag (24. Mai 2022) im Borussia-Park. Kleff trägt eine Brille.

Borussia-Mönchengladbach-Legende Wolfgang Kleff am Dienstag (24. Mai 2022) im Borussia-Park.

Borussia-Anhängerin Tanja Matthias (43) aus Aachen erzählt unserer Redaktion von ihrem ersten Gedanken, als sie von der Favre-Rückkehr gehört hat: „Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch.“ Da sei es im Fußball wie in allen anderen Lebenslagen, „etwas wieder aufzufrischen, was schon mal schiefgegangen ist, geht meistens doch wieder schief“.

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Allerdings wisse sie als Außenstehende zu wenig, um die Rückkehr des Schweizers abschließend bewerten zu können. „Es ist ja damals nicht von der Vereinsseite aus in die Brüche gegangen, sondern von Herrn Favres Seite. Ich habe jetzt keine Ahnung, ob er sich ins Gespräch gebracht hat, oder ob Borussia auf ihn zugegangen ist. Das sind Dinge, die man nie erfahren wird, die aber wichtig wären, um eine komplette Einschätzung abzugeben“, so die 43-Jährige.

Tanja Matthias aus Aachen am Dienstag (24. Mai 2022) bei einer Umfrage im Borussia-Park.

Tanja Matthias aus Aachen sagt: „Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch.“

Für Ralf Bovelet (62) ist klar, dass „wir heute gegen Rot-Weiss Essen spielen würden, wenn wir Herrn Favre damals nicht gehabt hätten“. Daher würde es der Mönchengladbacher begrüßen, wenn Favre wieder auf Borussias Bank Platz nehmen würde. „Aber er muss sich drauf einstellen, dass System auf dem vorhandenen Potenzial der Spieler aufzubauen. Nicht nur seinen Kopf durchsetzen, das machen die meisten Trainer und deswegen fliegen sie alle raus“, sagt Bovelet.

Ralf Bovelet aus Mönchengladbach am Dienstag (24. Mai 2022) bei einer Umfrage im Borussia-Park.

„Ich würde es begrüßen, wenn Favre wiederkommt“, sagt Ralf Bovelet aus Mönchengladbach.

Gladbach-Fan Heinz Eitel (72) aus Mönchengladbach ist nicht ganz überzeugt vom geplanten Favre-Comeback. Ihm missfällt noch immer, wie der Schweizer 2015 abgetreten ist. „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, das war nicht gentlemanlike“, sagt Eitel. „Für Borussia war es damals ein Schock, aber da werden wir uns mit abfinden müssen.“

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Auch wenn in der vergangenen Saison im Verein viel schiefgelaufen sei, hätte sich der Mönchengladbacher eine Weiterarbeit mit Ex-Trainer Adi Hütter (52) gewünscht. Eitel: „Alleine vom finanziellen Aspekt hätte man mit ihm weitermachen sollen. Jetzt sind die Kassen nicht prall gefüllt, daher müssen wir das mit Favre machen.“

Walli Aretz aus Rheydt wünscht dem neuen Trainer „ganz viel Glück“. Allerdings sieht die 72-Jährige in Favre nicht den alleinigen Heilsbringer für die neue Saison: „Da muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Alle gemeinsam sind für den Tabellenplatz verantwortlich.“

Walli Aretz aus Rheydt am Dienstag (24. Mai 2022) bei einer Umfrage im Borussia-Park.

Walli Aretz aus Rheydt wünscht Lucien Favre „ganz viel Glück“.

Markus Paulußen, ein gebürtiger Gladbacher, der aktuell in Bielefeld lebt, ist der Meinung, dass in den vergangenen zwei Jahren zu viel Unruhe im Verein herrschte. „Man versucht in der Führung, jetzt möglichst keine Experimente zu machen, sondern das Altbewährte zu ziehen“, sagt der 57-Jährige, der schon seit Kindheitstagen Gladbach-Fan ist. „Das ist verständlich und für die Fanseele sicherlich beruhigend.“

Gert (84, li.) und Markus (57, re.) Paulußen am Dienstag (24. Mai 2022) bei einer Umfrage im Borussia-Park.

„Favre hat die Leute besser gemacht, wir hatten eine tolle Vergangenheit mit ihm“, sagen Gert (l.) und Markus (r.) Paulußen.

Paulußen erinnert sich an die erfolgreiche Zeit mit Favre: „In den vergangenen 20 Jahren ist er der Trainer gewesen, bei dem ich den meisten Output gesehen habe. Favre hat die Leute besser gemacht und hat Veränderungen gebracht.“

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Und auch sein Vater Gert Paulußen (84) pflichtet ihm bei: „Wir haben eine tolle Vergangenheit mit ihm gehabt!“

Allerdings vertritt Markus Paulußen auch die Meinung, dass Lucien Favre keine langfristige Option sei. „Es muss jetzt einiges konsolidiert werden und danach wird man weitersehen,“ vermutet der 57-Jährige. „Deshalb bin ich auch gespannt, ob das funktioniert.“

Aktuell, betonen die beiden langjährigen Gladbach-Fans, die schon seit über 45 Jahren gemeinsam zu den Fohlen-Spielen ins Stadion gehen, sei aber vor allem Konstanz wichtig.

„Es ist jetzt eine andere Zeit“, sagt Gert Paulußen. „Das zeigt die aktuelle Situation im Bundesliga-Fußball: So viele Trainer werden gewechselt.“ Sein Sohn sieht es ähnlich: „Dieses Schnelllebige kann man so auf Dauer nicht mitmachen.“