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Von Marcel Schwamborn

GladbachLIVE-EXKLUSIV-Interview Vor EM-Traum bei Jogi: Neuhaus räumt mit Bayern-München-Gerücht auf 

Gladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Seefeld, Österreich. Das Foto ist am 31. Mai 2021 entstanden.

Gladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Seefeld, Österreich. Dieses Foto ist am 31. Mai 2021 entstanden. 

Seefeld - 2019 durfte Florian Neuhaus (24) schon einmal EM-Luft schnuppern. Damals allerdings noch im Kreis der U21-Nationalmannschaft. In diesem Sommer ist der Gladbacher Mittelfeldspieler bei der „großen“ Euro dabei. Nach fünf ordentlichen Einsätzen im Team von Joachim Löw (61) nominierte der Bundestrainer den vielseitigen Borussen. Im exklusiven Interview mit der GladbachLIVE-Redaktion hat sich Neuhaus im EM-Vorbereitungslager des DFB in Seefeld (Österreich) am Dienstag (1. Juni 2021) ausführlich Zeit zu zahlreichen Fragen und Themen genommen.

  • Gladbachs Nationalspieler Florian Neuhaus stellt sich unserem DFB-Reporter Marcel Schwamborn in Seefeld zum exklusiven Interview
  • Neuhaus spricht über seine Rolle in der Nationalmannschaft, seine Ziele bei Borussia und welches DFB-Trikot er bei der WM 2014 daheim nicht mehr ausgezogen hat
  • Fohlen Neuhaus räumt auch klar mit einem Wechselgerücht zum FC Bayern München auf

Nationalspieler Florian Neuhaus: „Habe nirgends einen Vertrag unterschrieben“

Wie fühlt sich Ihr erstes Turnier-Trainingslager an?

Ich bin mit großer Vorfreude angereist. Wir trainieren sehr intensiv, arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin, haben aber auch abseits des Platzes viel Spaß. Man sieht, dass die Stimmung gut ist. Wir haben perfekte Bedingungen, gutes Wetter, ich bin sehr zufrieden.

Woher kommt die gute Stimmung?

Wir hatten beispielsweise ein Vier-gegen-vier-Turnier. Die Sieger Joshua Kimmich, Matthias Ginter, Thomas Müller und Christian Günter können sich jetzt für das Verlierer-Team eine Strafe ausdenken, bisher ist das aber noch nicht eingelöst worden.

Was machen Sie persönlich gegen den Lagerkoller?

Einige gehen golfen. Ich bin nicht so dafür zu haben. Ich spiele gerne Tennis, aber das habe ich bisher noch nicht gemacht, weil das ja auch etwas intensiver ist. Wir haben viele Möglichkeiten drum herum. Außerdem kann man mit WhatsApp oder Facetime einfach Kontakt zu Familie und Freunden halten, das stellt keine große Hürde dar. Es gibt andere Spieler, die ihre Kinder nicht sehen können, für sie ist diese Zeit sicher schwieriger. Wir waren ja zuletzt schon zwei Wochen in der Bundesliga in Quarantäne. Wegen Corona mussten aber viele Menschen zurückstecken, da haben wir es als Berufsfußballer noch gut, weil wir unseren Sport noch ausüben können. Es gibt keinen Grund sich zu beschweren.

Welche Spielzeit erhoffen Sie sich bei der EM?

Ich habe mir keine konkrete Zahl in den Kopf gesetzt. Ich will einfach alles geben und möchte bereit sein, wenn ich gebraucht werde. Mein Kollege und Freund Christoph Kramer ist 2014 auch überraschend im Finale in die Startelf gerutscht.

Apropos Kramer, der ist beim Turnier ZDF-Experte. Wird er ein harter Kritiker?

2018, als er schon Experte war, kannte ich ihn noch nicht. Jetzt bin ich gespannt, wie er das macht und ob ich den einen oder anderen Satz schon mal gehört habe. Wir reden beide generell gerne über Fußball. Ich denke, er ist genauso gespannt auf unsere Auftritte wie ich auf seine.

Wie beurteilen Sie die Rückkehr von Thomas Müller und Mats Hummels? Ist das ein Signal, dass der Umbruch mit jungen Spielern gescheitert ist?

Für Deutschland sollten immer die formstärksten Spieler auflaufen. Ich finde, wir haben einen sehr guten Kader mit einer guten Mischung. Bei Thomas und Mats würde ich auch nicht immer derart die Erfahrung hervorheben, sie bringen auf und neben dem Platz viel mehr mit Sie können einfach mit ihren fußballerischen Qualitäten der Mannschaft viel geben. Zudem sind sie auch zwei gute Typen, die eine gute Stimmung in die Mannschaft einbringen.

Gibt es bei der EM spezielle Duelle oder Spieler, auf die Sie sich freuen?

Ich finde es sehr gut, dass wir gleich gegen Top-Nationen spielen. Da müssen wir sofort bei 100 Prozent sein. Mein persönliches Highlight sind weniger die Spieler der Gegner, sondern die Tatsache, dass alle drei Gruppenspiele in München sind. Gefühlt ist es eine Heim-EM. Ich hoffe natürlich, dass es die Corona-Situation zulässt, dass meine Familie und Freunde ins Stadion kommen können.

Wie haben Sie denn frühere Turniere erlebt?

Wir hatten zu Hause immer so eine Art EM- und WM-Studio. Mein Vater ist Handwerker und hat im Garten alles aufgebaut, unter anderem mit einer Leinwand. Dann kamen immer alle Freunde und Bekannte vorbei. 2014 habe ich tatsächlich das ganze Turnier lang ein Trikot von Mario Götze getragen, was sich im Nachhinein als goldrichtig herausgestellt hat.

Und welche Rolle wollen Sie im deutschen Team am liebsten einnehmen?

Ich fühle mich im Zentrum am wohlsten. Ob es letztlich auf der Sechs, Acht oder Zehn ist, das variiert im Spiel eh oft. Ich habe in dieser Saison sechs Tore erzielt. Ich möchte schon mit in die Box und Abschlüsse suchen.

Ihre Zukunftsplanung war zuletzt immer wieder Thema. Der FC Bayern scheint Ihre nächste Station zu sein.

Ich habe auch gelesen, dass mein Wechsel 2022 zum FC Bayern schon beschlossene Sache sei. Ich kann das hier und jetzt ganz klar dementieren. Ich habe nirgends einen Vertrag unterschrieben außer bei Borussia Mönchengladbach. Dort fühle ich mich aktuell sehr wohl.

Aber Sie hängen an Ihrer Heimat in Oberbayern. Ist das nicht ein Argument für einen Wechsel nach München?

Heimat ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Ich kann mir gut vorstellen, später mal wieder in Markt Kaufering zu leben. Aber ich habe auch in Düsseldorf ein Stück Heimat gefunden, habe dort meine Freundin kennengelernt und fühle mich bei Gladbach sehr wohl.

Also spielen Sie definitiv in der kommenden Saison bei Borussia?

Ich habe jetzt den Fokus voll auf die EM gerichtet und will mich nicht mit anderen Dingen beschäftigen. Was in den nächsten Wochen und Monaten passiert, kann ich aktuell noch gar nicht sagen.

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Wie wichtig sind für Ihre Nationalmannschafts-Karriere denn Spiele in internationalen Wettbewerben?

Das ist ein wichtiger Aspekt. Man will sich auf allerhöchstem Niveau messen, die Nationalmannschaft gehört dazu. Natürlich ist es von Vorteil, wenn du in der Champions League spielst und den Rhythmus mit internationalen Spielen kennst. Bei Wolfsburg und Frankfurt konnte man aber auch sehen, wie sie davon profitiert haben, dass sie sich auf die Bundesliga konzentrieren konnten. Das kann auch eine große Chance für Mönchengladbach in der neuen Saison sein, dass wir Woche für Woche Top-Leistungen in der Liga abrufen können.

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Also lautet das Saisonziel wieder Europa?

Es ist natürlich unser Ziel, wieder international zu spielen. Wenn du einmal Champions League gespielt hast, willst du das jedes Jahr. Wir hatten in dieser Saison tolle Spiele, man wird anders wahrgenommen, wenn man internationale Spiele macht. Aber grundsätzlich sehe ich kein Problem für mich bei der Nationalmannschaft, wenn ich nicht international spiele.

Neuhaus hat Extra-TV-Abo, damit er Löwen-Kumpels gucken kann

Mit Kevin Volland ist noch ein Ex-Löwe im Team. Verfolgen Sie noch 1860 und sprechen Sie mit ihm darüber?

Selbstverständlich interessiert mich das sehr. Ich kenne einige Jungs, die bei 1860 spielen, auch einige bei Unterhaching. Ich habe extra ein zusätzliches TV-Abo abgeschlossen, um die 3. Liga zu verfolgen. Ich schaue aber auch immer, wenn möglich, Fortuna Düsseldorf, weil ich generell viel Fußball sehe.

Mit Joshua Kimmich erleben Sie hier einen brutal ehrgeizigen Typen. Ist so etwas anstrengend oder fördernd?

Ich mag das und bin da ähnlich. Egal in welchem Wettbewerb, ob im Fußball-Tennis, Teqball oder Vier-Gegen-Vier – ich will auch immer gewinnen. Das motiviert und pusht einen zu noch mehr Leistung. Es macht Spaß, mit Joshua zu trainieren. Wir alle versuchen, immer uns gegenseitig zu motivieren und mitzureißen.